Robin vom See

Die Bande zur Rettung der Gerechtigkeit

von Ulrich Fasshauer, Alexander von Knorre (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 01. April 2019

Die Bande zur Rettung der Gerechtigkeit

Ferienzeit, ein Zeltplatz an einem idyllischen See, eine Gruppe Kinder und ein Problem - fertig sind die wichtigsten Zutaten für einen vielversprechenden Kinderroman. Ulrich Fasshauer versteht es auch noch, die Elemente alle so miteinander zu verbinden, dass man sofort in die fesselnde Geschichte hineintauchen kann.

Die Bande zur Rettung der Gerechtigkeit

Robin lebt mit seinem Vater in einem idyllischen kleinen Dorf. Sie besitzen einen Campingplatz an einem See und pünktlich zu den Pfingstferien kommen auch die ersten Gäste. Am letzten Schultag vor den Ferien findet Robin ein Handy, auf dem ein ziemlich fieses Video gespeichert ist. Es zeigt, wie sein Klassenkamerad Jannik verspottet wird. Was soll Robin nun tun? Er findet Jannik zwar nicht sonderlich sympathisch, aber ihn deswegen zu mobben, geht gar nicht. Zusammen mit seinem besten Freund Nils, seiner Cousine Zilli und Kilian aus Berlin, der seine Ferien auf dem Campingplatz verbringt, gründet er die „Bande zur Rettung der Gerechtigkeit“. Sie wollen herausfinden, wer das Video aufgenommen hat und warum derjenige es auf Jannik abgesehen hat. Dabei kommen die Freunde einem alten Streit auf die Spur, der unter den Erwachsenen seinen Anfang genommen hat.

Robin vom See: Die Bande zur Rettung der Gerechtigkeit

Spannender Abenteuerroman mit Tiefgang

Ulrich Fasshauer präsentiert jungen Lesern und Leserinnen ab neun Jahren einen Roman, der zum einen ein Abenteuer ist, zum anderen aber auch sehr viele ernste Alltagsthemen anspricht. Im Mittelpunkt steht Robin, dessen Vater einen Campingplatz betreibt. Robins Mutter lebt - laut den Aussagen des Jungen - in Paris. Das ist jedoch seine Art, den schmerzlichen Verlust besser zu verkraften. Nun bekommt Robin mit, wie ein Junge aus seiner Klasse gemobbt wird. Blöd daran ist, dass er besagten Jungen auch nicht leiden kann und nun hin- und herüberlegt, ob er ihm helfen soll, oder nicht. Zum Glück braucht er nicht lange darüber nachdenken, sondern ist sich recht schnell sicher. Genauso schnell findet er auch Freunde, die ihm helfen wollen. Dabei lernt Robin, dass man die Welt nicht in Schwarz und Weiß einteilen kann, sondern dass es dazwischen ganz viele Grautöne gibt. Zum Ende des Buchs kommen unterschwellig noch die Themen nachhaltiger Fischfang und einkaufen bei regionalen Händlern zur Sprache, aber nicht mit der Absicht, Kinder belehren zu wollen. Überhaupt sucht man in der ganzen Geschichte vergeblich nach einem erhobenen Zeigefinger. Das Buch will in erster Linie unterhalten und vermittelt seine Botschaft und Werte unterschwellig, fast wie nebenbei. Genau das macht das Buch so glaubwürdig, realistisch und vor allem sehr fesselnd.

Robin vom See: Die Bande zur Rettung der Gerechtigkeit

Erzählt wird aus der Perspektive von Robin und somit in der Ich-Form. Damit kann Autor Ulrich Fasshauer seine Leser viel besser in Robins Gedanken- und Gefühlwelt eintauchen lassen. Man erfährt von seiner Zweifel, seiner Skepsis und seinen Sorgen aus erster Hand und mit den Worten eines Kindes. Robin darf Fehler machen, aus denen er natürlich auch lernt. Nicht immer gleich sofort, aber garantiert früher oder später.
Gut gelungen ist der Plot, einmal keine Mobbinggeschichte aus der Perspektive eines Opfers zu erzählen, sondern eines unbeteiligten Klassenkameraden. Damit wird Kindern nicht nur gezeigt, dass Mobbing absolut nicht akzeptabel ist, sondern auch, wie wichtig es ist, sich für andere einzusetzen. Selbst wenn sie nicht zu den eigenen Freunden zählen. Eine sehr wichtige Botschaft, die Urlich Fasshauer hier aussendet.
Das Buch wird begleitet von Alexander von Knorres Illustrationen. In Schwarzweiß gehalten, fangen sie verschiedene Szenen der Geschichte ein und bringen sie abenteuerlich und mit der richtigen Stimmung rüber. Diese Bilder passen sehr gut zur Geschichte und runden das Buch gelungen ab.

Robin vom See: Die Bande zur Rettung der Gerechtigkeit

„Robin vom See: Die Bande zur Rettung der Gerechtigkeit“ ist ein großartiges Buch, das sowohl ein Abenteuer erzählt, gleichzeitig aber auch das Thema Mobbing aufgreift. Es ist ein wichtiges Thema, auch schon für Kinder, das hier auf eine andere und überzeugende Art verarbeitet wird. Der Griff zu diesem Buch ist garantiert kein Fehler, sondern sorgt für unterhaltsame, fesselnde Lesemomente.

Details

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