Mücke und Agathe

Antolin Quiz
von Salah Naoura, Stefanie Jeschke (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 24. April 2017

Mücke und Agathe

Unsere Welt ist bunt und vielfältig. Sie wird es dadurch, dass wir alle sehr unterschiedlich sind. Wir haben unterschiedliche Geschmäcker und Vorlieben. Genau das bringt Farbe und Abwechslung in unser Leben. Trotzdem ist nicht alles erlaubt und manchmal reagieren die Menschen um uns herum wenig erfreut über Anderssein. Sich dann selbst treu zu bleiben, ist nicht immer leicht. Davon erzählt auch das Bilderbuch "Mücke und Agathe".

Ein Vampir und eine Kuh werden zu besten Freunden

Mücke ist ein Vampir und lebt mit seiner ganz normalen Familie in einem ganze normalen Spukschloss. Seinen Namen trägt er nicht ohne Grund, denn Mücke ist winzigklein. Eben so klein wie eine Mücke. Doch nicht nur darin unterscheidet sich Mücke von seiner normalen Familie. Denn während alle anderen beißen und Blut trinken, hat Mücke einfach keine Lust dazu. Viel lieber würde er Milch trinken. Die bekommt er von seiner Freundin Kuh Agathe. Da Vampire aber nachts unterwegs sind, während Agathe da schläft, beschließt Mücke kurzerhand, von nun an tagsüber wach zu bleiben. Das eröffnet den beiden ungeahnte Möglichkeiten und lässt sie ihre Träume verwirklichen. Klar, dass Mückes Familie zunächst nur wenig begeistert vom Verhalten ihres Sohnes ist.

Eine Geschichte über Freundschaft, Mut und Andersein

Kindern macht es selten etwas aus, wenn jemand anders ist. Sie gehen ohne Vorurteile darauf zu und akzeptieren es einfach. Erst durch uns Erwachsene, durch unser entsetztes Verhalten lernen sie, dass es eine sogenannte Norm gibt, innerhalb der man sich zu bewegen hat. Dabei wollen wir unsere Kinder doch eigentlich zu weltoffenen Menschen erziehen. Mit diesem Bilderbuch können wir ihnen zeigen, dass man anders sein darf. Ebenso hilft es Kindern die anders sind, ihren Weg zu gehen. Es macht ihnen Mut und unterstützt sie darin, sich selbst treu zu bleiben. Der Vampir Mücke steht symbolisch für alles, was anders ist. Für Menschen mit anderem Aussehen, mit anderen Ansichten und mit besonderen Träumen. An seiner Seite steht Kuh Agathe. Auch sie verhält sich nicht so, wie ihre Artgenossen es tun. Im Gegenteil. Sie hat große Träume und Mücke hilft ihr, diese zu verwirklichen. Es ist ein beschwerlicher Weg, doch am Ende sind beide glücklich und zufrieden. Sie sind stolz auf sich und erfreuen sich an ihrem Erfolg. Und Mückes Familie? Sie haben inzwischen gelernt, ihren Sohn so zu akzeptieren, wie er ist. Und genau wie sie, gibt es auch im echten Leben Menschen, die Andersartigkeit als etwas ganz normales ansehen. Als etwas, dass die Welt bunter, abwechslungsreicher und süßer werden lässt.
Die Geschichte von Mücke und Agathe ist witzig und humorvoll erzählt. Trotz des ernsten Themas gelingt es Salah Naoura, einen unbeschwerten Ton anzuschlagen, der Kinder begeistert und mitreißt. Neugierig folgen sie der Handlung, lachen und staunen. Begleitet wird die Erzählung von Stefanie Jeschkes tollen Illustrationen. Der Witz des Textes wurde in ihnen aufgegriffen und so manche Szene bringt Kinder zum Lachen. So ergänzt sich beides wunderbar und lässt ein tolles Bilderbuch entstehen.

"Mücke und Agathe" ist eine unterhaltsame und humorvolle Geschichte über einen kleinen Vampir, der lieber Milch als Blut trinkt und eine Kuh, die große Träume hat. Beide sind anders als ihre Familien, doch gerade das stärkt ihre Freundschaft und gibt ihnen Mut, ihren Weg zu gehen. Diese Botschaft kommt bei Kindern an und gibt auch ihnen den Mut, sich selbst treu zu bleiben. Selbst wenn man nicht der Norm entspricht.

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