Oskar

Antolin Quiz
von Jutta Langreuter, Jeremy Langreuter, Leonard Erlbruch (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 20. August 2019

Oskar

Solange man sich an die Regeln hält, sich den Erwartungen entsprechend verhält, ist alles in Ordnung. Man wird von anderen respektiert und geschätzt. Doch was ist, wenn man ganz anders als die Norm ist? Wenn man sich nicht an Zwänge und Regeln halten möchte? Ein Thema, das Jutta Langreuter und Sohn Jeremy im Bilderbuch „Oskar“ aufgreifen.

Onkel Oskar wirbelt alles durcheinander

Oskar will in das Haus seines Bruders einziehen. Mama ist skeptisch. Ist er so wie du, will sie von Papa wissen. Hilft er im Haushalt? Kümmert er sich um die Großeltern? Macht er die Wäsche?
Jedes Mal verneint Papa. Denn Oskar macht nur das, wozu er Lust hat. Anstatt den Rasen zu mähen, spielt er lieber mit Paul Piratenschiff, hört mit Leon laut Musik und singt Opa etwas vor. So kann das nicht weitergehen, findet Mama, denn sie ist der Meinung, Oskar bringt alles durcheinander. Also muss Oskar gehen. Das tut er auch und mit einem Mal merken alle, wie glücklich sie mit ihm eigentlich waren…

Oskar

Bilderbuch über Sonderlinge und Querdenker

Jutta und Jeremy Langreuter greifen in ihrem Bilderbuch ein sehr spezielles und auch philosophisches Thema auf. Auf den ersten Blick mag es darum gehen, dass Papas Bruder einzieht, sich aber nicht an den Pflichten im Haushalt beteiligt. Stattdessen tut er nur das, was ihm Spaß macht. So geht das nicht, könnte man sagen, alle müssen mit anpacken.
Doch genauer betrachtet trägt Oskar durchaus seinen Teil bei. Freilich, er hält sich nicht an die allgemeinen Regeln, entspricht nicht der Norm. Er ist ein Freigeist, der Pflichten nach seinen Ansichten und nach seinem Wertgefühl übernimmt. Denn letztendlich gelingt es Oskar, Amelie zum Essen zu bewegen. Was er kocht, schmeckt allen. Er spielt mit Paul und sorgt dafür, dass es Opa und Uroma besser geht. Nur tut er es eben seine eigene Weise.

Oskar

Genau diese wird zum Knackpunkt. Mama ist damit nicht einverstanden. Sie will ihre gewohnte, althergebrachte Lebensweise. Sie will, dass alles der Norm entspricht und nach Regeln abläuft. Doch ist sie damit wirklich glücklich oder profitiert nicht auch sie von Oskars unkonventioneller Herangehensweise?
Genau das ist die tiefere Botschaft des Buchs. Es hinterfragt starre Normen, zeigt auf, dass nicht immer alles streng nach Regel gehen muss, sondern man manchmal mehr erreicht, wenn man Dinge lockerer und entspannter angeht. Manchmal ist es nicht falsch, Pflichten mit mehr Gelassenheit entgegenzutreten.
Erzählt wird die Geschichte mit wenigen, dafür klaren und direkten Worten. Was dazwischen liegt, erzählt Leonard Erlbruch in seien Illustrationen. Großflächig gezeichnet, wirken sie plakativ und bringen Oskars Unbeschwertheit und Leichtigkeit humorvoll herüber. In den Bildern sieht man, wie viel Spaß er bei seinen Aufgaben hat, was er der Familie wiedergibt und wie alle sich über seine ungezwungene Art freuen. Manche bewusst, manche unbewusst.

Oskar

„Oskar“ ist eine Geschichte über den Ernst des Lebens, über die täglichen Rituale und Regeln, die wir uns selbst auferlegen. Es zeigt, dass man manchmal mehr erreicht, wenn man Dinge lockerer und entspannter angeht. Es ist eine Geschichte über sonderbare Onkel, die zugleich Glücksbringer sind.

Details

Bewertung

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