Team Wandelstern

von Thomas Hrabal, Agnes Ofner (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 22. April 2016

Team Wandelstern

Der Sternenhimmel fasziniert und beschäftigt die Menschen seit Anbeginn der Zeit. Heutzutage können wir mit modernen Teleskopen, Raumsonden und bemannten Weltraumflügen zahlreiche Daten sammeln und das Universum erforschen. Auf der Suche nach Sternensystemen, Planeten und vielleicht auch außerirdischem Leben haben wir eines noch gar nicht bemerkt: Die großen Sonnensystem-Meisterschaften, zu denen sich regelmäßig Planeten, Kometen und andere Objekte aus unserer Milchstraße treffen. Thomas Hrabal erzählt davon in seinem Bilderbuch "Team Wandelstern".

Gespannt wartet Mutter Venus auf die Ankunft ihrer Kinder. Die Sonnensystem-Meisterschaften beginnen bald und das bedeutet natürlich allerhand Aufregung und Trubel. Schon wirbeln Merkur, Erde und Mars herbei und kurze Zeit später kommen auch die drei großen Gasriesen Saturn, Uranus und Neptun dazu. Nur von Adoptivkind Pluto ist nichts zu sehen. Aber der hatte ja immer schon seine eigene Ekliptik, erinnert Uranus die anderen.
Dann endlich beginnt der Wettbewerb. Bei Kurzstrecken-Umlauf, Monde-Jonglieren, Schnell-Rotieren, Ringe-Hula-Hoop und Sonnenumlauf-Marathon kann jeder seine Stärken zeigen und mit einer Top-Platzierung rechnen.

Sportlich geht es zu in unserer Galaxis. Zumindest wenn man nach der Geschichte von Thomas Hrabal geht. Der Vater, Architekt und Autor steckte all seine Leidenschaft für Astronomie in diese Geschichte und erzählt ein völlig neues Weltraumabenteuer. Bei ihm fliegen keine Raumfahrer und Außerirdische durch das All, sondern Planeten und andere Himmelsgestirne. Damit geht er neue Wege, die erfreulich anders sind. Freilich muss man sich - insbesondere als Erwachsener, der ein wenig Grundwissen rund um Astronomie mitbringt und von der Bedeutung von Umlaufbahnen weiß - von festen Denkmustern trennen und Planeten nicht als Himmelsgestirne sehen, die ihren konstante Umlaufbahn im Sonnensystem haben, sondern als Personifizierungen. Und das klappt auch, nicht zuletzt durch die gelungenen Illustrationen von Agnes Ofner. Ihre Idee, Wesen auf die Planeten zu setzen und diese zu ihren Persönlichkeiten zu machen, anstatt die Planeten selbst mit Armen und Beinen zu versehen, ist brillant. Denn erst so funktioniert die Handlung, so überzeugen die Illustrationen. Schließlich muss beides zusammenpassen, eine Symbiose ergeben. Auch toll ist, dass auf kleine Planeten große Figuren gezeichnet wurden und anders herum. So ist zwischen Mutter Venus und Vater Jupiter, die sich beide in ihrer Größe stark unterschieden, ein ausgeglichenes Verhältnis gelungen. Einzig die Menge an Planeten und ihr nicht immer deutlich erkennbares Aussehen, sorgt bei Kindern anfangs für große Irritationen. Doch zum Glück sind auf den Vorsatzseiten alle neun Wandelsterne namentlich dargestellt, so dass man immer zurückblättern kann um nachzuschauen.
So überzeugt das Bilderbuch mit einer etwas anderen, ungewöhnlichen aber vor allem sehr sportlichen Geschichte und gelungenen Illustrationen. Spaß kommt hier nicht zu knapp, was auch in vielen Wortspielen rund um die Planeten und ihre physikalischen Eigenschaften hervorkommt. Alles zusammen macht das Buch zu einem Lesevergnügen für Groß und Klein, Alt und Jung.

"Team Wandelstern" ist das nunmehr fünfte Buch aus dem Nachwuchsprojekt der St. Nikolausstiftung, des Kinderbuchhauses im Schneiderhäusl und des Tyrolia Verlags. In ihm geht es um unsere Himmelskörper, die Milchstraße und einen olympischen Wettbewerb, der dort gerade ausgetragen wird. Es ist ein Bilderbuch, das unterhält und das spannende Informationen rund um Planeten, Himmelsgestirne und unsere Milchstraße liefert. Ein tolles Buch, das wir allen Eltern wärmstens empfehlen, deren Kinder sich für Sterne, Planeten und das Universum interessieren.

Details

Bewertung

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  • Illustration:

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