Faulpelzchen

von Peter Abraham, Harri Parschau (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 01. September 2016

Faulpelzchen

Fleiß ist eine Tugend, die Kindern immer wieder ans Herz gelegt wird. Ohne Fleiß kann man sich seine Wünsche nicht erfüllen und sie werden stattdessen immer Träume bleiben. Der erfolgreiche deutsche Schriftsteller Peter Abraham griff dieses Thema bereits 1963 in einem Bilderbuch auf, das nun im leiv Verlag wieder neu aufgelegt wurde: "Faulpelzchen".

Faulpelzchen ist ein kleiner Junge. Er hat zu nichts richtig Lust, sondern ist im Gegenteil richtig faul. Morgens kommt er nicht aus dem Bett und zum Frühstücken hat er auch keine richtige Lust. Auf dem Weg zur Schule lässt er sich gerne ablenken und beginnt zu bummeln. Doch an diesem Tag soll sich Faulpelzchen ändern. Denn heute findet es der Straßenbahnfahrer lustiger, auf dem Dach als in seiner Bahn zu sitzen. Der Bäcker übt viel lieber eine Zirkusnummer, anstatt zu backen. Und der Briefträger hat heute keine Lust, Faulpelzchen das Paket seiner Oma zu bringen, sondern genießt lieber die Sonne im Park. Da erkennt Faulpelzchen, dass Faulheit überhaupt nicht gut ist, sondern sogar alles zum erliegen bringt.

Wenngleich "Faulpelzchen" ein altes Kinderbuch ist - immerhin war seine Erstveröffentlichung bereits 1963 - so behandelt es ein zeitloses Thema. Es geht um Faulheit und was passieren würde, wenn alle Menschen plötzlich nur noch ihren Interessen und Lieblingsbeschäftigungen nachgehen würden. Mit einem Augenzwinkern erzählt Peter Abraham jungen Lesern, warum Faulheit nicht erstrebenswert ist. Der Protagonist der Geschichte, der bisher lieber auf der faulen Haut lag, als sich durch Fleiß auszuzeichnen, muss auf bittere Art seine Lektion lernen. Alle die ihn sonst bedienten lassen sich von seiner Faulheit anstecken und legen lieber die Füße hoch, als dass sie ihrer Arbeit nachgehen. Besonders schlimm ist es dann, als der Briefträger dem Jungen zeigt, dass seine Faulheit ihm sogar im Weg steht, das Paket seiner Großmutter mit den Naschereien zu finden. Das führt bei Faulpelzchen natürlich zu einem Umdenken.
Die Geschichte fesselt Kinder und lässt sie gebannt lauschen. Peter Abraham erzählt sie mit einer einfachen, klaren und direkten Sprache. So erreicht er seine Leser und vermittelt die Botschaft ohne versteckte Andeutungen.
Begleitet wird die Geschichte von witzigen Illustrationen von Harri Parschau. Seine Bilder sind sehr ausdrucksstark und erzählen die Handlung ohne übermäßig viele Details in den einzelnen Szenen nach. Er beschränkte sich bei seinen Bildern auf das Wesentliche, stellte nur das dar, worum es im jeweiligen Abschnitt ging. Das dafür auf sehr witzige Weise. So ergänzen die Illustrationen den Text wunderbar und runden ihn ab.

"Faulpelzchen" ist ein witziges und unterhaltsames Bilderbuch für Kinder ab fünf Jahren. Obwohl es bereits ein Klassiker ist, beinhaltet es ein nach wie vor aktuelles Thema. Es ist originell erzählt und mit humorvollen Illustrationen gezeichnet. Mit dem Buch sind viele Kinder aufgewachsen und Kinder werden das auch weiter tun.

Details

Bewertung

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