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Twittern ist auch keine Lösung, Donald Trump!

von Britta Riederer, Dirk Uhlenbrock (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 14. Januar 2020

Twittern ist auch keine Lösung, Donald Trump!

Wir alle wissen, dass Politiker gerne viel reden, ohne etwas auszusagen. Selbst dann - oder sollte man sagen besonders dann, wenn ihnen konkrete Fragen gestellt werden, sind sie wahre Redekünstler und lenken geschickt auf andere Themen. Eine andere Unart, die sich immer mehr unter bestimmten Politikern breit macht, ist das Absetzen von Äußerungen mittels Twitter oder Facebook. Man kann davon halten, was man möchte, eine Lösung ist es auf jeden Fall nicht. So lautet auf jeden Fall der Titel von Britta Riederers Kinderbuch, in dem fiktive Kinder fiktive Briefe an die großen Politiker unserer Welt schreiben.

Was machen eigentlich unsere Politiker?

Wie oft haben wir schon den Ausspruch gehört, dass irgendjemand keine Nachrichten mehr lesen oder schauen möchte, weil es nur noch Katastrophen in der Welt gibt. Doch es sind nicht nur die Katastrophen, die Menschen bestürzen. Es ist auch das Verhalten der großen Politiker unserer Welt. Politiker, die auf Umwelt-, Sicherheits- und Weltwirtschaftsgipfeln miteinander diskutieren, streiten - aber nichts wirklich weiterbringen. Die außer großer Reden, nichts nennenswertes tun.
Regelmäßig gehen Kinder und Erwachsene auf die Straße und zeigen in Klima-Demos ihre Sorge um unseren Planeten. Ein mittlerweile 17-jähriges Mädchen aus Schweden reist um die Welt, spricht auf Gipfeln, ermahnt, rüttelt wach und warnt.
Doch was machen unsere Politiker? Sie scheinen nicht zuzuhören. Sind sie abgelenkt? Weil sie das nächste Social-Media-Posting vorbereiten müssen?

Twittern ist auch keine Lösung, Donald Trump!

Twittern ist auch keine Lösung

Es macht vielleicht Spaß, auf Social-Media-Kanälen seinen Frust abzulassen, von seinen Erfolgen zu erzählen oder sich einfach nur zu inszenieren. Doch es bringt uns alle nicht weiter. Warum tut man das dann also?
Das ist die Frage, die eine Handvoll fiktiver Kinder stellt. Sie schreiben Briefe an die großen Politiker unserer Welt - an Donald Trump, Angela Merkel, Emanuel Macron, Kim Jong-un, Julia Klöckner, Xi Jinping, Barack Obama und Wladimir Putin. Darin schreiben sie, was ihnen auf dem Herzen liegt und hinterfragen, was sie nicht verstehen. Warum werden Mauern wieder aufgebaut? Warum Demonstranten nicht angehört, Menschenrechte verletzt, Umweltprobleme verleumdet? Diese Briefe zeigen, dass Kinder nicht nur spielen und für die Schule lernen, sondern dass sie sehr wohl die Probleme unserer Welt mitbekommen. Probleme, die sie beschäftigen, über die sie sich Gedanken machen und die sie gerne gelöst sähen. Wenngleich es fiktive Briefe und Kinder sind, spiegelt sich in ihnen doch viel Wahres. Britta Riederer macht deutlich, dass Kinder sehr wohl Politik wahrnehmen und sich dafür interessieren. Natürlich anders, als wir Erwachsene es tun. Auf einer einfacheren Ebene. Doch das Interesse ist da, ebenso sind Fragen, Sorgen, Ängste und Erwartungen vorhanden und wollen beachtet werden.
Mit diesem Buch zeigt die Autorin, dass Kinder eine Stimme haben und dass sie gehört werden wollen. Nicht nur von uns Eltern und Lehrern, sondern auch von Politikern und Politikerinnen dieser Welt. Darum macht Britta Riederer Kindern am Ende des Buchs Mut, eigene Gedanken niederzuschreiben. Einen eigenen Brief an einen Politiker oder eine Politikerin zu verfassen. Idealerweise liefert sie hierfür auch gleich ein paar leere Seiten zum Aufschreiben der eigenen Gedanken mit.

Twittern ist auch keine Lösung, Donald Trump!

Ein Wort noch zum Layout: Ähnlich auffallend und ins Auge springend wie der Titel, hat Dirk Uhlenbrock das Buch grafisch gestaltet. Schon sein Cover präsentiert sich der Leserschaft mit knalligen Farben. Zwischen den Buchdeckeln zieht sich dieses bunte Design durch, das an Instagram-Filter erinnert. Steckbriefen zu den Politikern scheinen mit Schreibmaschine auf Karteikarten geschrieben und aufgedruckt zu sein. Sketchnote-ähnliche Illustrationen liegen zwischen und hinter den Briefen, die ebenfalls so wirken, als wären sie auf Blättern niedergeschrieben und ins Buch gedruckt worden. Hier haben Autorin und Illustrator eng zusammengearbeitet und ein Layout entwickelt, das perfekt zum Buchthema passt.

Mit „Twittern ist auch keine Lösung“ schuf Britta Riederer ein politisches Kindersachbuch, das Gesprächs- und Diskussionsgrundlagen bietet, aber auch dazu motiviert, sich eigene Gedanken über die Weltpolitik und das Weltgeschehen zu machen.

Fotos von Coppenrath Verlag

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