Die Konferenz der Osterhasen

von Barbara van den Speulhof, Susanne Wechdorn (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 30. März 2017

Die Konferenz der Osterhasen

Stellt euch vor, die Osterhasen beschließen Jahr für Jahr, wie das kommende Osterfest gestaltet werden solle. Wie es vorbereitet und wodurch es sich hervorheben solle. Plötzlich kommt ein kleiner Naseweis und glaubt, die althergebrachten Regeln aufweichen zu können. Dass dies für einen ordentlichen Skandal sorgt, ist wohl keine Überraschung. Davon erzählt Barbara van den Speulhofs Bilderbuch "Die Konferenz der Osterhasen".

Immer die gleiche Konferenz

Jedes Jahr vor Ostern lädt der Oberosterhase alle wichtigen Osterhasen zu einer Konferenz ein. Auf dieser werden ganz wichtige Punkte besprochen, wie zum Beispiel die neuen Muster für die Ostereier. Kurz bevor die Konferenz zu Ende geht, erzählt einer Hase von einem kleinen Osterhasen, der sich nicht an die Beschlüsse der Konferenz hält. Stattdessen malt er seine ganz eigenen Muster auf die Eier. So geht das nicht, findet der Oberosterhase und stellt den kleinen Osterhasen zur Rede. Was der zu sagen hat, erstaunt dabei nicht nur den alten Hasen, sondern auch alle anderen Anwesenden der Konferenz…

Mut zu eigenen Ideen

Mit ihrem pointierten Bilderbuch schrieb Barbara van den Speulhof eine ungewöhnliche, etwas andere Ostergeschichte. Anstatt von fleißigen Osterhasen zu erzählen, die in den letzten Vorbereitungen für das Osterfest stecken, handelt ihre Geschichte von einer Osterhasenkonferenz, auf der alte, verstaubte Hasen langweilige Beschlüsse fällen und fade Muster für Ostereier festlegen. Da wirkt der kleine Osterhase fast schon ein wenig aufmüpfig, wie er da vor der Gruppe alter Hasen sitzt und mutig und selbstbewusst seine Vorstellungen erläutert. Ja, er tanzt ein wenig aus der Reihe, wenn er sich von Katze, Hund, Tausendfüßer und Huhn helfen lässt, die Eier zu bemalen. Doch der kleine Osterhase hat etwas sehr Wichtiges erkannt: Man kann nur dann jemandem eine Freude mit einem Geschenk bereiten, wenn man selbst dieses Geschenk toll findet. Sein sicheres Auftreten und seine liebenswerte Art machen die alten Hasen sprachlos. Er bringt frischen Wind in eine verstaubte Gesellschaft, zeigt, dass durchaus auch andere das Zeug dazu haben, bei der Gestaltung des Osterfestes zu helfen.
Wenngleich die hier angesprochenen Themen 'Charakter entdecken', 'eigene Wege gehen' und 'neue Ideen vorschlagen' für Kinder reizvoll und lehrreich sind, fehlt der Geschichte vor allem Osterstimmung. Es kommt zu wenig Vorfreude auf das Osterfest herüber und zu viele pädagogische Ansätze. Das bremst das (Vor-)Lesevergnügen ein wenig aus und lässt die Begeisterung nicht vollends auf Kinder überspringen.
Dafür können die Illustrationen von Susanne Wechdorn umso mehr punkten. Witzige, fröhliche Bilder, mit so mancher versteckten Andeutung laden zum Betrachten und Entdecken ein. Die leuchtenden, frischen Farben bringen ein wenig jener Stimmung rüber, die der Erzählung selbst fehlt. Liebevolle, staunende und lachende Tiergesichter begeistern und wecken bei kindlichen Betrachtern die Sympathie für die Figuren.

"Die Konferenz der Osterhasen" erzählt eine andere Ostergeschichte und bringt wichtige Themen wie Charakterfindung und kreative, neue Ideen zur Sprache. Trotzdem gelingt es dem Buch nicht ganz, frühlingshafte Stimmung und österliche Vorfreude bei den jungen Lesern aufkommen zu lassen.

Details

Bewertung

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