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Ich will aber nicht schlafen!, sagt der Igel

Antolin Quiz
von Stephanie Polák, Barbara Korthues (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 12. Oktober 2020

Ich will aber nicht schlafen!, sagt der Igel

Es gibt viele Gute-Nacht-Geschichten, die von kleinen Tierkindern erzählen, die nicht schlafen wollen und von sich behaupten, auch gar nicht müde zu sein. Meistens drehen sich diese Geschichten um das tägliche Einschlafritual. Etwas anders verhält es sich bei Stephanie Polák, deren kleine Hauptfigur vor einem langen Winterschlaf steht.

Wenn wachbleiben viel spannender ist

Leise fallen die ersten Schneeflocken vom Himmel. Während sich die Tierkinder riesig darüber freuen und sich zum Rodeln, Skifahren und Eishockeyspielen verabreden, sitzt der kleine Igel betrübt da. Wie gerne würde er mit seinen Freunden zusammen all die lustigen Winteraktivitäten machen. Doch er kann nicht, denn Familie Igel wird in den nächsten Monaten ihren Winterschlaf halten. Der kleine Igel ist so betrübt, dass auch das angekündigte Frühlingsfest seiner Mama ihn nicht richtig zu trösten vermag. Müde und mit vollem Bauch legt sich der kleine Igel in sein kuscheliges Bettchen. Als er wieder aufwacht, kommt ihm der Winterschlaf sehr kurz vor. Doch es ist tatsächlich Frühling: Draußen lacht die Sonne und es duftet nach frischem Gras und Blumenknospen. Sofort rennt der kleine Igel hinaus, wo seine Freunde schon auf ihn warten. Eifrig erzählen sie ihm vom Winter und haben sogar eine tolle Überraschung für ihn vorbereitet…

Ich will aber nicht schlafen!, sagt der Igel

Charmante und vielschichte Gute-Nacht-Geschichte

Stephanie Polák erzählt im vorliegenden Bilderbuch eine charmante und zauberhafte Gute-Nacht-Geschichte für Kinder ab drei Jahren. Doch es geht in ihr nicht nur um das Einschlafen, um die klassischen Reaktionen von Kindern, die behaupten, noch gar nicht müde zu sein. Daneben fließt noch mehr ein. Ganz offensichtlich das Thema Winterschlaf, aber unterschwellig auch der Verzicht auf etwas und der Trost darüber. Denn der kleine Igel will nicht etwa munter bleiben, weil er sich nicht müde fühlt. Das sagt er zu keinem Zeitpunkt, wir erfahren sogar, dass er die Augen kaum noch offen halten kann. Nein, der kleine Igel möchte nicht schlafen, weil er dann all den Winterspaß verpasst. Traurig und wehmütig beobachtet er, wie sich alle anderen Tierkinder verabreden, nur er ist ausgeschlossen. Das versprochene Trostpflaster vermag ihn zunächst nicht glücklich zu stimmen. Diese Situation berührt und wir fühlen mit dem kleinen Igel mit. Umso schöner ist es, als er dann im Frühling von seinen Freunden überrascht wird, die ihm ein Stück Winterspaß vorbereitet haben. Außerdem erfährt der kleine Igel, dass nicht jeder Spaß hatte, sondern kleine Unfälle und Missgeschicke auf dem Programm standen.
Um all das schuf Stephanie Polák eine stimmungsvolle und charmante Bilderbuchgeschichte. Kinder lassen sich sofort auf diese ein, tauchen in die Waldszenerie ein und fühlen mit dem kleinen Igel mit. Mit Neugier und Spannung verfolgen sie die Handlung, die auch stark von den Bildern getragen wird. Großflächig und liebevoll gezeichnet, zeigen sie die Welt des kleinen Igels, seines Zuhauses und seiner Freunde. Stimmungsvoll hat Barbara Korthues den beginnenden Winter eingefangen, wenn der erste Schnee das letzte Laub bedeckt. Ebenso den Frühling, wenn die ersten Sonnenstrahlen ihn begrüßen. Das Buch endet zudem mit einem kurzen Sachtext, in dem der Winterschlaf der Igel noch einmal behandelt wird.

Ich will aber nicht schlafen!, sagt der Igel

„Ich will aber nicht schlafen!, sagt der Igel“ ist ein charmantes und stimmungsvolles Bilderbuch, das von einem kleinen Igel erzählt, der viel lieber mit seinen Freunden den Winter erleben, als mit seiner Familie Winterschlaf halten würde. Rührend erzählt Stephanie Polák diese Geschichte, die von Barbara Korthues Bildern perfekt abgerundet wird. Ein tolles Vorleseerlebnis, nicht nur zum Einschlafen, sondern auch für gemütliche Lesemomente.

Details

Bewertung

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