Kepler62

Kepler62: Der Countdown

von Timo Parvela, Bjørn Sortland, Pasi Pitkänen (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 08. November 2019

Kepler62: Der Countdown

Es gibt immer Menschen, die andere dafür bezahlen, dass ihre Arbeit erledigt wird. Das nennt man dann je nach Aufgabe Angestelltenverhältnis, Söldner oder Bestechung. Dass dies aber bei Kindern passiert, ist eher die Ausnahme als die Regel. Im zweiten Band der Reihe „Kepler62“, der den Untertitel „Der Countdown“ trägt, erzählen Timo Parvela und Bjørn Sortland von einem Mädchen, das viel Geld hat. Und Waffen.

Marie, die 14jährige Tochter eines ultrareichen Waffenfabrikanten, ist ebenfalls vom Spiel Kepler62 fasziniert. Doch sie ist nicht diejenige, die selbst spielt, obwohl sie gerne mit Waffen aller Art schießt. Sie lässt lieber die Gaming-Profis heran und bezahlt drei von ihnen dafür, das Spiel durchzuschaffen und ihr das Ergebnis zuzutragen. Und tatsächlich erhält sie von Halfman-Halfbiscuit05, dessen Name sie nicht einmal kennt, eine persönliche Nachricht. Man will sie kontaktieren. Und das passiert über einen Briefumschlag mit Koordinaten und einem Passwort. Koordinaten, die zu Area51 führen. Dank des Passworts dürfen sie unbehelligt landen. Marie kommt dem größten Geheimnis der Menschheit sehr nahe und trifft dort die Ärztin und Leutnantin Olivia Colin, die sie und die anderen anwesenden Kinder ausbildet. Sie lernt dort auch den greisen Initiator General Livingston und die beiden Brüder Ari und Joni kennen. Und obwohl Marie ihrer großen Leidenschaft, dem Schießen, frönen darf, fragt sie sich doch dasselbe, was sich jeder in Area51 fragt: Wo sind die Außerirdischen?

Kepler62: Der Countdown

Im Vergleich zum ersten Band legt „Der Countdown“ hinsichtlich einer düstereren Ausrichtung noch eine Schaufel nach. Mit Marie erhält man auch keine strahlende oder besonders mutige Heldin. Im Gegenteil, sie ist ein Mädchen, das gewohnt ist, dass alles nach ihrem Willen geht. Geld und Waffen haben bisher ihr Leben dominiert. So hat man das Gefühl, dass viele der riskanten Aktionen, die sie unternimmt, in Wahrheit nur deshalb passieren, weil sie einfach nicht glauben kann, dass man sich ihr in den Weg stellt. Im Laufe der Handlung erhält sie den einen oder anderen Dämpfer, man fragt sich als Leser aber doch, was ein derartiger Charakter auf einem fremden Planeten tun soll. Denn das einzige, worin Marie wirklich gut ist, ist der Umgang mit Feuerwaffen. Die Illustrationen von Pasi Pitkänen sind genau daran angepasst. Noch eine Spur düsterer und geheimnisvoller, begleiten sie Leser und Charaktere tiefer hinein in Area51. Da ist es sicher kein Zufall, dass die angeblich so gefährlichen und Außerirdischen eher einen Lichtblick darstellen als die Soldaten, mit denen die Protagonistin zu tun hat – ganz zu schweigen von ihrem eigenen Vater.

Kepler62: Der Countdown

„Der Countdown“ ist der zweite Band der Kinderbuchreihe „Kepler62“. Mit einer alles andere als sympathischen Protagonistin, düsteren Illustrationen und unklaren Hintergründen ist das Werk vielleicht eher im oberen Bereich der mit 10 bis 15 angegebenen Altersklasse für die Leser. Zwar wird im Buch kein Blut vergossen, aber es fühlt sich doch nicht so, als wäre es sonderlich weit bis zum Ausbruch der Gewalt. Das Buch ist zwar gelungen, aber wohl nicht für alle Jungleser gleich gut geeignet.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Illustration:

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