Gute Nacht, Bummelbär

Antolin Quiz
von Henrike Lippa, Julia Gerigk (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 25. Januar 2016

Gute Nacht, Bummelbär

Eine Gute-Nacht-Geschichte für die Kleinen sollte liebenswerte Charaktere haben und idealerweise einen Bezug zum Einschlafen. Wenn nicht, sollte sie Kinder zumindest zum Träumen anregen und sie nicht aufwühlen. Henrike Lippa und Julia Gerigk gelang es, diese drei Elemente in einem zauberhaften Bilderbuch zu vereinen: "Gute Nacht, Bummelbär".

Es ist Nacht geworden im Wald und die Sterne leuchten am Himmel. Die Tiere haben sich bereits in ihre Betten begeben, nur der kleine Bummelbär schläft noch nicht. Er tapst durch den Wald und schaut sich die funkelnden Sterne am Himmel an. Langsam geht er weiter, vergisst dabei aber auf den Weg zu achten. Er stolpert über Steine, tritt auf Zweige und rutscht polternd den Hügel hinunter. Mit seiner Tollpatschigkeit weckt er dabei Reh, Igel, Hase und Schnecke. Doch irgendwann schläft auch der Bummelbär müde unter dem Sternenhimmel ein.

Manchmal passiert einem ein Missgeschick nach dem anderen, ohne dass man viel dazu beiträgt. So geht es auch dem Bummelbären in diesem Bilderbuch. Ganz leise und vorsichtig versucht er durch den Wald zu gehen, ohne dabei  Lärm zu machen. Doch es passiert es einfach: Da fällt ohne Vorwarnung und eigenem Zutun polternd ein Tannenzapfen vom Baum; da knackt ein Zweig am Waldboden. Doch zum Glück schlafen die aufgeschreckten Tiere alle gleich wieder ein - und irgendwann auch der Bummelbär.
Warum er Bummelbär heißt? Das kommt so genau in der Geschichte nicht herüber. Vielleicht weil er mit dem Zubettgehen später dran ist als die anderen und noch ein bisschen herumtrödelt? Kindern ist es auf jeden Fall egal, sie lauschen der Geschichte und machen ganz große Augen, wenn wieder ein krachendes oder knackendes Geräusch durch den nächtlichen Wald schallt.
Die Geschichte ist zauberhaft geschrieben. Auch gibt es in ihr eine spezielle textliche Wiederholung, die Kinder dazu anregt, bald selbst mitzusprechen. Damit es etwas besser gelingt und dem Buch zudem noch etwas Besonderes verleiht, ist diese Stelle in Reimform verfasst. Dazwischen beschreibt Autorin Henrike Lippa mit wenigen Worten die Szenen wunderbar bildlich. Kinder wissen sofort, was los ist und ein wissendes Schmunzeln legt sich auf ihre Gesichter. Doch trotz dem abendlichen Spaziergang des Bären ist die Geschichte keineswegs aufreibend. Im Gegenteil. Sie ist ein toller Ausklang zur Guten Nacht, um vom Tag abzuschalten und sich auf die Nachtzeit einzustimmen.
Illustriert wurde das Buch von Julia Gerigk. Mit plakativen Zeichnungen hat sie die nächtliche Stimmung des Waldes wunderbar eingefangen. Lebendige Farben, die nur wegen der sich herabsenkenden Nacht nicht mehr leuchten und schillern, begleiten Kinder und Bummelbär bei ihrem Spaziergang durch den Wald. Auf viele Details wurde bei den Bildern verzichtet, um so den Bären und die anderen Tiere deutlicher in den Mittelpunkt zu setzen. Die Tiergesichter haben einen kindlich-liebenswerten Gesichtsausdruck, der mal staunend, mal überrascht, mal schuldbewusst oder schlafend ist.
Text und Illustration ergänzen sich ganz wunderbar und vereinen sich zu einem bezaubernden Bilderbuch.

Zusammengefasst ist "Gute Nacht, Bummelbär" eine wunderschöne Gute-Nacht-Geschichte für Kinder ab drei Jahren. Sie nimmt uns mit auf einen abendlichen Spaziergang unterm Sternenzelt. Dabei lädt sie zum Träumen ein und stimmt auf auch die Nacht ein.

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