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Lesezug - 2. Klasse

Hexenkraut und Spinnenbein - Hexe will Prinzessin sein!

Antolin Quiz
von Christine Auer, Dorothea Tust (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 19. April 2017

Hexenkraut und Spinnenbein - Hexe will Prinzessin sein!

Lernt man einen Nachwuchsautor kennen, dessen erste Textbeispiele vielversprechend klingen und neugierig machen, dann ist man auf dessen erstes Werk natürlich besonders gespannt. Ähnlich ging es uns mit der österreichischen Autorin Christine Auer. Die DIXI-Preisträgerin hat mit ihrem damaligen Siegertext nicht nur die Jury begeistert. Daherwar die Freude natürlich groß, ein erstes Kinderbuch von ihr lesen zu dürfen: "Hexenkraut und Spinnenbein - Hexe will Prinzessin sein!".

Wie wird aus einer Hexe eine Prinzessin?

Hexe Isadora Wipfelzipf staunt nicht schlecht, als vor dem alten Nachbarschloss eine goldene Kutsche mit weißen Pferden vorfährt. Eine sehr edel aussehende Prinzessin steigt aus und zieht in das Schloss ein. Hexe Wipfelzipf wird ganz neidisch. Wie gerne würde auch sie in hübschen Kleidern umherspazieren, im Garten sitzen und Schokoladenkuchen essen. Diener müssten ihr alles bringen und ihr Haar würde wunderschön glänzen. Kurzerhand beschließt Hexe Wipfelzipf, aus ihrem Vorhang ein Rüschenkleid zu nähen und von nun an nur noch vornehm zu sprechen. Allerdings merkt sie schnell, dass im Wald ein Rüschenkleid eher hinderlich, als hilfreich ist. Und sie erkennt noch etwas Wichtiges.

Warum man mit dem glücklich sein sollte, was man hat

"Hexenkraut und Spinnenbein - Hexe will Prinzessin sein!" ist eine wunderschöne, lustige und unterhaltsame Kindergeschichte für Erstleser der zweiten Schulstufe. Kinder treffen in ihr auf eine lustige und vor allem sympathische Protagonistin und ein weises, kluges Tier. Hexe Isadora Wipfelzipf lebt in der Nähe eines Waldes und kümmert sich um die Tiere und Pflanzen darin. Sie hat viele Aufgaben, denen sie tagtäglich nachgehen muss. Isadora Wipfelzipf ist keine kindische, tollpatschige Hexe, der ständig etwas misslingt. Nein, sie beherrscht im Großen und Ganzen ihr Handwerk. Ihr zur Seite steht der kluge Rabe Kasimir, der nicht nur mit Rat zur Stelle steht. Bisher war Hexe Wipfelzipf immer zufrieden mit ihrem Leben, doch nun hat sie etwas Neues kennengelernt. In ihre Gegend ist eine Prinzessin mit wunderschönen Kleidern eingezogen. Wie das dann so ist, wünscht sich Hexe Wipfelzipf nun nichts sehnlicher, als auch eine Prinzessin zu sein. Dabei hat sie gar keine Ahnung welche Aufgaben einer Prinzessin hat. Rabe Kasimir versucht sie zwar zur Vernunft zu bringen, doch letztendlich muss Hexe Wipfelzipf ihre Erfahrung selbst machen. Und das tut sie. Nach und nach merkt sie, wie langweilig und eintönig doch das Leben einer Prinzessin ist. Nichts im Vergleich zu den Abenteuern, die sie täglich im Wald erlebt. So kommt Hexe Wipfelzipf letztendlich zu dem Schluss, dass sie doch mit keiner Prinzessin der Welt tauschen möchte. Ihr Leben ist toll, so wie es ist.
Diese wertvolle Botschaft bringt Christine Auer in dieser Geschichte mit. Welches Kind hat nicht schon einmal etwas gewollt, was eine Freundin oder ein Freund hatte. Doch macht einen das wirklich immer glücklicher oder bildet man sich das vielleicht nur ein? Unterschwellig und ohne erhobenen Zeigefinger führt ihnen Christine Auer genau das vor Augen.
Neben der Unterhaltung steht aber auch Leseförderung bei diesem Buch auf dem Programm. Dabei spricht das Buch vor allem Kinder in Österreich an. In österreichischer Erstleseschrift gedruckt, will es sie zum Lesen einladen und motivieren. Viele Illustrationen lockern den Lesefluss auf. Zudem ist die Geschichte in mehrere, gleich lange Kapitel unterteilt. Doch nicht nur für die Lesekompetenz wird etwas getan, sondern auch für das sinnerfassende Lesen. Am Ende des Buchs gibt es einige Rätsel mit direktem Bezug zu dem zuvor gelesenen. An ihnen können Kinder beweisen, was sie verstanden haben und welche Textstellen sie vielleicht noch einmal lesen sollten.

"Hexenkraut und Spinnenbein - Hexe will Prinzessin sein!" ist ein witziges, unterhaltsames und tolles Erstlesebuch von Christine Auer. Die Autorin weiß, worüber Kinder gerne lesen möchten und begeistert sie mit ihrer Erzählung. Zudem kann sie sich auf ihre Lesebedürfnisse einlassen und versteht es, altersgerecht zu schreiben. Die zusätzlichen, für diese Reihe typischen gestalterischen Elemente machen dieses Buch gerade für Zweitklässler interessant und lesenswert.

Details

Bewertung

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