Stadtbär

Antolin Quiz
von Katja Gehrmann
Rezension von Janett Cernohuby | 07. Mai 2019

Stadtbär

Städte bieten nicht nur uns Menschen Anreize zum Leben, auch viele Wildtiere sind in ihnen zuhause. Für sie gibt es ein reichliches Nahrungsangebot und zahlreiche Parkanlagen bieten willkommene Unterschlüpfe. Trotzdem bekommen wir Dachse, Füchse und Biber eher selten zu Gesicht. Und wie sieht es mit Bären aus? Können die sich auch vor uns verstecken? Katja Gehrmann verrät es uns in ihrem Erstlesebuch „Stadtbär“.

Ein großer Bär in der großen Stadt

Nach einem langen, ausgiebigen Schlaf staunt der Bär nicht schlecht. Der Wald scheint verlassen zu sein, alle Tiere sind weg. Da verrät ihm der Habicht, dass sie in die Stadt gezogen sind, wo es reichlich Futter und keinen Jäger gibt. Also beschließt der Bär, ebenfalls in die Stadt zu ziehen. Der Habicht warnt ihn noch, dass das nicht so leicht sei. Ein großer Kerl wie er würde zu schnell auffallen. Auch die anderen Tiere sind wenig begeistert, als sie hören, dass der Bär in die Stadt gezogen ist. Sie befürchten, dass er den Menschen Angst einjagt und sie den Jäger rufen würden. Daher beschließen sie, den Bären in den Zoo zu locken, um ihn dort abzugeben. Doch dann soll alles ganz anders kommen…

Stadtbär

Vom Anpassen, durchmogeln und unsichtbar sein

„Stadtbär“ ist ein Erstlesebuch mit einer geradlinigen Handlung, aber ganz vielen Themen. Es richtet sich an all jene, die ihre ersten Leseerfahrungen sammeln und die dem Bilderbuch entwachsen sind. Es richtet sich an Erstleser, die die Welt der Bücher entdecken und denen die einfachen Geschichten anderer Erstlesereihen zu simpel geworden sind. Sie alle können sich hier auf ein tierisches Abenteuer mit Tiefgang begeben. Auf Bilder verzichtet das Buch nicht, im Gegenteil. Ganzseitige, großflächige Illustrationen unterstützen den Text und erzählen in kräftigen Farben und mit witzigem Strich nach, wovon der Text handelt.
In ihrer Geschichte greift Katja Gehrmann sehr viele unterschiedliche Themen auf. Zunächst einmal geht es um Tiere in der Stadt. Dass es sie gibt, ist nichts Neues. Doch wie leben diese Tiere? Wo verstecken sie sich und wann kommen sie heraus? Dieses Verstecken wird auch zum Hauptthema der Geschichte. Denn während sich Fuchs, Dachs und Biber bisher gut vor den Menschen verborgen haben, ja quasi unsichtbar vor ihren Augen lebten, befürchten sie, dass der riesige Bär auffällt. Immerhin kann der sich ja nicht so gut unsichtbar machen, wie sie selbst
Doch haben sie mit ihrer Vermutung wirklich recht? Gelingt es dem Bären nicht vielleicht doch, vor den Augen der Menschen versteckt zu blieben? Hier spielt Katja Gehrmann mit der Oberflächlichkeit und Wahrnehmung (oder nicht vorhandenen) von uns Menschen, die Offensichtliches so leicht übersehen können.
Nun, Fuchs, Dachs und Biber werden bald nicht mehr übersehen. Denn indem sie versuchen, den Bären von den Menschen wegzulocken, fallen sie gerade auf. Diese lustigen, manchmal überzeichneten Situationen sorgen für humorvolle Momenten innerhalb der Geschichte. Sie lassen die jungen Leserinnen und Leser schmunzeln und mit Spannung weiterlesen.
So geht die tierische Verfolgungsjagd noch ein bisschen weiter und Ende stellt der Bär fest, das Leben in der Stadt ist zwar aufregend, aber für seinen Geschmack ein bisschen zu aufregend.

Stadtbär

„Stadtbär“ ist ein gelungenes Erstlesebuch für alle Kinder, die die Welt des Lesens und der Bücher erobern wollen. Es erzählt eine einfache, tierische Geschichte, die dennoch viele Themen aufgreift: Natur, Tiere in der Großstadt, anpassen und nicht auffallen, teilen, die Schönheit der Heimat. Spannend und witzig kommt die Geschichte zu ihren Leserinnen und Lesern und sorgt für unterhaltsame Lesemomente.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    04/2019
  • Umfang:
    96 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    6 Jahre
  • ISBN 13:
    9783895653766
  • Preis:
    10,95 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Illustration:

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