Monty, Castor und der Findelfuchs

von Maike Harel, Betina Gotzen-Beek (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 03. April 2020

Monty, Castor und der Findelfuchs

Nicht nur draußen in Wald und Feld gibt es Tiere, auch bei uns in der Stadt leben sie. Das sind jedoch keineswegs nur Vögel und Ratten, auch Füchse, Waschbären und andere Kleintiere haben es sich in Parks gemütlich gemacht. Von ihnen erzählt uns Maike Harel in ihrem Kinderbuch „Monty, Castor und der Findelfuchs“.

Ein tierisches Stadtabenteuer

Eine dicke, weiße Schneedecke liegt über der Welt. Waschbär Monty und Biber Castor suchen mit knurrenden Mägen nach etwas Essbarem. Doch jetzt um diese Jahreszeit ist schwer Futter zu finden. Wie groß die Freude, als sie etwas Dunkles im Schnee liegen sehen. Vielleicht eine Nacktschnecke? Hungrig beißt Monty hinein - und bekommt außer einem Schreck auch eine geschmiert! Denn das schwarze Etwas ist die Nase eines kleinen Fuchsjungen, der nach dem Angreifer beißt. Halbverhungert nehmen Monty und Castor den kleinen mit in ihren Unterschlupf. Foxi, wie Monty den Findelfuchs von nun an nennt, hat seine Familie verloren und ist auf der Suche nach ihr. Darum will er so schnell wie möglich in den Stadtpark. Dort wollte seine Mama nämlich hin, weil es dort reichlich Nahrung gibt. Castor ist sofort dafür den kleinen Foxi zu begleiten, nur Monty ziert sich zunächst. Doch ihm bleibt am Ende gar nichts anderes übrig und so machen sich die drei Freunde auf den Weg. Es soll ein weiter Weg, voller Abenteuer und Gefahren werden…

Monty, Castor und der Findelfuchs

Tierischer Vorlesespaß

Maike Harel hat mit „Monty, Castor und der Findelfuchs“ ein wunderbares Kinderbuch geschrieben. Sie erzählt aber nicht einfach nur eine abenteuerliche Tiergeschichte, sie beschreibt auch, wie das Leben für Tiere in der Stadt aussieht. Lebendig wird die Geschichte vor allem durch ihre sehr unterschiedlichen Charaktere. Zunächst wäre da Waschbär Monty, der uns das Abenteuer in der Ich-Form erzählt. Er ist ein etwas mürrischer, missgelaunter Zeitgenosse, der mitunter stur und starrköpfig ist, dann aber so tut, als wäre ohnehin alles seine Idee gewesen. Trotzdem ist er ein liebenswerter Zeitgenosse, der manchmal einfach nicht aus seiner Haut kann. Macht nichts, denn solche besonderen Charaktere mit Ecken und Kanten braucht eine jede Geschichte. An seiner Seite ist Biber Monty. Der ist das ganze Gegenteil, weswegen die beiden sich auch so gut ergänzen. Monty ist ein gemütlicher Kerl, packt Gelegenheiten beim Schopf, wenn sie sich ihm bieten, und ist ein sehr hilfsbereiter Kerl. Zu guter Letzt haben wir dann noch den kleinen Findelfuchs. Dieser ist ein wenig geheimnisvoll, verrät nicht zu viel über sich und wirkt mitunter etwas kratzbürstig. Kennt man seine Geschichte, kann man dieses Verhalten aber gut verstehen. Naja, und er hält für die beiden Freunde noch eine kleine Überraschung parat. Die verraten wir aber an dieser Stelle nicht.
Diese drei sehr unterschiedlichen Figuren begeben sich also in Richtung Stadtpark. Das ist kein ungefährlicher Weg und mehr als einmal geraten sie dabei in große Gefahr. So bleibt die Spannung lange Zeit aufrecht und man fiebert bis zum Schluss mit. Zwischen all dem Abenteuer hat Autorin Maike Harel viele Botschaften und Werte eingeflochten: die Bedeutung von Freundschaft, Hilfsbereitschaft und auch Vertrauen.

Monty, Castor und der Findelfuchs

Begleitet wird die Geschichte von feinen Illustrationen. Betina Gotzen-Beek zeichnete ausgewählte Szenen der Handlung nach und lässt das Buch damit lebendiger erscheinen. Außerdem bekommen die kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer so auch etwas fürs Auge geboten, während ihnen das tierische Abenteuer vorgelesen wird.

„Monty, Castor und der Findelfuchs“ ist ein tierisches Abenteuer, in dem drei ungleiche aber sehr liebenswerte Charaktere aufeinandertreffen. Es ist eine Geschichte die von Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Flucht und Ankunft erzählt. Spannend und witzig versteht es Maike Harel, ihr junges Publikum mit diesem Abenteuer zu unterhalten.

Details

Bewertung

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