Monster-Mania

Antolin Quiz

3. Klasse
von Christoph Mauz
Rezension von Janett Cernohuby | 12. Juli 2019

Monster-Mania

Gruselgeschichten haben ihren ganz eigenen Charme. Denn sie erzählen uns von banalen Alltagssituationen, in denen plötzlich etwas Übernatürliches, Schauriges und Unheimliches passiert. Etwas, das gar nicht möglich ist, dass es eigentlich nicht gibt und das uns beim Lesen einen kalten Schauer über den Rücken laufen lässt. Ja, auch Kinder finden Gefallen an diesen Erzählungen und Christioph Mauz hat für sie drei herrlich gruslige Erzählungen in seinem Erstlesebuch „Monster-Mania“ zusammengetragen.

Von Skeletten, Zombies und Vampiren

Wer ist mutig genug, Christioph Mauz‘ Geistergeschichten zu lesen? Etwa über klappernde Skelette auf Schiffen, die in schäbigen Kapitänsuniformen um Mitternacht ihr Unwesen treiben. Wem sie begegnen, den fordern sie zum Kartenspiel heraus. Ein Spiel, bei dem es um Leben und Tod geht.
Eine andere Geschichte erzählt von Julian, der gerade mit seinen Eltern nach Wien umgezogen ist. Seine Wohnung liegt in der Nähe des Hernalser Friedhofs und so bekommt er schon in der ersten Nacht im neuen Zuhause Besuch von einem Vampir. Der möchte aber nicht sein Blut trinken, sondern braucht Julians Hilfe. Der gemeine Zombiehäuptling Schebesta treibt auf dem Friedhof sein Unwesen und verbietet den Vampirkindern das Fußballspielen. Ob Julian helfen kann?
In der letzten Geschichte lernen wir Rosi kennen, die regelmäßig mit ihren Eltern zum Walzer-Wirt geht, wo die Erwachsenen Preisschnapsen. An jenem schicksalshaften Abend ist Rosi allerdings das einzige Kind, weswegen ihr schon bald langweilig wird und sie alleine nach Hause geht. Doch das ist in dieser Vollmondnacht nicht ungefährlich, da das Finerl vom Schloss umgeht und jemandem zum Spielen sucht..

Monster-Mania

Dreimal gruseln

Christoph Mauz erzählt hier drei herrlich schaurige Gruselgeschichten für Leserinnen und Leser der 3. Klasse. Diese Geschichten sind kurz gehalten und einfach aufgebaut. Die Handlung entwickelt sich, bekommt ihren grusligen Faktor und geht zielstrebig ihrem Höhepunkt entgegen. Atmosphärisch dicht erzählt, hat Christoph Mauz die richtige Menge Grusel für seine junge Leserschaft zu gefunden. Die Geschichten sind schaurig, aber nicht übermäßig erschreckend. Sie sind kindgerecht, ohne zu kindisch zu sein. Wir begegnen in ihnen den bekanntesten Spukgestalten: Skelett, Zombie, Vampir. Das bringt Abwechslung und natürlich immer ein anderes Setting. Das zeigt sich auch im Aufbau der Geschichten selbst. Nehmen die ersten beiden noch einen guten Ausgang, behält sich die dritte ein offenes Ende. Was mag wohl mit Rosi passieren? Hier überlässt es der Autor seinem jungen Publikum, sich den Ausgang selbst auszudenken. Obwohl sich die Geschichte dadurch von den anderen beiden abhebt, ist sie aber nicht für jeden Geschmack. Vor allem, da man hier am Ende nicht vor Erleichterung aufatmen kann, sondern im Ungewissen gelassen wird.
Und wir Erwachsene dürfen uns über eine kleine Namensanspielung auf einen Charakter einer österreichischen Fernsehserie freuen.

Monster-Mania

Da es sich bei diesem Buch um ein Erstlesebuch handelt, ist es natürlich auch entsprechend gestaltet. Dazu gehören nicht nur die zahlreichen Leserätsel am Ende, die das Textverständnis noch einmal überprüfen und für Kinder immer eine willkommene Beschäftigung sind. Auch die gewählte Erstleseschrift, die Kapitelunterteilung und der hohe Bildanteil entsprechen der Altersgruppe. Auch Ingrid Aspöck hat in ihren Bilder die richtige Mischung zwischen Grusel und spielerischer Darstellung gefunden. Die Illustrationen sind gespenstisch, jagen aber Kinder keine Angst ein, so dass sich sic nicht trauen, zur nächsten Seite zu blättern.
Besonders zu erwähnen ist, dass dieses Erstlesebuch für die österreichische Leserschaft gedacht ist. Es ist nicht nur in österreichischer Fibelschrift gedruckt, sondern greift auch auf Wiener Mundart und österreichische Formulierungen zurück.

Erfahrene Erstleserinnen und Erstleser, die sich gerne gruseln und daher schaurige Geschichten bevorzugen, werden bei Christoph Mauz‘ „Monster-Mania“ ganz auf ihre Kosten kommen. Drei atmosphärisch erzählte Schauergeschichten, drei unterschiedliche Settings und vor allem drei unterschiedliche Ausgänge bringen Abwechslung und jagen einen Schauer über den Rücken. So macht Lesenlernen Spaß.

Details

Bewertung

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