O Besenstiel, o Besenstiel!


Weihnachtsbaumgeschichten
von Sabine Ludwig, Sabine Rothmund (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 13. November 2019

O Besenstiel, o Besenstiel!

Jetzt, zur Weihnachtszeit, gibt es natürlich viele Geschichten rund um das große Fest. Familiengeschichten, die von Weihnachtsmarktbesuchen und Bescherung erzählen. Tiergeschichten, in denen ebenfalls auf das Christkind gewartet wird oder die Bedeutung von Weihnachten überhaupt erfragt wird. Doch was es wirklich braucht, das sind witzige Alltagsgeschichten. Geschichten, die weihnachtlich sind, aber dennoch Esprit und eine Prise Humor besitzen. Eben solche, wie sie in Sabine Ludwigs „O Besenstiel, O Besenstiel!“ versammelt sind.

Weihnachtsgeschichten zum Schmunzeln

Denn die Autorin bringt mit acht Erzählungen weihnachtliche Stimmung und Spaß zu uns. Sie erzählt augenzwinkernd von großen Schwestern, die großspurig behaupten, Adventskalender wären nur für Babys, dann aber traurig sind, wenn sie plötzlich keinen bekommen (und heimlich vom Adventskalender des kleinen Bruders naschen). Sie erzählen von schauriger Weihnachtsmarktmusik, die dazu führt, dass „Jingle Bells“ eine solche Gruselnummer wird, dass sich ein Mädchen nicht mehr auf den Markt traut.
Schulaufführungen sorgen nicht selten für vorweihnachtlichen Stress, besonders dann, wenn die Rollen verteilt werden und selbst das introvertierteste Kind eine Rolle übernehmen soll.
Aber nicht immer geht es witzig zu. In Patchwork-Familien leiden Kinder darunter, nicht mit ihren leiblichen Eltern gemeinsam feiern zu können. Ein nicht erfüllbarer Weihnachtswunsch könnte das ganze Fest ins Wasser fallen lassen, weswegen eine originelle Lösung her muss. Und der Wunsch der Mutter nach mehr Ruhe und Erholung ist verständlich, aber auf Baum und Weihnachtsbraten will man trotzdem nicht verzichten. Selbst diese tiefgründigen Geschichten erzählt Sabine Ludwig mit einem Augenzwinkern.

O Besenstiel, o Besenstiel!

Humorvolle und unterhaltsame Weihnachtsgeschichten

Eine Geschichte nach der anderen reiht sich in diesem Buch ein und bietet gelungene Unterhaltung. Es sind Alltagsgeschichten, in denen sich ganz normale Probleme aber auch Ereignisse widerspiegeln. Welche Familie kennt nicht den vorweihnachtlichen Stress? Welches Kind hat nicht ganz klare Vorstellung von seinen Wünschen und von der Art, wie es feiern möchte? Daneben gibt es  Schulaufführungen, kleine Streitereien unter Geschwistern, ebenso das Zusammenrücken der Familie. Jetzt zur Weihnachtszeit sehnt man sich nach Ruhe, will aber an liebgewonnenen Traditionen festhalten. Alle diese Erwartungen und Hoffnungen machen die Adventszeit zu dem, was sie ist, wofür wir sie lieben - und manchmal auch verfluchen. Und genau das beschreibt Sabine Ludwig augenzwinkernd in ihren acht Geschichten. Es sind Geschichten für Kinder ab acht Jahren, die vorgelesen aber auch jüngeren Kindern gut gefallen. Es sind Geschichten, über die man schmunzelt, die uns ansprechen und die ganz bestimmte Emotionen in uns wecken. Es macht Spaß, im Buch zu schmökern, die eine oder andere Erzählung mehrmals zu lesen. Das ist problemlos möglich, da die Geschichten in sich abgeschlossen sind und auch nie aufeinander Bezug nehmen.
Begleitet werden sie von Sabine Rothmunds Illustrationen. Sie sind genauso lustig und charmant, wie die Erzählungen selbst. Dadurch runden sie diese perfekt ab, schmiegen sich in den Text und bieten auch etwas für das Auge.

O Besenstiel, o Besenstiel!

„O Besenstiel, O Besenstiel!“ ist ein herrlich unterhaltsames Vorlesebuch mit Weihnachtsgeschichten aus dem Alltag. Sie erzählen von Ereignissen, die einen feinen Bezug zu dem haben, was Familien in der besinnlichen und eigentlich ruhigen Zeit des Jahres mitunter erleben.  Man kann sich gut mit den Erzählungen identifizieren und selbst wenn nicht, so kann man doch über sie schmunzeln und mit Begeisterung zur nächsten Erzählung blättern.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Illustration:

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