Spotz

Ein trollkühner Held

von Rob Harrell
Rezension von Janett Cernohuby | 10. November 2016

Ein trollkühner Held

Rob Harell hat Trolle aus ihrem Schattendasein hervorgeholt und sie von dummen, hässlichen und monströsen Figuren in sympathische Gestalten umgewandelt. Zumindest für seine Leser, denn in seiner Schule ist und bleibt Troll Spotz am unteren Ende der Hackordnung. Ob sein neues Abenteuer "Ein trollkühner Held" vielleicht was daran ändert?

Wie gesagt, Spotz ist nicht gerade beliebt in der Schule. Er ist sogar verdammt unbeliebt, aber es gibt Wesen, der noch weiter unter ihm stehen. Wölfe. Sie haben sich nach der Sache mit Rotkäppchen und der Pleite mit den drei Schweinchen als absolute Loser deklariert. Unter Führung des Großen Bösen Wolfes haben sie sich zur Motorradgang zusammengerottet und treiben fern ab von Niegelungen ihr Unwesen. Doch dann überstürzen sich mal wieder alle Ereignisse. Spotz‘ bester Freund Kevin verschwindet spurlos und auch von der Mathelehrerin fehlt jede Spur. Schnell ist klar, dass die Wölfe hinter allem stecken. Und tatsächlich wollen die sich an Rotkäppchen, oder besser gesagt ihrer Tochter, rächen. Spotz muss einmal mehr ausrücken, um seinen Freund und andere zu retten. Wenn das mal gutgeht.

Spotz ist wieder da und mit ihm seine Freunde Kevin und Joe. Natürlich darf auch Spotz' Intimfeind Prinz Roquefort nicht fehlen, der mal wieder seine Klappe aufreißt - und das nicht nur zum Brüllen.
Spotz erlebt also sein zweites Abenteuer und meistert es - so viel wollen wir verraten - mit Bravour. Für den Leser bedeutet das jede Menge Spaß, Unterhaltung und auch Action. In diesem Buch stehen Märchenfiguren im Mittelpunkt, allen voran natürlich Rotkäppchen mit ihrer Geschichte. Aber es ist nicht sie, die an Spotz' Seite gege die Wölfe zieht, sondern ihre Tochter. Es dauert nicht lange und schon gibt es auch in diesem Abenteuer wieder zahlreiche komische und aberwitzige Zwischenfälle, was natürlich die Lachmuskeln der Leser sehr beansprucht. Doch auch mit Anspielungen und Wortspielen hat der Autor in seinem zweiten Buch nicht gespart. So entfaltet sich ein tolles Abenteuer, das nicht nur Lesern des ersten Buches gefallen wird. Dieses muss man nicht zwangsläufig kennen, um diesen zweiten Band zu verstehen. Auch Quereinsteiger dürfen hier getrost zugreifen.
Die Charaktere kennen wir größtenteils bereits aus dem ersten Band. Der Autor blieb ihnen treu, ließ sie sich weiterentwickeln (vor allem Joe scheint mutiger zu sein), brachte darüber hinaus aber auch neue mit ein.
Ebenfalls beibehalten hat der Autor die Comic-Elemente, die in den Text eingestreut sind und die Handlung weiterbringen. Jede Seite enthält mehrere Comic-Zeichnungen, was den Textfluss auflockert und dem Buch noch zusätzlichen Witz verleiht. Durch diese Comics werden auch jene Kinder angesprochen und zum Lesen motiviert, die sonst nur schwer für Bücher zu begeistern sind.

"Spotz: Ein trollkühner Held" ist ein gelungener zweiter Band über den etwas anderen Helden. Seinen Rang auf der untersten Stufe auf der Hackordnung wird Spotz auch nach diesem Abenteuer noch nicht ablegen, aber dafür hat er wieder Großartiges erlebt und gezeigt, dass auch Trolle liebenswerte Kreaturen sind.

Details

Bewertung

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