Lesemaus

Max geht nicht mit Fremden mit

Antolin Quiz
von Christian Tielmann, Sabine Kraushaar (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 03. Februar 2020

Max geht nicht mit Fremden mit

Kaum ein Gedanke ist für Eltern so schrecklich, wie der, dass das eigene Kind mit einem Fremden mitgeht. Schon früh sprechen wir mit ihnen darüber, geben ihnen Ratschläge und vereinbaren bestimmte Passworte. Dennoch sind diese Situationen für Kinder nicht immer leicht vorzustellen. Da hilft manchmal ein Buch, um es ihnen verständlich näherzubringen. „Max geht nicht mit Fremden mit“ ist eine solche Geschichte.

Alleine auf dem Spielplatz

Max‘ Mutter will in der Stadt einkaufen gehen. Währenddessen will Max auf dem Spielplatz auf sie warten. Denn hier hat er seinen Freund Nico gesehen. Gemeinsam spielen sie in der Sandkiste, während Max‘ Mutter ihre letzten Einkäufe erledigt. Plötzlich fallen ein paar Tropfen vom Himmel und schon bald wird ein richtiger Regenschauer daraus. Schnell gehen alle Kinder mit ihren Eltern nach Hause - auch Nico. Nun sitzt Max ganz alleine im Regen auf dem Spielplatz. Da kommt ein Mann vorbei, der ihm anbietet, ihn nach Hause zu begleiten. Aber Max erinnert sich an die Ermahnung seiner Mutter,  niemals mit einem Fremden mitzugehen. Also lehnt er die Hilfe ab und wartet lieber weiter auf seine Mama. Die kommt auch schon bald auf den Spielplatz und gemeinsam können sie nun endlich nach Hause gehen.

Lesemaus: Max geht nicht mit Fremden mit

Bilderbuch zu einem ernsten Thema

Schon sehr früh erklären wir unseren Kindern, dass sie nicht mit Fremden mitgehen dürfen. Immer wieder erinnern wir sie daran, sagen ihnen, wie sie sich richtig verhalten sollen. Doch hören sie uns wirklich zu? Verinnerlichen sie sich unsere mahnenden Worte? Wer nicht nur belehren möchte, der findet natürlich im Kinderbuchbereich einige Titel zu genau diesem Thema. Ihre Ausrichtung ist dabei sehr unterschiedlich, die Zielgruppe jedoch immer die gleiche. Sie sprechen alle Kindergartenkinder im Alter ab drei Jahren an. Natürlich gibt es auch in der Max-Reihe von Christian Tielmann ein Buch zu eben diesem Thema.
Anhand einer ganz normalen Alltagsgeschichte greift der Autor das ernste und auch wichtige Thema „Verhalten einem Fremden gegenüber“ auf. Mit einfachen, klaren, aber keineswegs drohenden Worten erklärt er, wie aus einer ganz unverfänglichen Alltagssituation plötzlich eine brenzlige Situation werden könnte. Schön ist, dass er dabei auch eine schwierige Ausgangslage aufgreift: Der Mann, der Max helfen möchte, ist dem Jungen nicht gänzlich unbekannt. Max hat ihn schon mal gesehen und er weiß, dass er in der gleichen Straße wohnt. Dennoch bleibt er ein Fremder und Max reagiert völlig richtig, indem er die Hilfe ablehnt.
Sehr behutsam und hat Christian Tielmann auch die Erklärung für Max Reaktion mitgeliefert, ohne Kindern Angst zu machen. Das ist wichtig. Denn natürlich sollen sie wissen, dass ihnen von fremden Menschen Gefahr drohen kann. Dennoch sollte man sie nicht so weit verunsichern, dass sie plötzlich vor allen unbekannten Personen Angst haben.

Lesemaus: Max geht nicht mit Fremden mit

Allerdings muss man einräumen, dass die Geschichte einige unüberlegte Aspekte hat. Max wird von seiner Mutter allein auf dem Spielplatz gelassen, während sie einkaufen geht. Soweit so gut. Doch als es zu regnen beginnt, werden alle Kinder von ihren Eltern abgeholt, nur Max bleibt zurück. - Das ist zugegeben eine unglaubwürdige Situation. Keinem der Eltern fällt auf, dass da ein Kind alleine in der Sandkiste sitzt? Am allerwenigsten seinem Freund Nico? Keiner bietet an, zu warten, bis Max‘ Mutter zurückkommt? Das ist nicht nur für Kinder schwer vorstellbar, auch für uns Eltern, die das Buch vorlesen.
Begleitet wird das Buch von Sabine Krauhaars Illustrationen. Wenngleich die Geschichte ein ernstes Thema aufgreift, bleiben ihre Bilder positiv. Leuchtende Farben, nette Gesichter und selbst der Regen lässt die Welt nicht ganz so trüb aussehen.

Wer sein Kind nicht nur über das Verhalten Fremden gegenüber belehren möchte, sondern es mit ihm auf eine etwas lockere Art angehen möchte, der findet in „Max geht nicht mit Fremden mit“ eine gute Grundlage. Die Geschichte erzählt mit klaren und positiven Worten, wie man sich richtig verhält, wenn man von einem Erwachsenen angesprochen wird. Dabei wirkt die Geschichte trotz ihres Themas nicht bedrohlich und macht Kindern auch keine Angst. Sie hilft ihnen lediglich, ein wichtiges Thema besser zu verstehen.

Details

Bewertung

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