Im Traumland der Elfen

von Nicola Baxter
Rezension von Janett Cernohuby | 26. Januar 2009

Im Traumland der Elfen

Gutenachtgeschichten gibt es sehr viele. Doch was muss eine Erzählung beinhalten, um diese Bezeichnung zu erhalten? Die Autorin Nicola Baxter erkannte, dass es nicht ausreicht eine kurze Handlung wiederzugeben, sondern dass auch ein Bezug zum Schlafen und Träumen hergestellt werden sollte. So verfasste sie das Kinderbuch "Im Traumland der Elfen".

In diesem Buch erzählt die Autorin vom Traumland, einem Ort, an dem immer etwas los ist, aber trotzdem Ruhe und Frieden herrscht. Ein Ort, der überall und nirgends ist. Und ein Ort, an dem kleine Elfen leben und dafür arbeiten, schlafenden Lebewesen Träume zu schicken. Abend für Abend, wenn die Sonne untergeht, steigen viele kleine Traumblasen zum Himmel und bahnen sich ihren Weg in die Dimension der Fabelwesen. Aus diesen lesen sie heraus, was der Einschlafende gerne in der Nacht erleben möchte. Doch die Traumlandelfen erfüllen nicht nur die Wünsche von Menschenkindern, sie kümmern sich auch um die Träume vieler anderer Lebewesen. So schicken sie jungen Fröschen aufregende Träume, in denen sie Fische verfolgen, kleine Vogelkinder erleben erfolgreich ihre erste Flugstunde, Drachen lasen sie von großen Schätzen und Feuern träumen, Meerjungfrauen von ihren Schwestern auf der anderen Seite des Ozeans und Zauberer von leckeren Karamell-Knusper-Cornflakes. Es gibt also immer viel zu tun im Traumland und die Feen sind stets sehr beschäftigt.

Dieses Bilderbuch beinhaltet mehrere kurze Geschichten, die allesamt von der Arbeit der Elfen im Traumland berichten. Es sind liebevoll und zauberhaft erzählte Begebenheiten, in denen so manche Elfe vor eine schwierige Aufgabe gestellt wird. Doch am Ende kann jede von ihnen die Traumwünsche erfüllen und stolz ihre verrichtete Arbeit beschauen.
Sprachlich gibt es an dem Kinderbuch nichts auszusetzen. Mit seiner verspielten Sprache und den märchenhaften Formulierungen beruhigt es kleine Zuhörer und trägt sie sanft in den Schlaf und die Traumwelt hinüber. Die Kinder stellen sich vor, dass auch bald ihre eigenen kleinen Traumblasen mit den Wünschen hinauf zu den Elfen steigen und dann erfüllt werden.
Bereits die Umschlagsgestaltung lässt erahnen, für welches Lese- oder besser gesagt Vorlesepublikum das Kinderbuch gedacht ist. In Rosa- und Violetttönen, mit Blumenkränzen geschmückten, engelsgleichen Feen und glitzernden Buchstaben richtet sich dieses Werk eindeutig an kleine Mädchen. Diese Gestaltung zieht sich auch durch das gesamte Bilderbuch hindurch. Jede Doppelseite ist in einem anderen verwaschenen Pastellton realisiert. Die Gesichter der verschiedenen Figuren, ganz gleich ob Feen, Zauberer, Tiere oder sogar Zwerge, erhielten ein engelsgleiches, feenhaftes Aussehen, das den verspielten und verträumten Charakter der Geschichten noch zusätzlich hervorhebt.
Doch auch, wenn Rosa- und Violetttöne zu den Lieblingsfarben kleiner Mädchen gehören, wirken hier Zeichnungen und Farbgebung fast schon überladen und zu kitschig. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen, ohne den Charme der Erzählungen zu zerstören.

"Im Traumland der Elfen" ist ein sehr schönes Vorlesebuch für kleine Mädchen. Die Geschichten wirken beruhigend und einlullend. Die graphische Gestaltung ist stark für das weibliche Publikum ausgelegt, wirkt aber stellenweise zu überladen und kitschig.

Details

Bewertung

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