Die Froschprinzessin

Antolin Quiz
von Alexander N. Afanasjew, Bettina Werchan (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 06. Oktober 2016

Die Froschprinzessin

Mit russischen Volksmärchen verbinden wir sofort die Hexe Baba Jaga oder Väterchen Frost. Doch russische Märchen haben noch viel mehr zu bieten: eine eigene Märchenlandschaft und ein Ensemble von Figuren. "Die Froschprinzessin" ist ein solches russisches Volksmärchen, das ganz gewiss keine Adaption des hierzulande bekannten Froschkönigs ist.

Ein Zar hatte einst drei Söhne. Als er sie vermählen wollte, ließ er einen jeden von ihm einen Pfeil abschießen. Dort wo die Pfeile landeten, würden sie ihre Bräute finden. Doch der Pfeil des jüngsten Sohns landete in einem Sumpf, neben einem grünen Frosch. Der Zar bestand auf die Hochzeit. Bald schon stellte sich heraus, dass sich unter der Froschhaut die Prinzessin Wassillissa verbarg. Sie wurde von ihrem Vater in einen solchen verwandelt. Fast hätte sich alles zum Guten gewendet, wäre der junge Zarewitsch nicht so ungeduldig gewesen. Nun muss er sich selbst auf den Weg machen, um die schöne Wassilissa zu erlösen.

Russische Volksmärchen haben einen besonderen Charme, der auch in "Die Froschprinzessin" durchscheint. Diese Geschichte entführt uns in ein weit entferntes Reich, in dem es noch Zaren gibt und in dem die Hexe Baba Jaga mit ihrem Hühnerhaus, die schöne Wassilissa und der unsterbliche Kostschej leben. In dieser fantastischen, märchenhaften Welt finden wir uns wieder und erleben ein Abenteuer voller Magie, Mut und Zuversicht. Das Märchen will uns zeigen was passiert, wenn man nicht geduldig ist und wartet, sondern die Ereignisse beschleunigen will. Wenn man nicht das Vertrauen mitbringt, dass sich alles zum Guten wenden wird. Denn übereilt man bestimmte Dinge, kann sich alles viel mehr verkomplizieren, als es war.
Das Märchen wurde gesammelt und niedergeschrieben von Alexander Afanasjew. Er gilt als der russische Grimm, doch übertrifft seine Sammlung die der Brüder Grimm.
Ein Märchen braucht natürlich eine bestimmte getragene Sprache. Über diese verfügt auch das vorliegende Bilderbuch. Der Erzählstil umgarnt uns, trägt uns davon und lässt uns in die zauberhafte Welt von Iwan und Wassilissa eintauchen.
Die Illustrationen für dieses Bilderbuch sind dagegen jüngeren Datums. Sie stammen von Bettina Werchan und sind zauberhaft gelungen. Ihre Ölkreidenzeichnungen erzählen das Märchen auf ihre Art wunderbar nach. Mal sieht man nur einzelne Personen, dann wieder großflächige Szenen. Die Bilder haben eine unglaubliche Tiefe und dadurch einen starken Ausdruck. Sie sind ebenso lebendig wie das Märchen selbst.
Genau wie in den russischen Märchenfilmen begrüßt uns auf dem Titelblatt das alte Großmütterchen mit dem roten Kopftuch, das seine Fensterläden weit geöffnet hat, um uns Vorbeikommenden das Märchen der Froschprinzessin zu erzählen. Am Ende des Buches sind diese Fensterläden dagegen geschlossen. Eine nette Hommage an die wundervollen Märchenfilme.

"Die Froschprinzessin" von Alexander N. Afanasjew mit Illustrationen von Bettina Werchan ist ein wunderschönes Märchen das von Zauberei und Hexenwerk, von Schicksal und Ergebenheit, doch vor allem von der Kraft der Liebe erzählt. Es ist ein schönes Märchen, das im Kreis der Familie gelesen werden kann und schöne Momente bereitet.

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