Das Weihnachtswunder


Eine magishe Wintergeschichte
von Katherine Rundell, Emily Sutton (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 01. November 2018

Das Weihnachtswunder

Es gibt einen Tag im Jahr, an dem kein Kind alleine sein sollte. An dem es mit seinen Eltern in einem warmen und liebevoll eingerichteten Zuhause sitzen sollte, voller Vorfreude auf die Ankunft des Weihnachtsmanns.
Leider gibt es aber manchmal Situationen im Leben, in denen es nicht so ist. In denen ein Kind alleine zuhause sitzt, wohl wissend, dass seine Eltern an diesem Abend nicht nach Hause kommen. Aber in der Weihnachtsnacht ist alles möglich - vor allem Wunder.

Ein großer Wunsch

Es ist Heiligabend und Theo sitzt ganz alleine unter dem Weihnachtsbaum. Nun gut, ganz alleine ist er nicht. Im Raum nebenan ist die Babysitterin über ihrem Handy eingeschlafen. Theos Eltern? Die müssen auch an diesem Abend arbeiten und hatten daher keine Zeit für Weihnachtsdekoration und Weihnachtsgans. Theo ist traurig und in seinem Herz breitet sich ein großer Wunsch aus: Er möchte nicht mehr alleine sein. Er möchte, dass an diesem Abend jemand bei ihm ist. Irgendjemand. Plötzlich hört er hinter sich ein Rascheln. Ein Zinnsoldat, ein Schaukelpferd, ein Engelchen und ein Rotkehlchen, die als Schmuck am Tannenbaum hingen, sind zum Leben erwacht und versuchen nun, vom Baum herabzuklettern. Damit beginnt ein ganz besonderes magisches Abenteuer durch die Heilige Nacht, an dessen Ende Theo nicht mehr alleine ist.

Das Weihnachtswunder

Kinderbuch mit nostalgischem Flair

Katherine Rundell erzählt die Geschichte eines Jungen, die trauriger kaum beginnen könnte. Man stelle sich vor, ein Kind sitzt an Heiligabend allein zuhause, in einem kalten Wohnzimmer, unter einem Weihnachtsbaum, der von ihm selbst mit kaputten Kugeln geschmückt wurde. Der Babysitter schläft im Raum nebenan. Es ist nicht einmal der Babysitter, der sich sonst um ihn kümmert, nein es ist eine völlig fremde Person. Wie trostlos ist dieses Bild, wie einsam das Kind? Und so reift in seinem Herzen der Wunsch nach Gesellschaft, steigt hinauf in den Nachthimmel und lässt das große Weihnachtswunder geschehen. Die alten Figuren am Weihnachtsbaum erwachen zum Leben und nehmen unseren Protagonisten mit auf eine wundervolle Reise. Denn eine jeder der Figuren hat auch einen sehnlichen Wunsch, den der Junge ihnen erfüllt. Geduldig kümmert er sich um die vier, gibt einem jeden was er braucht. Am Ende findet er sich wieder zuhause unterm Weihnachtsbaum, alleine. Der Babysitter schläft nach wie vor und hat nichts von den nächtlichen Aktivitäten gemerkt. . Und so fallen auch unserem Protagonisten die Augen zu. Eingewickelt in seinen langen Schal, zusammengerollt unter dem Weihnachtsbaum. Doch er bleibt nicht alleine, denn plötzlich tauchen seine Eltern auf. Sie haben erkannt, dass sie an diesem Abend lieber bei ihrem Sohn, ihrer Familie sein wollen. So endet diese traurige Geschichte doch noch glücklich.

Das Weihnachtswunder

Es ist eine gefühlvolle, starke Geschichte, die Katherine Rundell hier erzählt. Es ist eine Geschichte mit einer großen Botschaft. Dennoch fehlt ihr etwas. Der Funke vermag nicht überzuspringen, der Leser bleibt immer ein Stück weit auf Distanz. Vielleicht liegt es aber auch einfach nur an der Übersetzung und weniger an der Geschichte selbst.
Umso zauberhafter sind die Illustrationen gelungen. Emily Suttons Bilder in nostalgischem Stil verzaubern den Betrachter und führen ihn durch diese magische Nacht. Sie fangen den Charme und den Zauber jenes Heiligen Abends wunderbar ein und transportieren ihn an die Leser. Die aufwändige Covergestaltung mit Goldfolienprägung auf Schutzumschlag und Bucheinband trägt ihr Übriges bei.

Das Weihnachtswunder

„Das Weihnachtswunder“ ist eine ganz besondere Weihnachtsgeschichte, die von der Magie jener Nacht, von der Kraft der Wünsche und der Sehnsucht im Herzen eines jeden Menschen erzählt, der an Weihnachten nicht alleine sein möchte.

Details

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