Emma ist eben doch ein Glückskind

von SaBine Büchner (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 31. März 2017

Emma ist eben doch ein Glückskind

Erste Kinderfreundschaften sind etwas besonders. Man hütet Geheimnisse, teilt glückliche Momente miteinander, verbringt viel Zeit zusammen und ist einfach nur fröhlich. Doch manchmal ziehen Schatten über einer Freundschaft auf und bringen schlechte Stimmung mit sich. Genau davon erzählt Sigrid Zeevaert in ihrem warmherzigen Kinderbuch "Emma ist eben doch ein Glückskind".

Das Glückskind Emma

Emma und Paul sind die besten Freunde und gehen in die gleiche Klasse. Wenn sie zusammen sind, gelingt ihnen alles. Sie bekommen Lollis geschenkt, weil sie nett zum Hund im Park sind. Paul ruft rechtzeitig "Stopp", wenn Emma beim Rückwärtsgehen auf ein Hindernis zugeht. Und Wuschel, Emmas Hund, führen sie beide immer zusammen aus. Paul hätte auch gerne einen Hund, doch leider bekommt er keinen. Emma ist richtig glücklich, einen Freund wie Paul zu haben. Doch dann hört sie, wie die Jungs aus ihrer Klasse sich unterhalten und sagen, dass Mädchen doof sind. Auch Paul. Emma ist tief verletzt und will nichts mehr mit Paul zu tun haben. Doch mit der verlorenen Freundschaft scheint auch das Glück verloren zu sein. Denn irgendwie will Emma nun nichts mehr gelingen.

Eine starke Geschichte über Freundschaft

Sigrid Zeevaert verfasst mit "Emma ist eben doch ein Glückskind" eine warmherzige und rührende Freundschaftsgeschichte. Wir begegnen im Buch zwei Kindern im Grundschulalter, vermutlich in der ersten Klasse. Zwischen ihnen herrscht eine innige Freundschaft. Sie verbringen viel Zeit miteinander - und das in einem Alter, in dem Jungs und Mädchen einander meistens doof finden. Doch nicht so bei den beiden. Zumindest so lange, bis Emma das Gespräch zwischen Paul und seinen Freunden belauscht.
Sigrid Zeevaert beschreibt hier eine Freundschaft, wie es sie manchmal zwischen Jungs und Mädchen gibt. Sie lässt sich ganz auf die kindliche Gefühlswelt ein, erzählt die Geschichte mit den Augen eines sechs- oder siebenjährigen Mädchens. Dadurch können die jungen Leser sofort in die Handlung eintauchen und sich mit der Protagonistin identifizieren. Sie verstehen ihre Freude und ihr Glücksgefühl, aber auch die Wut über Paul und die darauf folgende Traurigkeit. Emma ist ein taffes und starkes Mädchen, das weiß was es will und was es nicht will. Sie lässt sich nicht so leicht beeinflussen und lässt ihr Gegenüber auch schon einmal auf eine Antwort warten, selbst wenn sie die Frage für sich schon beantwortet hat. Doch sie hat recht mit ihrem Verhalten. Man sollte nicht immer gleich springen, sondern den anderenmanchmal auch herausfordern.
Die Geschichte ist sehr geradlinig und mit einer wunderschönen, kindgerechten Sprache erzählt. Einfache Sätze überzeugen und fangen die Aufmerksamkeit der Leser ein. Das Buch eignet sich wunderbar als Vorlesebuch, aber auch zum Selberlesen. Damit für diesen Fall der Textfluss etwas aufgelockert ist, begleiten viele Bilder das Buch. Diese stammen von Sabine Büchner und sind ganz an den sprachlichen Stil angepasst. Ebenso herzlich und vor allem kindlich zeigen sie Emma und wie sie durch den Kinderalltag geht. Man kann Glück und Freude, Traurigkeit und Wehmut auf den Gesichtern ablesen. Damit unterstreichen sie den erzählten Text wunderbar und runden das Buch ab.

"Emma ist eben doch ein Glückskind" ist ein wunderschönes, einfühlsames und warmherziges Buch über den kindlichen Alltag und Kinderfreundschaften. Dabei ließ sich die Autorin ganz auf die Gefühlswelt ihrer Zielgruppe ein, spricht sie mit Sprache und Handlung direkt an. Das überzeugt und fängt die Begeisterung der jungen Leser sofort ein. Ein tolles Buch, das wir sehr empfehlen.

Details

Bewertung

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