Und dann kam Juli

Antolin Quiz
von Petra Eimer
Rezension von Janett Cernohuby | 28. Juni 2021

Und dann kam Juli

Es ist nicht ungewöhnlich, wenn einem ein Tier zuläuft. Ein kleiner Hund, der ausgesetzt wurde oder sich verlaufen hat. Eine kleine Katze oder auch ein Wellensittich. Das ist alles schon passiert und so mancher kann sicherlich hierzu seine eigene Geschichte erzählen. Ungewöhnlich dagegen ist, wenn einem ein Pferd zuläuft. Doch genau das ist Paul und seiner Familie passiert: „Und dann kam Juli“.

Juli muss weg

Paul staunt nicht schlecht, als eines Nachmittags ein Pferd im Garten steht. Seiner Familie ist ein waschechtes Pferd zugelaufen, wie anderen Leuten ein Hund oder eine Katze. Und nun? Seine Eltern sind natürlich begeistert von dem Tier und nennen es kurzerhand Juli. Genau wie der Monat, in dem es ihnen zugelaufen ist. Zwar hatte sich Paul immer ein Haustier gewünscht, aber eher einen Hund, als ein Pferd. Und so viel ist klar, Juli bleibt bei ihnen. Auch wenn sie im Garten sämtliches Gemüse und alle Blumen abgefressen hat und überall ihre Pferdeäpfel liegen. Die Eltern haben Juli in ihr Herz geschlossen. Anders bei Paul. Der ist absolut nicht glücklich über Julis Anwesenheit und versucht nun alles, um das Pferd loszuwerden. Er hängt Flyer auf, in der Hoffnung Julis wahrer Besitzer würde sich melden. Als dies aber nicht geschieht, beschließt er, das Tier an eines der Mädchen zu verschenken, die nun ständig aufkreuzen und Juli sehen wollen. Doch auch das gelingt nicht. Als eines Tages ein älterer Herr in Pauls Tür steht und sich als Julis Besitzer vorstellt, ist Paul nicht mehr so sicher, ob er Juli hergeben möchte.

Und dann kam Juli

Ein etwas anderes Pferdebuch

Pferdebücher sind doof? Macht nichts, denn das hier ist kein gewöhnliches Pferdebuch. Im Gegenteil. Es ist die Geschichte eines Jungen, der ein Pferd wider Willen bekommt. Diese Abneigung bleibt auch bis zum Schluss bestehen. Paul hat absolut kein Verlangen danach, Reitstunden zu nehmen, Zaumzeug zu kaufen und sich um Juli zu kümmern. Im Gegenteil, er will eigentlich seine Ruhe und die Ferien genießen. Doch leider klappt das nicht, denn überall wo Paul hingeht, ist Juli nicht weit. Ein ruhiger Nachmittag in der Hängematte? Nicht ohne Juli. Ein kühles Bad im Pool? Nicht ohne Juli. Mit seinen Freunden Fußball spielen? Nicht ohne Juli. Klar, dass Paul bald ziemlich genervt ist und alles versucht, um Juli loszuwerden. Damit entstehen viele absurde und komische Szenen, die unterhalten und die Leserschaft zum Schmunzeln bringen. Freilich ist vieles was Autorin Petra Eimer hier beschreibt stark überzeichnet. Ein Einkaufswagen als Kutsche, Juli in Pauls Bett oder in der Hängematte, aber genau das ist es, was diese Geschichte so lustig macht und Kinder begeistert. Man empfindet Mitleid mit Paul und findet Juli gleichzeitig megacool. Abgerundet wird alles von den comichaften Illustrationen, die den Text nicht einfach nur begleiten, sondern ihn auch weitererzählen. Immer wieder werden einzelne Sätze durch eine größere Schrift und andere Farbe betont. Alles das bringt selbst den größten Lesemuffel zum Lesen.
Auch wenn die Geschichte haarsträubend und absolut erfunden klingt, hat sie doch einen wahren Kern. Paul und auch Pferd Juli gibt es tatsächlich. Er ist der Sohn der Autorin, die recht spontan entschlossen hatte, sich ein Pferd, Juli, zu kaufen. Das war der Anfang dieses Buchs.

Und dann kam Juli

„Und dann kam Juli“ ist alles andere, als ein typisches Pferdebuch. Es ist die Geschichte eines Jungen, der nicht viel für Pferde übrighat, dem aber ein Pferd zugelaufen ist und der sich nun damit arrangieren muss. Witzig, spritzig und mal ganz anders erzählt, fängt Autorin Petra Eimer ihre jungen Leser und Leserinnen ein und lässt sie ein urkomisches und witziges Pferdabenteuer erleben.

Details

Bewertung

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