Monsta

Antolin Quiz
von Dita Zipfel, Mateo Dineen (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 10. September 2018

Monsta

Viele Kinder liegen abends im Bett und fürchten sich. Sie haben Angst vor den Schatten an der Wand, die geisterhaft wirken. Sie wähnen sie in Ecken oder unter dem eigenen Bett: Monster, die nur darauf warten, hervorzuspringen um Angst und Schrecken zu verbreiten. Für all diese Kinder (aber auch für alle, die keine Angst vor Monstern haben) gibt es ein wunderbares Bilderbuch: „Monsta“.

Ein Monsta-Brief an ein unerschrockenes Kind

Monsta hat es satt. Es hat seine Koffer gepackt und geht. Warum? Weil dieses Kind, das Monsta sich extra ausgesucht hat, dem es in nächtlichen Spukaktionen Angst und Schrecken machen wollte, einfach nicht zu erschrecken ist. Kein Fünkchen Grusel steckt in diesem Kind drinnen. Und was Monsta schon alles versucht hat: Es hat seine Zähne gefeilt, an seinen Pfoten genagt, es hat mit Türen gequietscht und an der Decke gezogen. Doch nichts hilft. Das Kind schläft einfach weiter und träumt friedlich vor sich hin.
Monsta reicht es. Es ist frustriert und geht nun dorthin, wo es erwünscht ist. Wo man seine Gruseltalente noch zu schätzen weiß. Nicht aber, ohne seinem Kind einen Brief zu hinterlassen. Einen Brief, in dem er sich den ganzen Frust von der Seele schreibt.

Tragisch-komische Monstergeschichte

Ein Bilderbuch zum Schmunzeln schön - so präsentiert sich Dita Zipfels und Mateo Dineens „Monsta“. Schon beim Anblick des Titelbilds geht es nicht anders: Man muss dieses Buch einfach zur Hand nehmen und es aufschlagen. Darin präsentiert sich eine Geschichte, die einfach herzerweichend, tragisch und auch herrlich komisch ist. Wir lernen ein kleines Monster kennen, das unter dem Bett eines Kindes wohnt. In Briefform erzählt, mit kleinen Rechtschreibfehlern versehen, erfahren wir vom großen Frust eines kleinen Monsters, das es einfach nicht schafft, sein Kind zu erschrecken. Und was Monsta schon alles versucht hat. Doch absolut nichts scheint zu funktionieren. Das Kind scheint gruselfrei zu sein. Da bleibt nur eins - ausziehen.
Ist das nicht eine herrlich witzige Geschichte? Eine Idee, die einfach wunderbar umgesetzt wurde? Das Buch ist für all die Kinder, die sich abends vor den Schatten fürchten. Es ist für die, die lieber bei Licht einschlafen, aus Angst vor unheimlichen Gestalten. Dabei haben diese Gestalten noch viel mehr Angst davor, dass man sich nicht vor ihnen erschreckt. Dass man ihnen einfach die kalte Schulter zeigt. So wie das Kind im Buch.
Die Geschichte ist aber nicht nur für diejenigen, die sich vor Monstern fürchten, sondern auch für all jene, die Monster lieben und sich am liebsten Geschichten von ihnen vorlesen lassen.
Begleitet wird die tragisch-komische Geschichte von tollen Illustrationen. Wunderbar lustig, plakativ und oft aus der Perspektive Monstas gezeichnet, passen sie großartig zur Geschichte. Wir sehen, welche Bemühungen Monsta unternommen hat, wir sehen seine Freude, Hoffnung, aber auch Verzweiflung und letztendlich seinen Frust über das seltsame Kind. Und wir sehen ein kleines, trauriges Monster, das ein warmes Zuhause verlässt, in der Hoffnung, ein neues, besseres zu finden. Das Ende bleibt offen. Hier lassen die Autoren den Kindern den Raum zum Interpretieren. Findet Monsta ein neues Zuhause oder kehrt es zurück, um festzustellen, dass sein Kind auf ihn wartet? Wer weiß!

Dita Zipfel und Mateo Dineen haben mit „Monsta“ ein Bilderbuch geschrieben, das dem Betrachter ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Man kommt nicht umhin, den kleinen Kerl zu bedauern, der alles gibt, um ein Kind zu erschrecken. Ein monstamäßiger Bilderbuchspaß für die ganze Familie.

Details

Bewertung

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