Mission Hollercamp

Der unheimliche Fremde

Antolin Quiz
von Lena Hach
Rezension von Janett Cernohuby | 25. Mai 2021

Der unheimliche Fremde

Ferienzeit ist Abenteuerzeit. Denn jetzt bleibt die Schultasche im Eck stehen und man trifft sich mit seinen Freunden um gemeinsame Ausflüge zu machen, zum Schwimmen zu gehen oder geheimnisvollen Dingen auf den Grund zu gehen. Für Leon bedeuten Ferien Urlaub auf dem Campingplatz, wo er mit seinen Freunden Jakub und Emily eine unbeschwerte, aber wohlbehütete Ferienzeit verbringt. Zumindest war das in der Vergangenheit so. Jetzt aber ist etwas vorgefallen, das das ruhige Campingleben ordentlich durcheinanderwürfelt.

Ferienabenteuer auf dem Campingplatz

Die Pfingstferien haben begonnen und Leon fährt wie immer mit seiner Familie auf den Campingplatz am Hollersee. Und wie immer ist er der letzte der drei Freunde, der ankommt. Nachdem er kurz vor dem Losfahren eine mysteriöse SMS bekommen hat, kann er die Ankunft kaum noch erwarten. Ein geheimnisvoller Fremder treibt sich in der Nähe des Campingplatzes herum. Er lebt auf einem Hausboot und ist immer barfuß unterwegs. Darum bekommt er von den drei Freunden bald schon den Namen Barfüßler verpasst. Doch der unheimliche Fremde ist nicht das einzige, was Leon beschäftigt. Zu seinem Entsetzen taucht seine gleichaltrige Chaos-Cousine Charlie auf dem Campingplatz auf. Sie wird hier ebenfalls ihre Ferien verbringen. Zu gut erinnert sich Leon noch an den Dartpfeil, den Charlie ihm mal in die Wade geschossen hat und er fragt sich, was sie wohl dieses Mal anstellen wird.
Doch so viel Zeit bleibt ihr gar nicht, denn auf dem Campingplatz geschehen eine Reihe merkwürdiger Dinge. Irgendjemand sorgt für Unruhe und Tumult. Der Verdacht fällt natürlich bald schon auf den unheimlichen Fremden. Was hat es nur mit ihm und seinem Hausboot auf sich?

Freiheit, Unbeschwertheit und einzigartige Freundschaften

Lena Hach startet eine neue Kinderbuchreihe voller Freiheit, Unbeschwertheit und Abenteuer abseits der elterlichen Kontrolle. Hier im Hollercamp können die Kinder ihre schulfreien Tage genießen, sind den ganzen Tag unterwegs und können tun, was ihnen Spaß macht. Natürlich ist auf diesem Campingplatz alles zu finden, was Camping so besonders macht: eine schlecht gelaunte Campingplatzbetreiberin, eigenwillige Dauercamper, skurrile Camper, ein See zum Baden, ein nahegelegener Ort mit Eiscafé und natürlich seltsame Vorkommnisse. Um diese baut sich nach einem ersten Kennenlernen der Personen und des Ortes die eigentliche Geschichte auf. Natürlich steht im Mittelpunkt der geheimnisvolle Fremde, aber schon bald passieren immer wieder merkwürdige Dinge und sogar Leon und seine Freunde werden beschuldigt, etwas ausgefressen zu haben. Diesen Dingen müssen die Freunde also auf den Grund gehen.
Spannend und atmosphärisch erzählt, taucht die junge Leserschaft schnell in die Geschichte ein. Die Handlung ist fesselnd, aber nicht reißerisch. Man fühlt sich wohl, man meint, ein Teil der Gemeinschaft zu sein und genau wie Leon schon ewig auf dem Campingplatz seinen Urlaub zu verbringen. Dazu trägt auch der lockere Erzählstil bei. Die Ereignisse werden aus Leons Sicht erzählt. So erlebt man alles hautnah mit, rätselt über die seltsamen Vorkommnisse. Zudem gibt es immer wieder witzige und flotte Randbemerkungen, die von Emily gemacht wurden. Hier und da kommentiert sie Leons Erzählung, was die Handlung ebenfalls auflockert.
Das Ende wirkt ein wenig übereilt, manches bleibt auch offen. Aber das macht nichts, denn da hier der Start zu einer neuen Reihe vorliegt, wird man in den Folgebänden auf jeden Fall mehr erfahren. Ein geschickter Schachzug, um die Leserschaft bei der Stange zu halten.

„Mission Hollercamp: Der unheimliche Fremde“ ist ein gelungener Auftakt zu einer tollen Kinderbuchreihe. Hierin geht es um Ferienabenteuer, um besondere Freundschaften, um Freiheit und natürlich um Rätsel, die gelöst werden wollen. Lena Hach hat nicht nur ein tolles Setting ausgearbeitet, sympathische Charaktere geschaffen, sondern auch eine großartige Ferienerzählung, in die man eintaucht und von der man sich mitreißen lässt.

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