Kepler62

Kepler62: Die Reise

Antolin Quiz
von Timo Parvela, Bjørn Sortland, Pasi Pitkänen (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 06. April 2020

Kepler62: Die Reise

Mit einigermaßen realistischen Mitteln dauert die Reise zu einem Exoplaneten auch in einem Science-Fiction Roman Jahrhunderte. Aus der Reihe „Kepler62“ ist nun bei Kosmos der dritte Band erschienen. „Die Reise“ lautet der Titel desselben. Angesichts der Entfernung des Kepler-Sonnensystems ist klar, dass es sich um eine weite Reise handeln wird. Wie die jungen Protagonisten der Reihe damit umgehen, wird sich zeigen.

Für Ari und Joni geht ihre Zeit auf der Erde zu Ende. Obwohl Joni noch immer nicht ganz gesund ist, werden sie auf ihre lange Reise vorbereitet, die in Kürze starte soll. Gemeinsam mit zehn anderen Kindern und einer Aufseherin soll die lange Fahrt durchs All beginnen. Zuerst werden sie jedoch mit dem Space Shuttle Discovery auf die ISS gebracht. Erst von dort starten die drei Solarsegler in Richtung des Sternensystems, in das man alle Hoffnungen für die Zukunft der Menschheit setzt. Und doch gibt es Geheimnisse. So ist Marie schon von Anfang der Reise an im künstlichen Tiefschlaf. Etwas, das für die Strecke unbedingt notwendig ist, denn diese dauert Jahrhunderte. Die drei Solarsegler, welche die Namen Santa María, Niña und Pinta tragen, brechen gemeinsam und im Formationsflug auf. Doch als Ari nach einigen Turbulenzen in den Tiefschlaf geschickt wird, wacht er viel zu früh wieder auf. Er wird von Maria geweckt, die als einzige auf allen drei Schiffen wach ist. Und sie weckt ihn, weil sie Hilfe benötigt, um sich einer tödlichen Gefahr zu stellen.

Kepler62: Die Reise

War die Stimmung von Anfang an relativ düster, wird sie das nun eher unterschwellig. Denn es sind die Dinge, über welche sich die Protagonisten keine Gedanken machen, die den Leser nachdenklich werden lassen. Wieso werden uralte Space Shuttles verwendet? Ist den Charakteren eigentlich klar, dass alle, die sie auf der Erde jemals gekannt haben, bereits bei ihrem ersten Erwachen im Raumschiff längst tot sind? Dass das Zurücklassen von Eltern und Verwandten ein Abschied für immer ist? Das ist unklar. Man bedient sich auch einigen historischen Referenzen. Insofern kann sich jeder Leser mit Geschichtskenntnissen überlegen, welche Schiffe von den drei gestarteten Santa María, Niña und Pinta wohl bei Kepler62 ankommen. Und was dann passieren wird, steht buchstäblich in den Sternen.
Wem der Stil der ersten beiden Bände zugesagt hat und bereit ist, kein euphorisches, utopisches Werk zu lesen, beziehungsweise seine Kinder lesen zu lassen, der kann gerne auch zum dritten Band von „Kepler62“ greifen. Denn die Reihe bietet Hoffnung, inmitten einer Dystopie. Die Illustrationen sind genauso gelungen und passend wie bei den Vorgängerbänden.

Kepler62: Die Reise

„Die Reise“ lautet der Titel des dritten Bandes der Reihe „Kepler62“ von Timo Parvela und Bjørn Sortland, sowie Illustrator Pasi Pitkänen. Nun wird der Schritt gegangen, von dem es kein Zurück mehr geht. Die unendlichen Weiten des Weltalls erwarten die Protagonisten, aber natürlich nicht ohne Gefahren. Das macht den aktuellen Abschnitt zu weit mehr als nur einem Brückenband.

Details

Bewertung

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