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Es war 1001 Mal...Märchenreisen durch Leben und Welt

von Margarete Wenzel, Anita Ortner (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 30. März 2016

Es war 1001 Mal...Märchenreisen durch Leben und Welt

Märchen sind so alt wie die Menschheit selbst. Seit jeher wurden sie mündlich überliefert und weitergegeben und auch heute ist dies noch ihre natürliche Form. Im deutschsprachigen Raum verbindet man mit Märchen meist die Brüder Grimm. Jedoch gibt es zahlreiche weitere Märchenerzähler  aus den unterschiedlichsten Ländern. Die bekannte Märchenerzählerin Margarete Wenzel sammelt diese Märchen und hat für uns einen kleinen Teil in Buchform gebracht. Begleiten wir sie in "Es war 1001 Mal" auf einer märchenhaften Reise um die Welt.

Ihre liebsten und wertvollsten Märchen hat Margarete Wenzel in diesem Buch zusammengetragen. Sie hat diese selbst schon viele hundert Male vorgetragen. Für das Buch hat sie ihre Märchen in fünf Themen unterteilt. Es geht um das Wunder des Erzählens, um das tägliche Brot, was einen satt macht und überleben lässt. Ebenso ist Gevatter Tod Teil vieler Märchen, wie sie auch von den verschiedenen Lebenswegen erzählen, auf denen Menschen wandeln. Und in so manchen Märchen haben sich dumme Menschen als weise herausgestellt und Weise sich lieber dumm gestellt.

"Es war 1001 Mal" ist nicht nur eine beliebige Zusammentragung irgendwelcher Märchen aus aller Welt. Es ist die liebevolle Zusammenstellung besonderer Geschichten und Überlieferungen. Überlieferungen, welche die Autorin in Büchern gefunden oder auf Seminaren gehört hat. Sie sind ihr im Gedächtnis geblieben und sie hat sie schon viele Male selbst mündlich vorgetragen. Nun hat Margarete Wenzel diese Erzählungen in einem Märchenbuch für uns vereint. Einem Medium, das eigentlich eine starre Form hat und eine Geschichte nur auf eine Art wiedergeben kann, während die Autorin selbst sie jedes Mal anders erzählt. Der Spagat dazwischen gelang Margarete Wenzel und so floss viel von ihrer Art mit ein. Wer sie einmal hat erzählen sehen, der wird sie in jedem einzelnen Märchen dieses Buches wiedererkennen und obendrein das Gefühl haben, sie direkt neben sich stehen zu haben. Das Buch ist wie erwähnt in mehrere Teile gegliedert. Hierbei handelt es sich nicht nur um Überschriften, die Märchen greifen tatsächlich das jeweilige Thema auf. Sie berichten, wie mit List, Schläue und Köpfchen so mancher sein Schicksal zu nutzen wusste und sein Glück machte. Sie erzählen aber auch über die Unvorsichtigkeit und Nachlässigkeit von Menschen. Da sie aus aller Welt stammen, präsentieren sie sich stets anders. Man erkennt ihre Herkunft ganz deutlich - ob sie aus Japan stammen oder aus China; aus dem mitteleuropäischen Raum oder aus mediterranen Gefilden. Sie spielen vor anderen Kulissen, mit anderen Charakterzügen der Menschen und anderen Kulturen. Wir besuchen Könige und Zigeuner, Kaiser und Bauern, Perser und Samurai. Die Geschichten sind vielseitig, bunt und lebendig. Auch sind sie einander keineswegs ähnlich. Diese Mischung macht das Buch einzigartig und bunt.
Begleitet werden die Märchen von farbenfrohen Illustrationen. Diese stammen von Anita Ortner und sind ebenso außergewöhnlich wie die Geschichten. Sie weisen traditionelle Elemente auf, sind aber von ihrer Zeichenart sehr modern. Dennoch wird nicht jedem dieser moderne Stil gefallen und sich mancher wohl eher klassische Illustrationen wünschen. Andererseits ist es genau diese Mischung, welche die Illustrationen zu etwas Neuem machen.

"Es war 1001 Mal" ist ein neues und gleichzeitig altes Märchenbuch. Es enthält viele noch nicht bekannte Geschichten, die schon alt sind und von anderen Erzählern weitergegeben wurden. Es war ein langer Weg, die mündlichen Erzählungen von Margarete Wenzel in schriftliche Form zu bringen. Doch an seinem Ende steht nun ein Buch, das verzaubert und auf eine märchenhafte Reise durch die Welt und das Leben einlädt. Eine Reise, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

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