Poesie für Kinder

Die Brück' am Tay

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von Theodor Fontane, Tobias Krejtschi (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 19. April 2020

Die Brück' am Tay

Menschen sind keine perfekten Wesen. Im Gegenteil, sie sind sogar ziemlich fehlerbehaftet. Das gilt im Umkehrschluss natürlich auch für jene Dinge, die sie erschaffen. Und das führt manchmal zu Katastrophen, über die sich wiederum Künstler Gedanken machen. Theodor Fontane hat dies in mehreren Fällen gemacht, so auch bei einem großen Zugunglück in Schottland. Unter dem Titel „Die Brück‘ am Tay“ ist nun im Kindermann Verlag ein Buch in der Reihe „Poesie für Kinder“ erschienen, das von Thomas Krejtschi illustriert wurde.

Auch Fontane kannte McBeth von William Shakespeare. Auf Basis eines Gesprächs von drei Hexen aus dem Bühnenstück setzt er auch das Gedicht in Szene. Denn diese beschließen, „den eitlen Tand, das Gebilde von Menschenhand“, zum Einsturz zu bringen. Die Illustrationen zeigen jedoch die ganze Geschichte. Sie erzählen von wartenden Menschen, einem Sturm, einem Schnellzug und einer Eisenbahn, welche die drei Kilometer lange Brücke nach Edinburgh überqueren muss. Das geschieht sowohl aus der Sicht der Hexen, bange wartender Eltern und Passagieren, die von ihrem Schicksal nichts ahnen.Auch Fontane kannte McBeth von William Shakespeare. Auf Basis eines Gesprächs von drei Hexen aus dem Bühnenstück setzt er auch das Gedicht in Szene. Denn diese beschließen, „den eitlen Tand, das Gebilde von Menschenhand“, zum Einsturz zu bringen. Die Illustrationen zeigen jedoch die ganze Geschichte. Sie erzählen von wartenden Menschen, einem Sturm, einem Schnellzug und einer Eisenbahn, welche die drei Kilometer lange Brücke nach Edinburgh überqueren muss. Das geschieht sowohl aus der Sicht der Hexen, bange wartender Eltern und Passagieren, die von ihrem Schicksal nichts ahnen.Danach wird das Gedicht noch einmal am Stück vorgestellt und es gibt auch noch Informationen zu Autor, Illustrator und auch dem realen Hintergrund des Geschehens.

Die Brück am Tay

Auch Poesie für Kinder kann bilden und zu Nachforschungen anregen. So stellt sich nach kurzer Recherche heraus, dass die Lokomotive, deren Besatzung mitsamt aller Fahrgäste in den Fluss gestürzt war, später geborgen und weiterverwendet wurde. Im Gegensatz zu den Menschen, die allesamt beim Unglück ums Leben gekommen waren, hatte die Maschine kaum Schaden davongetragen. Aus menschlicher Sicht und auch aus Sicht des Dichters Fontane war das vermutlich nicht so wichtig. Denn in seiner Erzählung geht es eben um die Fehlbarkeit des Menschen, über das gefühlte Erheben über Natur, Umwelt und Wetter, die in diesem Fall zu einem Fatalen Ende führen. Wie schon in „John Maynard“ hat er auch in „Die Brück‘ am Tay“ eine Geschichte mit wahrem Hintergrund herangezogen und diesen in einem Gedicht verarbeitet, in diesem Fall eines mit einem durchaus mythologischen Hintergedanken. Das empfohlene Alter von fünf Jahren kann allerdings in Frage gestellt werden. Einerseits sind die Hexen (unter anderem mit Pestmaske) recht gruslig dargestellt, andererseits ist es wohl schwer, die Zusammenhänge und die Gedankengänge des Dichters nachzuvollziehen. Es wäre eher einer etwas älteren Zielgruppe zu empfehlen.

Die Brück am Tay

„Die Bück‘ am Tay“ ist eine sehr künstlerische Umsetzung des gleichnamigen Gedichts von Theodor Fontane durch Illustrator Thomas Krejtschi. In dieser Form erlebt man Grusel, Hoffnung und das fatale Ende von Brücke und abstürzendem Zug. Wenn man das Buch gemeinsam mit seinen Kindern durchgeht und die Gedanken des Gedichts, beziehungsweise des Dichters, erklärt, kann das für Kinder durchaus ein Gewinn sein. Dennoch sollte man es vielleicht nicht, wie beim Verlag angegeben, schon ab fünf Jahren mit ihnen lesen. An der Qualität des Ergebnisses ändert diese Einschätzung jedoch nichts.

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