Mit dem Zeppelin nach New York

von Stephan Martin Meyer, Thorwald Spangenberg (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 20. September 2016

Mit dem Zeppelin nach New York

Auch wenn wir uns, wie vermutlich in jeder Generation, am Zenit des Fortschritts wähnen, hatte jede vergangene Epoche ihre Eigenheiten, die im Laufe der Zeit beinahe vergessen wurden. Eines der „Wunderdinge“ die zu Anfang des 20. Jahrhunderts ihre Blütezeit erreichten, war der Zeppelin. „Mit dem Zeppelin nach New York“ ist ein Kinderbuch, das dem Leser nicht nur Wissen über Zeppeline, sondern auch über die tragische letzte Fahrt der Hindenburg vermitteln soll.

Eine alte Mütze auf dem Dachboden ist der Auslöser für eine lange Geschichte. Denn die Mütze hat einst Opa Werner Franz gehört, und dieser war Kabinenjunge auf der Hindenburg – dem größten Zeppelin der Welt. In der Geschichte springt man ins Jahr 1936, in dem der gerade einmal vierzehnjährige Junge eine Anstellung auf der Hindenburg bekommt. Er hat die Aufgabe, sich um die Quartiere der Crew zu kümmern, alles sauber und aufgeräumt zu halten. Dafür erfährt er gleichzeitig immer mehr über die Hindenburg, wie auch der Leser. Dazu gehören technische Daten, die Konstruktion des Luftschiffs, und die reguläre Route der Fahrt nach Rio de Janeiro, bei der sie jedes Mal über 10.000 Kilometer zurücklegt. Es wird auf die Brückenkonstruktion, die unterschiedlichen Decks, Funkraum, Steuerung und die unterschiedlichen Rollen an Bord eingegangen. Nachdem alle Details erklärt sind, wird in einer Mischung aus Sachtexten, Informationen und Comicbildern die letzte Fahrt der Hindenburg nach New York dokumentiert. Eine Fahrt, die mit einer Katastrophe endet...

Der von Stephan Martin Meyer verfasste und von Thorwald Spangenberg illustrierte Inhalt des Buchs ergänzen sich hervorragend. So gelingt es, beinahe trockene Informationen so aufzuarbeiten, dass sie auch Kinder begeistern. Denn diese verfolgen das große Abenteuer des jungen Werner Franz mit großen, gespannten Augen. Auch wenn die Geschichte kein Happy End besitzt, freuen sich die jungen Zuhörer, dass der Held der Geschichte es schafft, sich aus dem abstürzenden Zeppelin zu retten.
Die Geschichte macht nachdenklich und ein wenig wehmütig. Gewaltige Zeppeline, die auf einer Reise 10.000 Kilometer zurücklegen, gibt es heutzutage nicht mehr. Wobei man sich hier sicherlich technische Verbesserungen einfallen lassen könnte, um einen solarbetriebenen und mit Helium gefüllten Zeppelin rund um die Welt schicken zu können.
Man merkt, das Buch wurde durch die Zeppelin-Stiftung unterstützt, die damit vertraut sind, die Begeisterung für den einstmaligen König des Himmels zu entfachen. Etwas, das auch mit diesem für Kinder ab 8 Jahren angedachten Werk funktioniert.

„Mit dem Zeppelin nach New York“ ist nicht nur eine Liebeserklärung an ein beinahe ausgestorbenes Luftgefährt. Der von Stephan Martin Meyer verfasste und von Thorwald Spangenberg illustrierte Inhalt vermittelt jungen Lesern und Zuhörern nicht nur eine spannende Geschichte, sondern auch relevante Informationen über das technische Wunderwerk Zeppelin – inklusive seines Niedergangs. Informativ und schön anzusehen verdient das Buch einen Platz im Regal des Kinderzimmers.

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