Der Bär ist los


Warum Bären nicht in die Schule gehören
von Mark Sperring, Britta Teckentrup (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 30. April 2018

Der Bär ist los

Je näher der Sommer kommt, desto mehr freuen sich Vorschulkinder auf den neuen Lebensabschnitt, der für sie bald beginnt: die Schule. Doch mit ihr müssen sie gleichzeitig Abschied vom Kindergarten, lieb gewonnenen Betreuerinnen und natürlich auch Freunden nehmen. Das bereitet ihnen Angst und macht sie traurig. Mit ihrem wunderschönen Bilderbuch "Der Bär ist los" wollen Mark Sperring und Britta Teckentrup Kinder trösten und ihnen Mut zusprechen.

Warum ein Bär nicht in die Schule gehört

Jeder von uns hat dieses ganz besondere Kuscheltier - einen Bären zum Beispiel - der überall mit hinkommt. Der jeden Tag mit zum Kindergarten gegangen ist, beim Einkaufen noch an eine kleine Nascherei gedacht hat und nachts für schöne Träume sorgt. Dieser Bär will natürlich auch dabei sein, wenn nun die Schule beginnt. Doch leider geht das nicht, und das aus einem guten Grund. Ein Bär ist viel zu groß, würde im Klassenzimmer auf keinem Stuhl und an keinem Tisch sitzen können. Er würde im Unterricht nicht still sein, sondern immer vor sich hin brummen. In der Pause würde er allen das Essen wegfuttern und für manch anderen Unmut sorgen. Ganz klar, der Bär muss zuhause bleiben und warten, bis die Schule aus ist. Doch dann ist die gemeinsame Zeit angesagt, in der man spielt, Spaß hat und miteinander kuschelt.

Eine lustige Mutmach-Geschichte

Veränderungen lösen in Kindern immer Freude und Unsicherheit zugleich aus. Das ist auch nicht schlimm, sondern ganz natürlich. Wichtig ist nur, dass wir Eltern ihnen zur Seite stehen, sie bestärken und sie unterstützen. Der Wechsel vom Kindergarten in die Schule ist eine solche Situation. Sie ist der Beginn eines neuen Lebensabschnitts, in dem viel Aufregendes auf die Kinder wartet. Aber auch viele Herausforderungen, die sie meistern müssen. Natürlich haben sie Angst und sind unsicher. Wie gerne würden wir als Eltern sie jetzt begleiten, sie unterstützen. Dennoch müssen sie es alleine schaffen - und tun das auch.
Das Bilderbuch will ihnen hierbei unter die Arme greifen und tut dies auf recht lustige Weise. Es macht Kindern Mut, betont, was in ihnen steckt und wozu sie imstande sind. Dafür wurde die Figur des Bären gewählt, der noch immer das beliebteste Kuscheltier ist. Ein Bär ist kräftig, beschützt und vertreibt mit seinen großen Tatzen alles Gefährliche. Die Frage ist nur, wofür steht der Bär in dieser Geschichte? Steht er für das liebgewonnene Kuscheltier, das Kinder viele Jahre tagein, tagaus in den Kindergarten begleitete und ihnen Mut spendete? Oder steht er für Mama und Papa, die ebenfalls immer zur Stelle sind, die trösten und Händchen halten, wenn man sich einmal etwas nicht zutraut? Oder steht er für die Freunde, mit denen man täglich im Kindergarten spielte, die aber nicht in die gleiche Klasse, vielleicht sogar gleiche Schule gehen und die man nun seltener sieht?
Egal in welche Rolle man den Bären steckt, die Botschaft ist immer die gleiche. Er kann nicht mit zur Schule kommen, da er im Unterricht nur stören würde und dem Kind keinen Raum für neue Freunde und neue Erfahrungen lässt. Doch er wartet zuhause und das gemeinsame Spielen ist dann umso schöner. Diese Botschaft wird auf sehr witzige Art herübergebracht. Die bewussten Übertreibungen und Überzeichnungen des Bären verdeutlichen dies sehr gut. Das macht Schulanfängern Mut und sie können sich auf diese neue Zeit freuen.
Neben der herzlich geschrieben Geschichte von Mark Sperring begeistern auch die Illustrationen von Britta Teckentrup. Mit ihrer Drucktechnik entstanden ausdrucksstarke Bilder, die wunderbar komisch zeigen, was Mark Sperring mit seinen Worten vermitteln will. Dabei verzichtet die Illustratorin darauf, detaillierte Kulissen zu zeichnen und konzentriert sich viel mehr auf den Bären, die Schüler und das Chaos, das durch den Bären in der Schule entsteht. Damit hebt sie die Botschaft der Geschichte deutlich hervor.

"Der Bär ist los!" ist eine lustige und gleichzeitig einfühlsame Geschichte, die Schulanfängern Mut macht, von alten Gewohnheiten und Freunden Abschied zu nehmen und etwas Neues zu beginnen. Die wunderschöne, lustige und wunderbar illustrierte Geschichte ist einfach perfekt, um den Abschied vom Kindergarten und den Start ins Schulleben zu erleichtern. Sie holt Kinder ab, spricht ihnen Mut zu und zeigt, wie aufregend diese neue Zeit werden kann.

Details

Bewertung

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