Geld zu verkaufen!

Antolin Quiz
von Lorenz Pauli, Claudia de Weck (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 18. April 2017

Geld zu verkaufen!

Geld ist ein abstraktes Thema, das gerade für Kinder schwer zu begreifen ist. Woher kommen die Münzen und Scheine, die Mama und Papa im Portemonnaie haben? Wieso bekommt man dafür in Geschäften Waren? Und warum haben Mama und Papa für bestimmte Dinge kein Geld? Das Bilderbuch "Geld zu verkaufen!" von Lorenz Pauli und Claudia de Weck versucht dieses abstrakte Thema auf kindgerechte Art zu erklären.

Vom Geld verdienen und ausgeben

Milan beobachtet Alma, wie sie im Baum aus Treibholzbrettern ein Baumhaus baut. Sofort möchte auch er ein Baumhaus. Seine Mutter kauft ihm einen Bausatz und sofort macht sich Milan an die Arbeit. Während er noch sein Werkzeug holt, stibitzt sich Alma frech einige Bretter. Das geht gar nicht, findet Milan und sagt Alma, dass sie sich gefälligst eigene Bretter kaufen soll. Doch Alma hat kein Geld dafür. Da bietet Milan ihr an, dass er ihr Geld bezahlt, wenn sie ihm beim Aufbau seines Holzhauses hilft. Alma ist einverstanden und bekommt am Ende ihren "Lohn". Gleichzeitig bietet Milan ihr sein altes Kaspertheater an - natürlich für Geld. Zudem hilft ihr nun Milan beim Bau ihres Baumhauses. Und so beginnt ein kindliches Spiel um Geld verdienen, Geld ausgeben und Geld sparen.

Geld leicht und kindgerecht erklärt

Was sich zunächst vielleicht wenig spannend anhört, entpuppt sich jedoch als unterhaltsame und lehrreiche Geschichte für Kinder zwischen vier und acht Jahren. Geld ist etwas, mit dem Eltern täglich Umgang haben, das regelmäßig gegen Lebensmittel, Kleidung und andere Dinge eingetauscht wird. Doch was hat es mit dieser beschränkten Ressource wirklich auf sich?
Lorenz Pauli erzählt mit einfachen, klaren Worten eine Geschichte über das Verdienen, Sparen und Ausgeben von Geld. Zugegeben, der Einstieg ist etwas holprig und wirkt aufgesetzt, doch nach einer Weile nimmt die Handlung Fahrt auf und wird zur lustigen Kindergeschichte. Da wird verhandelt und gefeilscht, Geld gespart und ausgegeben. Anhand der beiden Kinder Alma und Milan und ihrem gemeinsamen Bau der Häuser erfahren Kinder auf bildliche und stark vereinfachte Weise die Funktion des Geldkreislaufs. So kann man Kindern ein erstes Verständnis für Geld und den Wert von Dingen vermittelt. Eine äußerst witzige Szene erklärt, warum Geld nur begrenzt vorhanden ist und man es nicht einfach selbst herstellen kann.
Die beiden Kinder haben in der Geschichte unterschiedliche Rollen. Alma ist zunächst die naive, unwissende Figur. Sie nimmt sich, was sie gerade braucht. Für sie ist klar, wenn einer wenig hat und der andere viel, kann der ruhig etwas abgeben. Dass es aber so nicht funktioniert, erklärt ihr Milan. Dieser scheint diesbezüglich schon mehr zu wissen und gibt dieses Wissen an Alma weiter. Nun sind sie auf einem Wissenstand, müssen aber trotzdem noch einiges über Geld lernen. Das tun sie auch gemeinsam und anhand von praktischen Beispielen.
Kinder können sich sehr gut in beide Charaktere hineinversetzen, ebenso in deren Handlungen im Laufe des Buches. Denn hier geht es nicht um riesengroße Anschaffungen oder über die Bedeutung von Banken, sondern um den Kauf von Limonade und einer Strickleiter für das Baumhaus. Damit bleiben die Geschichte und vor allem das Thema für Kinder nachvollziehbar und verständlich. Sie werden nach der Lektüre des Buchs zwar noch immer Fragen haben, doch die Basis für weitere Gespräche über Geld und dessen Bedeutung ist gelegt und kann von Eltern aber auch Pädagogen und Lehrern nun vertieft werden.

"Geld zu verkaufen!" ist ein starkes Kinderbuch, das ein wichtiges Thema auf leichte Art aufgreift. Mit einer unterhaltsamen, eingangs vielleicht etwas holprigen Geschichte wird vereinfacht der Geldkreislauf erklärt. Mit Szenen aus dem Kinderalltag wird dies anschaulich dargestellt, so dass Kinder dem Thema nicht nur inhaltlich folgen können, sondern sich auch eigene Gedanken zum Thema Geld und Taschengeld machen können.

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