Der kleine Schneemann

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Eien Liebesgeschichte
von Harmen van Straaten
Rezension von Janett Cernohuby | 06. Oktober 2017

Der kleine Schneemann

Weihnachten ist die Zeit der Besinnlichkeit, der Ruhe und vor allem der Liebe. Zu kaum einer anderen Zeit des Jahres sind Liebesgeschichten poetischer und gefühlvoller. Und so erzählt Harmen van Straaten eine ganz besondere Liebesgeschichte vor winterlicher Kulisse: "Der kleine Schneemann".

Liebe lässt tanzen

In einer klaren, kalten Winternacht dringt leises Stimmengewirr aus dem Wohnzimmer eines Hauses. Hier unterhält sich das Spielzeug, nicht freundlich. Es fallen viele gemeine Worte. Doch ganz unten im Regal, hinter anderen Sachen versteckt, steht eine alte Schneekugel. Die Musik, die sie einst spielte, ist schon lange kaputt und niemand beachtet ihn mehr, den Schneemann der in der Kugel steht. Bis dieser eines Abends leise Musik vernimmt. Diese erfüllt sein Herz mit Sehnsucht und lässt einen Wunsch heranreifen. Der kleine Goldengel auf der Kaminuhr kann ihm diesen Wunsch erfüllen und so schenkt er dem Schneemann eine Stunde, in der dieser nachforschen kann, wer da so schön singt. Eine einzige Stunde, dann muss er zurück sein, sonst wird er schmelzen. So folgt der Schneemann der Melodie und trifft auf die kleine Tänzerin. Zusammen tanzen die beiden, bis sich die Stunde dem Ende nähert und der Schneemann in seine Kugel zurückkehren muss. Doch kann er das? Jetzt, wo er die Liebe kennengelernt hat? Kann er da wirklich weiterhin einsam und alleine in seiner Schneekugel stehen?

Ein Märchen für alle Verliebten

Wunderschön, zauberhaft und gefühlvoll erzählt Harmen van Straaten seine Winter-Liebesgeschichte. Sie ruft uns ein anderes Märchen über einen standhaften Zinnsoldaten in Erinnerung, nimmt aber - so viel sei verraten - ein viel schöneres und glücklicheres Ende. Bis es soweit ist, erleben wir aber eine ganz besondere Geschichte. Eine, die von kaputten und vergessenen Spielsachen erzählt, an die sich niemand mehr erinnert. In der Neid und Boshaftigkeit vorkommen, aber auch eine, in der Wünsche ausgesprochen werden und in Erfüllung gehen. In der Aussehen und Alter zweitrangig werden und die inneren Werte zählen.
Es ist eine Geschichte, fast schon ein Märchen, wie sie zur Weihnachts- und Winterzeit gehört. Sie umgarnt den Leser und trägt ihn davon. Egal wie kalt es draußen sein mag, diese Geschichte wärmt einen innerlich. Begleitet wird sie dabei natürlich von stimmungsvollen Illustrationen. Verspielt und fantasievoll erzählen sie mal großflächig, mal plakativ das Wintermärchen auf ihre Art. Dabei zeigen sie Emotionen, die Worte nicht ausdrücken können. Die zarte Tänzerin, den plumpen Schneemann, ihr gemeinsamer Tanz und das gehässige Spielzeug. Sie drücken die Einsamkeit und den Schmerz des Schneemanns großartig aus, ebenso die Liebenswürdigkeit der Tänzerin und wie sie den Schneemann und sich am Ende rettet.

Alle, die auf der Suche nach einer ganz besonderen Wintergeschichte sind, die voller großer Gefühle steckt und einen Hauch Magie verströmt, sollten einen Blick in dieses Bilderbuch werfen. Denn es erzählt seine Liebesgeschichte auf genau diese Art und Weise: herzerwärmend und zauberhaft.

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