Die größten Schätze aller Zeiten


Wie man Schätze versteckt, verliert und wieder findet
von Raphael Honigstein, Caroline Attia (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 26. Oktober 2017

Die größten Schätze aller Zeiten

Die Faszination von Dingen, die verloren gegangen sind, ist immer noch ungebrochen. Interessanter wird es sogar, wenn verlorene, verschollene oder legendäre Objekte wertvoll sind. Bei Kleine Gestalten ist nun ein besonderes Kinderbuch mit einem ebenso speziellen Thema erschienen: „Die größten Schätze der aller Zeiten“. Wir waren gespannt, wie man diesen speziellen Hintergrund für Kinder von fünf bis zwölf Jahren aufbereitet.

Wer hat noch nicht von der legendären Stadt Eldorado gehört? Einer Stadt aus purem Gold, glaubt man den Überlieferungen. Oder vom Bernsteinzimmer, das mehrmals den Besitzer wechselte? Das sind aber nur zwei von zahlreichen verschollenen Schätzen, denen man heute immer noch nachjagt. Das Buch beginnt mit dem Schatz des Piratenschiffs Whydah, das im Besitz von Kapitän Samuel Bellamy war. Ein Schatz der 200 Jahre später gefunden wurde und bewies, dass es auch einen Kinderpiraten an Bord gab. Im Tal der Könige wurde 1922 das Grab des Tutenchamun entdeckt, nachdem es Jahrtausende lang verschollen war, dennoch brachte es nicht allen Findern Glück und man glaubte sogar Opfer eines Fluchs zu sein.
Manche Schätze beruhen aber nur auf Erzählungen. Irgendjemand hat sie erwähnt und andere habe versucht sie zu finden. So ist bis heute nicht klar ob der Schatz der Nibelungen und die Stadt Eldorado wirklich jemals existiert haben. Andere Schätze aus dem Reich der Legenden wurden tatsächlich gefunden, so wie der Schatz des Priamos aus dem ehemaligen Troja. Andere enthaltene Schätze haben eher ideellen Werk, darunter der Stein von Rosette oder die Überreste des Urvogels Archäopteryx.

Im vorliegenden Buch, das den Untertitel „Wie man Schätze versteckt, verliert und wieder findet“ nähert man sich dem Konzept Schatz aus unterschiedlichen Richtungen an. Es geht sowohl um versunkene Galeonen als auch um die Steinmalereien in Lascaux, den Stein von Rosette und die Bundeslade. Einige Schätze hatten lediglich Wert für Wissenschaftler, andere wären für einige Religionen sehr wertvoll. Und natürlich gibt es auch jene Schätze, die aus Gold und Edelsteinen bestehen – inklusive einem gestohlenen Fußballpokal. Da die eines deutschen Einbrecherbrüderpaars namens Sass mit dem Bernsteinzimmer oder den Farbergé-Eiern gleichgesetzt werden, muss man den Haupttitel des Buchs schon ein wenig in Frage stellen. Denn sind das wirklich die größten Schätze aller Zeiten? Sicher nicht. Kinder werden die Geschichte und Geschichten rund um diese teils ewig, teils jahrhundertelang verschollenen Schätze trotzdem mögen. Besonders gerne, wenn man sie ihnen vorliest, später auch zum selbstlesen. Hier muss man allerdings feststellen, dass die leicht kursive, weiße Schrift auf buntem Hintergrund nicht sehr lesefreundlich und schon gar keine Erstleserschrift ist. In Kombination mit den ganzseitigen Illustrationen, die jeweils den Hintergrund der aktuellen Seite bilden, ist der Text in dieser Form jedoch trotzdem passend. Insgesamt hinterlässt das Werk trotz einiger etwas weichgespülter Informationen und der nicht ganz nachvollziehbaren Zusammenstellung der Schätze einen positiven Eindruck.

„Die größten Schätze aller Zeiten – Wie man Schätze versteckt, verliert und wieder findet“ ist ein Kinderbuch mit speziellem Thema. Das von Raphael Honigstein verfasste und von Caroline Attia illustrierte Werk überzeugt hauptsächlich durch seine spannende Aufbereitung und Darstellung der Inhalte. Die nicht ganz nachvollziehbar Auswahl der größten Schätze und gewisse Beschönigungen der Inhalte sind die Gründe dafür, warum das Werk nicht die volle Punktebewertung erhält. Um Kinder in die Welt der Schätze und der Schatzjäger einzuführen, ist es jedoch dennoch gut geeignet.

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