Der Dachs hat heute schlechte Laune!

Antolin Quiz
von Moritz Petz, Amélie Jackowski (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 29. April 2021

Der Dachs hat heute schlechte Laune!

Jeder von uns kennt das Gefühl, morgens aufzuwachen und schlecht gelaunt zu sein. An solchen Tagen möchte man sich am liebsten im Bett verkriechen. Nichts scheint zu gelingen, alles scheint doof zu sein. Der Frustpegel steigt und man hat das Bedürfnis, diesen Frust an allem und jedem auszulassen. Während wir Erwachsenen uns aber unter Kontrolle haben und wissen, dass solche Tage vergehen, sind Kinder mit diesen Gefühlen stark überfordert und müssen erst noch lernen, damit umzugehen. Wie kann man sie dabei unterstützen? Natürlich mit Bilderbüchern, die sie in ihrer Gefühlswelt abholen. Der Longseller „Der Dachs hat heute schlechte Laune!“ ist genau solch ein Buch.

Wenn schlechte Laune ansteckend ist

Schon als er die Augen öffnet, spürt Dachs, dass er richtig schlechte Laune hat. So schlechte Laune, dass er seine Bettdecke vor Wut wegwirft und grummelnd am Frühstückstisch sitzt. Wütend stapft er seinen Weg entlang und egal wem er begegnet, egal wie nett dieser grüßt, der Dachs begegnet ihm mit grummeliger, grantiger Antwort. So steckt er nach und nach alle Tiere mit seiner schlechten Laune an. Und während die anderen nun schlecht gelaunt sind, hat Dachs wieder gute Laune. Nun überlegt er, wie er die anderen Tiere besänftigen kann und hat schon bald eine tolle Idee…

Der Dachs hat heute schlechte Laune!

Ein Bilderbuchklassiker

Zugegeben, „Der Dachs hat heute schlechte Laune!“ ist ein Klassiker im Bilderbuchbereich und begeistert seit fast zwei Jahrzehnten Familien. Gerade deswegen wollen wir ihn in seiner vierten Auflage ein weiteres Mal ins Scheinwerferlicht holen. Denn die Geschichte ist so wunderbar, so nah an der Gefühlswelt der Kinder und ohne erhobenen Zeigefinger, dass man sie immer wieder empfehlen kann. Warum ist das so?
Die Handlung ist sehr geradlinig und einfach erzählt. Der Dachs wacht auf und startet in seinen Tag. Schon beim Aufstehen ist er sich seiner schlechten Laune bewusst und gibt auch ganz unverblümt zu, dass die anderen ruhig davon wissen sollen. Hand aufs Herz: Wer hatte nicht schon einmal ähnliche Gedanken? Und genauso geht es auch Kindern. Sie sind schlecht drauf, ihnen gelingt etwas nicht, der Frust wächst. Wohin mit diesen unbekannten, unguten Gefühlen? Was damit anfangen? Sie lassen diesem Frust freien Lauf, zeigen ihrem Gegenüber durch trotziges Verhalten, wie es ihnen geht. Natürlich ist schlechte Stimmung genauso ansteckend wie ein herzhaftes Lachen. Darum wird auch dem Gegenüber bald der Spaß vergehen. Schon hat die nächste Person schlechte Laune.
Eine solche Situation beschreibt die Geschichte im Buch. Dafür greifen die Autoren auf eine klare und direkte Sprache zurück. Am Ende fühlt sich der Dachs besser, dafür sind die anderen Tiere schlecht gelaunt. Nun hilft nur noch eins, etwas finden, dass den anderen ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Denn genauso einfach, wie man schlechte Laune verbreiten kann, kann auch ein Lächeln anstecken.
So kindgerecht wie der Text, sind auch Amélie Jackowskis Illustrationen. Klare Linien, kontrastreiche Farben und gezielt eingesetzte Details kennzeichnen die Bilder. Damit wird der Blick der Kinder auf das Wesentliche gelenkt. Es gibt keine Nebenszenen, die ihre Aufmerksamkeit von der eigentlichen Geschichte ablenken. Gut erkennbar sind dabei die Emotionen und Gefühle der Tiere. So runden die Bilder den Text wunderbar ab.

Der Dachs hat heute schlechte Laune!

„Der Dachs hat heute schlechte Laune!“ ist kein neues Bilderbuch, doch es ist ein Klassiker, den man Eltern immer wieder gerne empfiehlt. Denn er greift das Thema schlechte Laune auf sehr kindgerechte und einfache Weise auf. Das Buch belehrt nichtsondern zeigt, wie ansteckend schlechte Laune sein kann und wie viel schöner gemeinsames Lachen ist.

Details

Bewertung

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