Die kleine Maus und die große Mauer

Antolin Quiz
von Britta Teckentrup
Rezension von Janett Cernohuby | 06. Juli 2018

Die kleine Maus und die große Mauer

Mauern bieten uns Schutz. Sie bilden ein Haus, in dem man wohnt und sich geborgen fühlt. Mauern können uns aber auch einsperren, uns im Weg stehen und uns daran hindern, Neues zu entdecken und uns weiterzuentwickeln. Von einer solchen Mauer erzählt Britta Teckentrup in ihrem Bilderbuch "Die kleine Maus und die große Mauer".

Mauern einreißen und Grenzen überwinden

Seit sie denken kann, gab es um das Dorf, in dem die kleine Maus lebt, eine riesengroße Mauer. Sie umfasste alles und war undurchdringlich. Die Mauer schien keinen Anfang zu haben und kein Ende zu nehmen. Doch die kleine Maus war neugierig. Sie wollte wissen, woher die Mauer kam und was hinter ihr lag. Doch die Tiere, die im Dorf lebten, konnten der Maus keine Antworten geben. Bis eines Tages ein Vogel kam, die Maus auf seinen Rücken setzte und sie über die Mauer flog. Da entdeckte die Maus wie wunderschön bunt und aufregend die Welt auf der anderen Seite der Mauer war. Als sie zurückkehrte, um den Tieren von dieser farbenfrohen Welt zu erzählen, machte sie eine große Entdeckung…

Über den Mut, Ängste zu überwinden

Mauern müssen nicht immer nur feste Gebilde aus Stein sein. Mauern gibt es auch in unseren Köpfen. Wir setzen sie selbst dorthin, wenn wir uns einreden, einer Herausforderung nicht gewachsen zu sein. Eine Fertigkeit nicht erlernen zu können. Mauern entstehen dann, wenn wir unseren Ängsten mehr Beachtung schenken, als unseren Talenten und unserem Können. Je mehr wir uns einreden, etwas nicht zu schaffen oder lernen zu können, desto wahrscheinlich wird es, dass wir wirklich daran scheitern. Wenn wir aber den Mut haben und an uns glauben, dann werden diese im Kopf errichteten Mauern klein und wackelig. Bis sie einstürzen und uns den Weg freigeben. Zu neuen Wegen, zu neuen Chancen, zu neuen Gelegenheiten.
Das ist die Botschaft, die Britta Teckentrup ihren jungen Lesern mit diesem Bilderbuch auf den Weg geben möchte. Es ist ein sehr poetisches und philosophisches Bilderbuch, dessen Botschaft Kinder vielleicht beim ersten Mal noch nicht ganz erfassen können. Aber wenn man die Geschichte mit ihnen gemeinsam liest und bespricht, wird man schnell erkennen, dass sie die Botschaft sehr schnell verstehen  begreifen und verinnerlichen. Und man wird sehen, dass sie dieses Buch gerne wieder hervorholen, die Seiten durchblättern und die Geschichte nacherzählen. Sie beginnen die Botschaft selbst zu entdecken, zu begreifen und lassen sich von ihr bestärken. Plötzlich erscheint das Schwimmen lernen gar nicht mehr so schlimm, wie noch vor kurzem.
Neben der Geschichte selbst begeistern natürlich auch die Illustrationen der Autorin. In ihrer  bekannten Collagetechnik erweckt Britta Teckentrup die kleine Maus und die anderen Tiere zum Leben. Sie zeigt uns ein graues, eintöniges Dorf, dem jeder Farbtupfer, jeder Sonnenstrahl zu fehlen scheint. Im Kontrast dazu steht die Welt, die sich bunt und farbenfroh hinter der Mauer erstreckt. Man hört förmlich die Vögel singen und spürt den Wind durch die Zweige rauschen. Dieser starke Farbenkontrast zwischen Dorf und der Außenwelt trägt ganz wesentlich zu der großartigen Atmosphäre des Buchs bei.

"Die kleine Maus und die große Mauer" ist ein poetisches Bilderbuch von Britta Teckentrup mit einer starken und wichtigen Botschaft. Sie zeigt Kindern, dass man mit etwas Mut und Selbstvertrauen auch große Aufgaben meistern kann, die einem zuvor vielleicht noch Angst gemacht haben. Dieses Buch berührt und begeistert - nicht nur Kinder sondern auch Eltern.

Details

  • Autor/-in:
  • Originaltitel:
    Little Mouse and the Red Wall
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    06/2018
  • Umfang:
    32 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    4 Jahre
  • ISBN 13:
    9783845826332
  • Preis:
    12,99 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Illustration:

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