Romeo der Zaubertrommler

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Der Rattenfänger von Hameln - was wirklich geschah
von Gerlis Zillgens, Katja Jäger (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 15. April 2019

Romeo der Zaubertrommler

Wer kennt sie nicht, die berühmte Sagen vom Rattenfänger, der mit seiner Flötenmusik einst alle Ratten aus der Stadt Hameln lockte. Als man ihm seine Arbeit nicht entlohnen wollte, kam er noch einmal, um mit der Flötenmusik dieses Mal alle Kinder davon zu locken.
Diese berühmte Sage griff Gerlis Zillgens auf, formte sie ein wenig um, brachte sie in die heutige Zeit und gab ihr den Titel „Romeo der Zaubertrommler“.

Was in Hameln wirklich geschah

Wie in jeder Stadt leben auch in Hameln zahlreiche Ratten. Sie sind dort als Müllarbeiter tätig und kümmern sich um den Abfall, den die Menschen zurücklassen. Sie sortieren ihn, bereiten ihn auf und verarbeiten ihn weiter. Natürlich ist den Menschen das nicht bewusst. Sie sehen die Nager als Plage und unternehmen alles, um sie loszuwerden.
Unter diesen Nagern lebt auch der kleine Rattenjunge Romeo. Doch anstatt brav zur Rattenschule zu gehen und alles über Mülltrennung zu lernen, geht Romeo lieber seiner Leidenschaft für Musik nach. Er möchte einmal ein großer Trommler werden. Dann erfährt er, dass die Menschen planen, alle Ratten aus Hameln zu vertreiben. Romeo muss unbedingt etwas unternehmen und dafür braucht er die Hilfe des Menschenmädchens Jule, die so wundervoll Flöte spielen kann, dass man alles andere um sich herum vergisst.

Romeo der Zaubertrommler

Gemeinsam statt gegeneinander

Gerlis Zillgens hat eine ganz große und wichtige Botschaft, die sie mit dieser Geschichte ihren jungen Lesern mit auf den Weg gibt: Toleranz, Miteinander, das Fremde kennenlernen und nicht pauschal ablehnen. Diese großen, komplexen Themen verpackt die Autorin in einer einfachen Geschichte. Dafür bedient sie sich an einigen Elementen zweier großer, bekannter Werke: dem Rattenfänger von Hameln und Romeo und Julia. Letzteres nicht nur in Form der Namen unserer Protagonisten, sondern in einer denkwürdigen Balkonszene und  den Eltern von Romeo und Jule sollen, die Ende einen Auftritt bekommen. Denn Jules Menscheneltern können die Ratten nicht leiden und die Ratteneltern warnen vor den Menschen.
Zwischen diesen vertrauten Elementen literarischer Werke  entspinnt sich eine wunderbare, spannende Geschichte mit einer wichtigen Botschaft. Gerlis Zillgens zeigt uns, was Toleranz bedeutet. Sie zeigt, dass es auf unserer Welt zahlreiche unterschiedliche Lebewesen gibt, die auf den ersten Blick vielleicht nichts gemeinsam haben, auf den zweiten aber schon. Wenn wir offen aufeinander zugehen, den anderen kennenlernen, erkennen wir Gemeinsamkeiten und anderes, was uns verbindet. Es sollte also nicht lauten, wie können wir den Fremden loswerden, sondern wie können wir den Fremden kennenlernen und gemeinsam etwas aufbauen?
Eine derart wundervoll erzählte Geschichte braucht natürlich auch die dazugehörigen Illustrationen. Diese stammen von Katja Jäger und sind verspielt und liebevoll zugleich. Die Ratten sind nicht als Ungeziefer dargestellt, sondern als liebenswerte kleine Persönlichkeiten. Viele Grüntöne, Ranken- und Blumenmuster in den Hintergründen schaffen atmosphärische Kulissen, die man gerne betrachtet und an denen man sich erfreut.

Romeo der Zaubertrommler

„Romeo der Zaubertrommler“ ist mehr als nur eine unterhaltsame und spannende Geschichte. Es ist ein (Vor-)Lesebuch, das die bekannte Sage aus Hameln aufgreift, in unsere Zeit holt und ganz neu erzählt. Darin verpackt wurden wichtige Themen, darunter Toleranz und Miteinander. Zusammen mit den wundervollen Illustrationen hält man hier ein zauberhaftes Buch in den Händen, das ein großer Vorlesespaß für die ganze Familie ist.

Details

Bewertung

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