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Die Geschichte vom Sandkasten, der so gerne ein Strand sein wollte

von Paul Christian Schwellenbach, Fabian Erlinghäuser (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 12. Dezember 2016

Die Geschichte vom Sandkasten, der so gerne ein Strand sein wollte

Mitunter erhält man über Freunde, Bekannte oder Schulkammeraden neue Eindrücke, die in uns selbst eine Sehnsucht wecken. Plötzlich verspüren wir den Wunsch, auch Ähnliches zu erleben oder zu erreichen. Es muss nicht bei diesem Traum bleiben, denn oft bietet sich im Leben die Gelegenheit, diesen wahr werden zu lassen. Davon erzählt auch Paul Christian Schwellenbachs Bilderbuch "Die Geschichte vom Sandkasten, der so gerne ein Strand sein wollte".

Mitten im Hof einer Hochaussiedlung liegt ein kleiner Sandkasten. Ihm geht es gut, denn oft spielen Kinder in ihm, bauen Sandburgen und backen Sandkuchen. Doch die Kinder spielen nicht nur, sie erzählen auch. Glücklich hört ihnen der Sandkasten zu. Bis zu jenem Tag, als ein Kind vom Urlaub am Meer erzählt. Wie es den ganzen Tag im Sand spielte, Muscheln darin fand und im Meer gebadet hat. Plötzlich erwacht in dem kleinen Sandkasten eine große Sehnsucht. Nur zu gern würde er einmal selbst in die Ferne schauen und seine Sandkörner vom Meer umspielen lassen.
Die Jahre vergehen, die Kinder werden größer und auch die Sehnsucht des Sandkastens wächst. Bis an einem stürmischen Sommertag der Star Alfred und der Reisewurm Wilhelm von Wurmbrandt auf dem Sandkasten - ja regelrecht stranden. Beide warten auf den Wind, der sie davontragen und an die Küste bringen soll. Der Sandkasten wird hellhörig. Ob er sich wohl der Reisegesellschaft anschließen und ebenfalls mit dem Wind zum Meer reisen könnte?

"Die Geschichte vom Sandkasten, der so gerne ein Strand sein wollte" ist mehr als nur eine fantasievolle Geschichte mit außergewöhnlichen Charakteren. Es ist ein großes Abenteuer, in dem es um Sehnsüchte und Wünsche geht, um Träume und neue Freundschaften. Mit dieser stimmungsvollen Geschichte zeigt Autor Paul Christian Schwellenbach seinen jungen Lesern, dass man alles erreichen kann, was man will, solange man auf dieses Ziel hinarbeitet und Gelegenheiten nutzt, die sich einen bieten.
Es sind ungewöhnliche Figuren, die diese Botschaft an die jungen Leser weitergeben. Tiere, wie der Spatz oder selbst der Wurm, kommen zwar in zahlreichen Kinderbüchern vor, doch ein unbeweglicher Gegenstand wie ein Sandkasten ist kein typischer Charakter. Gleichzeitig gelang dem Autor mit diesem ein guter Zug. Denn dass ein solches, in die Jahre gekommenes Spielzeug, es irgendwie schaffen könnte ans Meer zu kommen und dort als Strand weiterzuleben, ist schlichtweg unmöglich. Doch genau mit diesem Sandkasten zeigt der Autor, dass man alle seine Ziele erreichen kann, solange man sich nur bemüht und auch wirklich bereit ist, dafür zu kämpfen.
Ergänzt wird die Geschichte durch tolle Illustrationen. Großflächig zeichnete Fabian Erlingshäuser seine Motive, die immer zentrale Elemente der jeweils erzählten Situation aufgreifen. Vor allem der Sandkasten ist ihm sehr gut gelungen, wie er im Laufe der Jahre von einem beliebten Spielgerät zu einem vergessenen wird. Sein Holz wird schmutzig und verliert den Glanz und auch der Sand selbst ist nicht mehr so sauber, wie er einst war. Dafür wird die Sehnsucht nach dem Meer in seinen Augen - wenngleich diese nur mit Strichen gezeichnet sind - immer größer. So untermalen die Bilder die Stimmung der Handlung, betonen sie und erzählen sie auf ihre eigene Art nach.

"Die Geschichte vom Sandkasten, der so gerne ein Strand sein wollte" ist ein tolles Bilderbuch mit einer großen Geschichte. In dieser geht es um Sehnsucht und Träume und um die Erfüllung selbiger. Ungewöhnliche Charaktere, eine fantasievolle Handlung und die Botschaft, dass man alles erreichen kann, was man möchte, zeichnen dieses Bilderbuch aus.

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