Kleiner Fuchs, großer Himmel

Antolin Quiz
von Brigitte Werner, Claudia Burmeister (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 25. September 2015

Kleiner Fuchs, großer Himmel

Der Tod gehört zum Leben dazu und dennoch wird er in unserer Gesellschaft zum Tabuthema erklärt. Daher fällt es uns Erwachsenen natürlich besonders schwer auf Kinderfragen zu diesem Thema zu antworten. Spätestens wenn ein Großelternteil stirbt, kommen diese Fragen. Jetzt sind Kinderbücher eine große Hilfe, um sich seinem Kind auf altersgerechte Art mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ein solches Buch ist im Verlag Freies Geistesleben erschienen und trägt den Titel "Kleiner Fuchs, großer Himmel".

Der Tod von Großvater Fuchs hat für das kleine Fuchskind viele Fragen aufgeworfen. Wo ist der Großvater jetzt? Geht es ihm dort gut? Und weiß der GroßeLiebeFuchs im Himmel, dass Großvater Fuchs nicht mehr gut zu Fuß ist, nichts Hartes mehr beißen kann und am liebsten in der Sonne liegt?
Seine Eltern beruhigen ihn und beantworten dem Fuchskind alle seine Fragen. Dennoch hat er Zweifel und spricht über diese mit den anderen Tieren des Waldes. Auch die anderen Tiere spenden ihm Trost und geben ihm darüber hinaus überraschende Antworten.

Brigitte Werner bringt mit "Kleiner Fuchs, großer Himmel" ein einfühlsames Bilderbuch heraus. Sie greift ein trauriges Thema auf, das aber von großer und existenzieller Bedeutung ist. Was bedeutet das, sterben, und wohin gehen wir dann? Geht es uns dort gut, wo wir dann sind? Das sind Fragen, auf die wir eigentlich keine Antworten kennen. Doch Kinder wollen diese Antworten und brauchen sie auch. Wir greifen auf religiöse, theologische Antworten zurück. Diese helfen Kindern, den Tod und die Vergänglichkeit zu verstehen, sie helfen aber auch uns Erwachsenen beim Abschied nehmen. An dieser Stelle mischt die Autorin noch einen weiteren, zeitgemäßen Aspekt hinein. die verschiedenen Religionen. Durch unsere zusammenwachsende Welt kommen wir auch in unserem Alltag immer mehr damit in Berührung. Das beginnt bereits im Kindergarten. So erfahren Kinder, dass es auch in anderen Religionen einen lieben Gott im Himmel gibt, der vielleicht nur einen anderen Namen trägt. Im Kinderbuch wird dies in Form der anderen "GroßenLiebenTiere" übernommen. Das kleine Fuchskind ist für einen Moment irritiert, nimmt dies dann aber wie ganz selbstverständlich an und ist am Ende überzeugt, dass es seinem Großvater im Himmel gut geht.
So gut dieser Plot ist, so überwiegend überzeugend die Umsetzung in der Geschichte erfolgt, übernimmt sich die Autorin damit auch ein wenig. Denn als zum Ende des Buches das Fuchskind all die Inputs beginnt zu verarbeiten und in eine für sich stimmige Form zu bringen, driftet die Geschichte vom Thema Trauerbewältigung ein wenig zu sehr ins theologisch-religiöse ab. Es wird inhaltlich fast zu viel, was hier verarbeitet wird. Die Konzentration auf ein Thema, Trauerbewältigung, wäre für das Gesamtbild zuträglicher gewesen.

Doch trotz dieses Kritikpunktes ist "Kleiner Fuchs, großer Himmel" ein schönes Buch zum Thema Tod und Abschiednehmen. Einfühlsam und poetisch erzählt Brigitte Werner Kindern vom großen Himmel, in den unsere Liebsten nach dem Tod gehen und von wo aus sie auf uns herabsehen. Sie hilft Eltern und Kindern, mit Trauer umzugehen und spendet Trost. Gleichzeitig gelingt es ihr wunderbar, verschiedene Religionen miteinander zu verbinden und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen. Es ist ein anspruchsvolles Bilderbuch, doch wenn Eltern bewusst damit arbeiten, können sie und ihre Kinder viel daraus mitnehmen.

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