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Warum Kater Konrad ins Wasser sprang und eine Maus in die Luft ging

Antolin Quiz
von Sabine Ludwig, Astrid Henn (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 23. April 2016

Warum Kater Konrad ins Wasser sprang und eine Maus in die Luft ging

Als jüngstes Kind hat man es nicht immer leicht. Klar, man ist das Nesthäkchen und wird von den Eltern entsprechend verwöhnt. Doch irgendwann möchte man vielleicht nicht mehr verwöhnt werden. Irgendwann ist man groß genug, um alleine etwas auf die Beine zu stellen. Kater Konrad jedenfalls fühlt sich mutig genug und beweist das in Sabine Ludwigs Kinderbuch "Warum Kater Konrad ins Wasser sprang und eine Maus in die Luft ging".

Hat sich Kater Konrad da gerade verhört oder hat sein Pausenbrot tatsächlich mit ihm geredet? Seine Mutter hat es gut mit ihm gemeint und ihm eine extradicke Maus besorgt. Und diese bettelt gerade darum, nicht gefressen zu werden. Gut, das würde Konrad auch nicht tun, da er nur tote Tiere isst. Dennoch weiß er nicht, was er mit der frechen, vorwitzigen Mäusedame nun tun soll. Bevor ihm aber etwas anderes übrigbleibt, stolpert er mitten in ein Abenteuer. Denn Marie Antoinette, wie sich das Mäuslein nennt, wird durch die Luft gewirbelt, landet im Fluss und droht zu ertrinken. Konrad, der die Nagerdame bereits ins Herz geschlossen hat, springt wagemutig in ein altes Boot und rettet Marie Antoinette im letzten Moment. Dabei zerbricht sein Paddel und sie driften aufs Ufer zu. Auf das Nachbarufer, wo die Hunde leben. Hunde, die Katzen kein bisschen wohlgesonnen sind. Heißt es zumindest in der Schule.

Sabine Ludwigs Kinderbuch ist eine witzige und kluge Geschichte für Leser ab acht Jahren. Sie erzählt aber nicht von Kater Konrad, der sich gegen die übervorsorgliche Mutter wehrt und mehr Freiraum und Selbstständigkeit erkämpft. Die Geschichte erzählt auch davon, Mut zu haben und mal über den Tellerrand zu schauen. So reicht es Konrad nicht, den in der Schule gelehrten Dogmen blind zu folgen. Er hinterfragt sie, möchte mehr über das Warum erfahren. Das gefällt natürlich nicht jedem. Trotzdem geht Konrad seinen Weg. An seiner Seite ist die freche, aber liebenswerte Mäusedame Marie Antoinette. Sie hat sich diesen Namen selbst gegeben, in Erinnerung an eine schöne, reiche Königin, die lieber Kuchen statt Brot aß (und letztendlich geköpft wurde, aber das ignoriert Marie Antoinette geflissentlich). Zwischen Konrad und der Maus entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, auch wenn der Kater das nicht zugeben möchte. Denn laut ihm ist Marie Antoinette nur noch am Leben, weil er selbst eben nichts Lebendiges isst. Warum er sie dann aber in einer tollkühnen Aktion vor dem Ertrinken rettet, was ihn letztendlich zum Land der Hunde abtreibt, das beantwortet er nicht. Braucht er auch nicht, denn hier drüben, im Feindesland, ist es gefährlich für eine Katze. Glaubt er zumindest. Schließlich hat er das so in der Schule gelernt. Doch dann lernt er eine Welt kennen, die so ganz anders ist, als er lange Zeit geglaubt hat.
Die Geschichte wird nicht nur witzig und unterhaltsam erzählt, sie ist auch gespickt mit Weisheiten und hintersinnigen Aussagen. Die Handlung selbst bleibt dabei aber immer spannend, abenteuerlich und ist angereichert mit Situationskomik. Das macht das Buch zu einem tollen Lesevergnügen für die ganze Familie. Zudem ist der Textfluss durch zahlreiche Illustrationen von Astrid Henn aufgelockert. Sie sind genauso lustig, wie die Geschichte und passen daher wunderbar zum Buch.

Kurz gefasst ist "Warum Kater Konrad ins Wasser sprang und eine Maus in die Luft ging" ein lustiges Abenteuer, das auch Eltern viel Spaß beim Vorlesen macht. Die Geschichte ist voller Charme und Witz, dabei aber auch tiefgründig und regt zum Nachdenken an. Man fiebert mit, entdeckt Neues und hat am Ende zusammen mit Konrad ein tolles Abenteuer erlebt.

Details

Bewertung

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