Star Wars

Star Wars - Galaktischer Atlas

von Tim McDonagh (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 26. Februar 2017

Star Wars - Galaktischer Atlas

Wenn von einer weit, weit entfernten Galaxie gesprochen wird, muss man auch berücksichtigen, dass es hier nicht nur um einen Planeten geht. Nein, es geht um verschiedene Sektoren einer Galaxie, auf denen viele geschichtsträchtige Ereignisse stattgefunden haben. Tragische wie schöne, zerstörerische wie schöpferische. Dies ist etwas, was Künstler anregt, unter anderem auch um handgezeichnete galaktische Karten zu zeichnen. So kann man nun bei Ravensburger ein neues Produkt erwerben „Star Wars – Galaktischer Atlas“.

Inspiration gibt es aus vielen Quellen. Der bekannte ithorianische Künstler Gammit Chond hat sich jenen Ereignissen verschrieben, die sich rund um die Familie Skywalker ranken. Ihn fasziniert jedoch nicht nur die Geschichte selbst, sondern vor allem die Orte, an denen die Ereignisse ihren Ursprung hatten, Fahrt aufnahmen und letztendlich mit gewaltigem Getöse, das die Grundfesten der Galaxie erschütterte, kollidierten. Planeten, Orte, Raumschiffe und Personen zeichnete er in seinem persönlichen Stil und garnierte diese Kunstwerke mit Informationen. Jenen, die man in Geschichtsbüchern findet und solchen, die von Mund zu Mund weitergegeben werden. Wahrheit und Gerücht, mögliche Unwahrheit und Legende verschmelzen so miteinander, während man sich von Planet zu Planet arbeitet und wichtige Ereignisse, relevante Orte, einheimische Kreaturen und wichtige Personen der Handlung sieht. Diese beschränkt sich nicht nur auf jene aus den bekannten Kinofilmen, auch die dazwischen angesiedelten animierten Serien und Filme wurden mit einbezogen So kann man also betrachten, lesen, lernen und genießen...

Ähnlich reißerisch würden der Künstler oder sein Kurator die Bilder – beziehungsweise das Werk im Ravensburger Verlag, das diese Inhalte enthält – vermutlich bewerben. Das wäre nachvollziehbar, aber leider nicht ganz angemessen. Denn obwohl die Idee und der erste Eindruck positiv stimmen – der geschichtliche Überblick klingt spannend, worauf man sich bereits auf die nächsten Seiten freut – kann das Werk als Ganzes leider nicht überzeugen. Das liegt, man muss es leider klipp und klar sagen, am Zeichenstil des Künstlers. Denn die Illustrationen von Tim McDonagh sind nicht Fisch, nicht Fleisch. Sie bemühen sich weder konstant um Realismus, noch um einen Anime-artigen Stil wie in „The Clone Wars“, noch um einen eigenen für sich stehenden Stil. An einer Stelle wird ein Jar Jar Binks beinahe realgetreu gezeichnet, doch neben ihm befindet sich ein Ezra Bridger, der keinerlei Gesichtskonturen aufweist. Die Idee des Werks ist wirklich eine tolle, all die kleinen Anmerkungen bei Szenen der unterschiedlichen Planeten helfen, sich an spannende Filme und Serien zu erinnern, beziehungsweise kleine Wissenslücken zu schließen. Lediglich die grafische Gestaltung ist das Manko am Endergebnis.

„Star Wars – Galaktischer Atlas“ ist das Ergebnis einer genialen Idee. Nämlich die Handlungsorte und Personen der großen Saga aus dem Blickwinkel eines Künstlers zu betrachten, beziehungsweise anhand seiner Kunstwerke, die selbige widerspiegeln. Leider ist dieser Spiegel etwas wankelmütig und mitunter etwas verzerrt, wodurch die Illustrationen nicht immer Freude aufkommen lassen. Und sie sind es, die aus einer tolle Idee letztendlich leider nur ein durchschnittliches Endergebnis werden haben lassen.

Details

Bewertung

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