Wann ist endlich Donnerstag?

Antolin Quiz
von Rose Lagercrantz, Susanne Göhlich (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 10. März 2016

Wann ist endlich Donnerstag?

Wir alle kennen das Gefühl, wenn man sich auf ein Ereignis freut und kaum erwarten kann, dass es endlich eintritt. Kinder empfinden dies noch viel intensiver und für sie scheint es in den Momenten des Wartens nichts anderes mehr zu geben. Keine Ablenkung, keine andere Beschäftigung. Davon erzählt auch die schwedische Autorin Rose Lagercrantz in ihrem Kinderbuch "Wann ist endlich Donnerstag?".

Ninni ist ganz aufgeregt. Am nächsten Donnerstag kommt Lisa, um auf sie und ihre kleine Schwester Dini aufzupassen. Doch leider ist es erst Sonntag und bis Donnerstag dauert es noch so unglaublich lange. Da kommt erst ein Montag mit Schulgeschichten, ein Dienstag mit Ausflug, ein Mittwoch mit einem Kindergeburtstag und dann, dann ist er endlich da. Der Donnerstag. Ninni kann es kaum noch erwarten. Sie hat für Lisa ein kleines Geschenk gebastelt und das Mensch ärgere dich nicht-Spiel herausgeholt. Wie toll muss es sein, mit einem so großen Mädchen zusammen zu spielen. Doch dann wird alles ganz anders. Nicht nur, dass ihre kleine Schwester nur schreit, Lisa ist auch ganz anders, als Ninni es sich vorgestellt hat. Sie spielt gar nicht mit ihr sondern telefoniert nur mit ihrem blöden Handy. Außerdem ist sie gemein zu der kleinen Dini. Ninni ist schwer enttäuscht und traurig.

Kinder sind bedingungslos in ihren Gefühlen. Wenn sie sich freuen, tun sie das aus tiefstem Herzen. Wenn sie etwas entgegenfiebern, dann scheint für sie alles andere auf der Welt unwichtig zu werden. Doch genauso intensiv wie diese beiden positiven Empfindungen sind auch die negativen. Die Enttäuschung und Traurigkeit erleben sie ebenso intensiv und glauben, nie wieder fröhlich werden zu können. So geht es auch der sechsjährigen Ninni, die sich schon sehr auf Donnerstag freut und den Babysitter, der da auf sie und ihre kleine Schwester aufpassen soll. Doch wie groß ist die Enttäuschung, als sich das Idol als ein Reinfall entpuppt. Als die Träume über die Zeit, die man miteinander verbringt, wie Seifenblasen zerplatzen.
Diese Gefühlswelt beschreibt Rose Lagercrantz in ihrem Kinderbuch "Wann ist endlich Donnerstag" wunderbar treffend. Sie erzählt nicht nur von einem Mädchen, sie taucht glaubhaft in die Rolle ein und betrachtet die Welt aus Ninnis Augen. Vorfreude, Erwartung aber auch Enttäuschung und Traurigkeit werden so real geschildert, dass Kinder die Geschichte bedingungslos annehmen. Mehr noch, sie sind gefesselt und wollen wissen wie es weitergeht. Sie können sich mit der Figur Ninni mühelos identifizieren. Dazu trägt sicherlich auch die Erzählform selbst bei. Denn die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt. Das funktioniert aber nur so gut, weil die Autorin sich auch sprachlich ganz auf das kindliche Niveau einlassen kann und sich an der kindlichen Realität orientiert.
Das Buch eignet sich aufgrund dieser einfachen, klaren Sprache und seiner geradlinigen Handlung sehr gut für Erstleser. Doch auch als Vorlesebuch für Vorschüler kommt es wunderbar an. Noch etwas sei erwähnt. Das Buch endet nicht ganz traurig. Ninni nimmt aus dieser Erfahrung trotzdem eine wertvolle Botschaft mit und findet zudem auch Trost bei ihren Eltern und der Großmutter.

"Wann ist endlich Donnerstag?" spiegelt wunderbar die kindliche Gefühlswelt in puncto Vorfreude wider. Das Warten auf einen besonderen Tag steht hier im Mittelpunkt, ebenso das ersehnte Ereignis selbst. Dass es sich dann als Enttäuschung entpuppt, ist einerseits traurig, gibt Kindern aber etwas Wichtiges mit auf den Weg. Das Buch fesselt, spricht sie an und zieht sie sofort in ihren Bann. Ein tolles Werk, das wir empfehlen können.

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