Amalia von Flatter

Vampire tanzen nicht mit Feen

Antolin Quiz
von Laura Ellen Anderson
Rezension von Janett Cernohuby | 23. März 2018

Vampire tanzen nicht mit Feen

Ihr habt die Nase voll von Einhörnern, Feen und Glitzerstaub? Ihr könnt Rosa-, Lila- und Pastellfarben nicht mehr sehen? Herzlich willkommen bei Amalia von Flatter. Denn ihr, ihren Freunden und allen anderen Bewohnern von Nokturnia geht es genauso. Vor Glitzer gruseln sie sich sogar zu Tode und Einhörner sind der Alptraum jeder Schauergeschichte. Neugierig geworden? Dann gleich zum Auftaktbuch "Vampire tanzen nicht mit Feen" gegriffen.

Die Welt der Nacht, ganz schreckensfrei

Nokturnia - das Königreich der Nacht. Hier leben Zombies, Skelette und Vampire friedlich zusammen. Die Kinder besuchen die Katakomben-Akademie, die Erwachsenen bereiten sich auf den Barbarischen Ball vor, das alljährliche Highlight in Nokturnia. Amalia ist die Tochter der Gräfin und des Grafen von Flatter, die jenes Fest ausrichten. Sie ist ein ganz normales Vampirmädchen, das später einmal Kürbissen in Not helfen will und zwei tolle Freunde hat - Flora, eine seltene Yeti-Art, und Todd, den Sohn des Schnitters. Doch erst einmal steht ein Schulbesuch auf dem Plan, der eine große Neuigkeit bereithält. Von nun an soll Prinz Marillo ebenfalls hier unterrichtet werden. Der Königssohn hat bereits in jungen Jahren ein schreckliches Schicksal erleiden müssen. Seine Mutter wurde von einer Fee gefressen. Ja, richtig gelesen. Für die Bewohner von Nokturnia gibt es nichts schlimmeres, als die Begegnung mit einer Fee. Höchstens vielleicht noch der Kontakt mit Glitzer. Davor fürchten sich die Einwohner am meisten. Doch für Amalia soll es bald schon etwas viel Schlimmeres geben. Prinz Marillo entführt Amalias kleinen Kürbis. Zusammen mit ihren Freunden überlegt sie sich einen Plan, wie sie ihr geliebtes Haustier zurückholen kann.

Verrückter Lesespaß ohne Rosa, Glitzer und Einhörner

Vampire sind gefährliche Blutsauger und unheimlich? Vielleicht in den Gruselgeschichten der Erwachsenen, nicht aber in Nokturnia, wo Amalia von Flatter lebt. Sie selbst ist ein Vampirmädchen, trinkt aber keineswegs Blut und hat auch sonst recht wenig Gefährliches an sich. Außer man rückt ihrem lieben Kürbis-Haustier zu nahe. Dann kann sie durchaus die Fangzähne ausfahren - im übertragenen Sinn.
Und so beginnt eine neue, ungewöhnliche und großartige Mädchenbuchreihe im Verlag Schneiderbuch. Ihre Schöpferin Laura Ellen Anderson führt uns im ersten Band "Vampire tanzen nicht mit Feen" in eine ungewöhnliche, verrückte Welt, in der die Wesen der Nacht leben. Diese Geschichte ist für alle, die rosa und Einhörner nicht mehr sehen können. Die genug haben von den typischen Klischees und einfach mal anders sein wollen. Denn genau darum geht es am Ende auch, um das Anderssein. Prinz Marillo hat sich sein Leben lang verstellt und durfte nie sein, was er wirklich war. Wer er wirklich war. Doch wir wollen nicht zu viel verraten, sondern die Leser selbst hinter sein Geheimnis kommen lassen.
Laura Ellen Anderson erzählt hier eine herrlich schräge Geschichte, in die man sofort eintaucht und deren Ereignisse einen mitreißen. Alles ist schaurig und gruslig, aber dennoch niemals angsteinflößend. Denn die Autorin will zeigen, dass man auch mit grusligen Dingen viel Spaß und Freude haben kann - wobei schön und gruslig ja ohnehin im Auge des Betrachters liegen, wie man auch immer wieder zwischen den Zeilen lesen kann.
Die Geschichte ist wunderbar für Leser ab acht Jahren geeignet. Dabei sollte man sich nicht von der umfangreichen Seitenzahl von 224 erschrecken lassen. Denn die Seiten sind mit reichlich Illustrationen, Schmuckleisten und Vignetten versehen, so dass der Textanteil bei weitem nicht so umfangreich ausfällt, wie man zunächst glaubt. Es ist genau diese Mischung aus umfangreicher Illustration, verrückter Welt und witziger Geschichte, die dieses Buch zu einem großartigen Lesespaß macht. Einem Lesespaß, der Vielleser ebenso begeistert, wie Lesemuffel, Einhornfans wie Einhornverweigerer. Die Geschichte macht neugierig und man möchte definitiv wissen, wie es mit Amalia, Flora, Todd und natürlich Prinz Marillo weitergehen wird.

Für alle die genug von Glitzer und Einhörnern haben, ist "Amalia von Flatter" genau die richtige Lektüre. Denn hier gibt es eher gruslige Charaktere und schaurig-schöne Kulissen. Erst wenn sich alle so richtig ekeln, wird es gemütlich. Aber keine Sorge, alles das wird mit einem Augenzwinkern und sehr viel Humor erzählt, so dass man mehr über die Geschichte lachen, als fürchten kann. Ein toller Start zu einer vielversprechenden Mädchenbuchreihe.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Illustration:

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