Kepler62

Kepler62: Die Einladung

von Bjørn Sortland, Timo Parvela, Pasi Pitkänen
Rezension von Stefan Cernohuby | 31. Oktober 2019

Kepler62: Die Einladung

Dystopien sind nicht zwangsläufig nur für Erwachsene und Jugendliche möglich. Auch im Bereich Kinderliteratur kann man Geschichten erzählen, die in einer Zukunft angesiedelt sind, in der längst nicht alles gutgegangen ist. Die Kinderbuchreihe „Kepler62“ ist eine Finnisch-Norwegische Koproduktion der Autoren Timo Parvela und Bjørn Sortland. Unterstützt wurden die beiden von „Angry Birds“-Illustrator Pasi Pitkänen.

Die beiden Brüder Ari und Joni haben kein besonders tolles Leben. Ihre Mutter sollte eigentlich zuhause sein und für sie sorgen, doch irgendwann ist sie nicht nachhause gekommen. Um dem tristen Alltag zu entfliehen, spielen die beiden gerne Spiele auf ihrer alten Play Station 10. Doch das Spiel, von dem gerade jeder spricht, ist leider außerhalb ihrer Reichweite und ihres Budgets. „Kepler 62“ heißt es und es ist nur einmal spielbar. Wer im letzten Level verliert, ist ausgeschieden. Als Joni das Spiel von einer Frau geschenkt bekommt, ist Ari zuerst zutiefst misstrauisch, versucht dann aber doch alles, um es zu schaffen. Und tatsächlich gibt ihm Joni im Halbschlaf den entscheidenden Tipp, das letzte Level in absoluter Dunkelheit zu schaffen. Doch damit beginnt ihr Abenteuer eigentlich. Joni wird krank und hat offenbar einen sehr seltsamen Virus, gegen den Medikamente nur temporär helfen. Dann taucht ihre Mutter wieder auf, wirkt aber wie eine Maschine. Also planen die beiden eine Flucht – und tatsächlich werden sie von einem kleinen Jungen in einem Elektroauto gerettet. Und auch das ist nur eine Zwischenstation auf einer viel längeren Reise...

Kepler62: Die Einladung

Der Stil des Bands ist sehr eigen. Die düsteren Illustrationen, die wichtige Szenen der Handlung darstellen, sind modern und futuristisch, gleichzeitig aber immer noch kindlich und auch wie in einem nicht ganz realistischen Computerspiel designt. Das passt aber perfekt zum Hintergrund des Buchs. Schnell werden einem die beiden jungen Protagonisten sympathisch. Nicht unbedingt wegen dem, was sie tun, sondern vielmehr, weil sie immer zueinander halten. Sie sind zwar erst 10 und 13 Jahre alt, vertrauen einander aber mehr als jedem anderen. Etwas, was aufgrund der Machenschaften der Regierung eine weise Entscheidung ist. Denn offensichtlich wiegen die aktuellen Pläne, den Weg zu einem anderen Planeten zu finden, mehr als Menschenleben. Denn die stagnierende Erde scheint nur noch wenig zu bieten zu haben, weswegen der Blick in die Ferne gerichtet ist. Man darf mit Recht gespannt darauf sein, welche Bekanntschaften die beiden Brüder im zweiten Band machen und wohin ihre Reise als nächstes führt. Trotz der etwas düsteren Thematik ist das Buch spannend, unterhaltsam und auf die Zielgruppe abgestimmt.

Kepler62: Die Einladung

„Die Einladung“ ist der erste Teil der Kinderbuchreihe „Kepler62“ von Timo Parvela und Bjørn Sortland, sowie Illustrator Pasi Pitkänen. Als Leser erhält man hier eine spannende Geschichte in einer dystopischen Zukunft, zwei mutige junge Protagonisten und zur Handlung passende, stimmungsvolle und futuristische Illustrationen. Ein Buch, das trotz der Geschichte durchaus für die Zielgruppe abgestimmt ist.

Details

Bewertung

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  • Gefühl:
  • Illustration:

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