Die wunderbare Reise nach Farbula

Antolin Quiz
von Teresa George, Franziska Harvey (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 21. März 2017

Die wunderbare Reise nach Farbula

Es ist die Vielfalt, die unsere Welt so bunt und unser Leben so aufregend macht. Was wären wir ohne diese Vielfalt? Unser Alltag wäre grau und langweilig, man hätte weniger Freude und Grund zum Lachen. Bewahren wir uns diese Vielfalt, mischen sie und lassen daraus einen wunderschönen Regenbogen entstehen. So wie in "Die wunderbare Reise nach Farbula".

Grau und regnerisch ist es an jenem Tag, als die Geschwister Frieda und Max eine ungewöhnliche Reise beginnen. Diese führt die beiden nach Farbula, ins Reich der Farben. Hier leuchtet jeder Ort in einer anderen Farbe. Die Kinder beginnen ihre Reise in der roten Stadt, wo die große Ketchupfabrik steht. Weiter geht es ans blaue Meer und zu den blauen Riesen. Doch schon bei den gelben Zwergen merken sie, dass Neid und Missgunst in der Luft liegen. Je weiter sie durch Farbula wandern - durch ein orangefarbenes Dorf, den grünen Wald - wird der Zorn, den die Bewohner aufeinander hegen, immer deutlicher. Dabei dreht sich alles um eine Frage: Wer hat die schönste Farbe von allen? Max und Frieda müssen sich etwas einfallen lassen, wenn sie den Frieden nach Farbula zurückbringen wollen.

"Die Reise nach Farbula" ist eine tolle Geschichte mit einer wichtigen Botschaft. Beruhend auf einem Musical, das bereits 2009 aufgeführt wurde, geht es in der Geschichte um Vielseitigkeit, Toleranz und gutes Miteinander. Von erstem gibt es in Farbula genug, von den beiden anderen Dingen viel zu wenig. Max und Frieda sollen das nun ändern.
Der Einstieg in die Handlung ist gelungen. Kindern wird zunächst eine ganz alltägliche Situation zuhause und unter zwei Geschwistern gezeigt. Es regnet und die beiden vertreiben sich gemeinsam die Zeit. Dabei geraten sie in einen Streit, der sie letztendlich nach Farbula bringt. Diese Streitsituation haben viele Kinder selbst schon erfahren und können sich daher gut in sie hineinversetzen. Doch dann entfaltet sich eine bunte und lebendige Geschichte. Wir lernen ein Land kennen, das aus vielen kleinen und völlig verschiedenen Orten besteht. Auch die Menschen, die hier leben, sind ganz unterschiedlich. Es gibt kleine, mittlere und große Leute, laute und leise, ruhige und geschäftige. Sie alle verbindet ein Streit. Ein Streit darum, wer der beste sei. Doch ist das überhaupt möglich? Kann jemand der beste und somit besser als alle anderen sein? Oder hat nicht jeder etwas ganz Besonderes zu bieten? Würde man dies einfach annehmen und mit den Besonderheiten des eigenen Volkes kombinieren, käme dann nicht ein vielseitiges, lebendiges Bild, ein bunter Regenbogen heraus? Genau diese Frage wird im Buch gestellt, diese Botschaft wollen die Autoren vermitteln.
Die Illustrationen zum Buch sind wunderschön und vor allem kindgerecht gelungen. Liebevolle, fröhliche Gesichter (zumindest so lange, wie die jeweiligen Bewohner unter sich sind), tolle Orte und Szenen machen die Seiten aus. Jede Seite erstrahlt in den Farben, die für den gerade besuchten Ort typisch sind. Nur Frieda und Max stechen mit ihren bunten Kleidern daraus hervor. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr mischen sich auch die Farben auf den Bildern, bis sie fast einen schmutzigen, matschig-braunen Farbton annehmen. Doch zum Glück sind Frieda und Max da, um am Ende alles wieder herrlich bunt und fröhlich aussehen zu lassen. In den Farben eines Regenbogens.

"Die Reise nach Farbula" ist ein schönes und poetisches Bilderbuch mit einer wichtigen Botschaft. Es entführt nicht nur die beiden Protagonisten in eine andere Welt, sondern auch die Leser. Man staunt, ist begeistert von der Vielfalt und Farbenpracht und ärgert sich am Ende über den sinnlosen Streit. Ein tolles Buch, mit einer gelungenen Geschichte und wunderschönen Illustrationen.

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