Das große Wissens-Sammelsurium

von Richard Platt, James Brown (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 04. Februar 2017

Das große Wissens-Sammelsurium

Es gibt unendlich viel zu wissen und nicht genügend Zeit, um sich mit allem zu beschäftigen. Doch zumindest als Kind hat man noch die Kapazität, um sich gleichermaßen nützliches wie unnützes Wissen anzueignen. Unter dieser Prämisse haben wohl James Brown und Richard Platt ihr überformatiges Werk „Das große Wissens-Sammelsurium“ erschaffen, das hierzulande bei Gerstenberg erschienen ist. Wir waren sehr gespannt.

Nach dem doppelseitigen Inhaltsverzeichnis, welches offenbart, dass jedes enthaltene Thema ebenfalls auf einer Doppelseite behandelt wird, geht die wilde Vielfalt der Wissensgebiete los. Man beginnt bei Knoten, erhält etwas historischen Hintergrund, einige Anekdoten und eine ganze Seite voller verschiedener Knotenarten, auf einer Seite mit violettem Hintergrund. So sieht im Grunde jede Seite aus. Hintergrund, witzige Details, Entwicklungen und Darstellung vor einer Seite mit jeweils einfärbigem Seitenhintergrund.
Die Auswahl der unterschiedlichen Gebiete ist so sprunghaft wie vielseitig. Da trifft man auf das Sonnensystem und liest einmal mehr über die Degradierung von Pluto, da über das Menschliche Skelett und den Musikantenknochen. Vor rosafarbenem Hintergrund liest man vom Aufbau der Atome und ihren Geheimnissen, während Grün die Teile eines Fahrrads erläutert. Griechisches Alphabet und Römische Zahlen treffen auf Schrauben und Nägel. Das menschliche Auge steht dem Aufbau von Flüssen gegenüber, ohne Statd, Land, Fluss zu spielen. Die inneren Organe des Menschen werden ebenso behandelt, wie Stifte und Pinsel. Und die Gezeiten machen ebenso Musik, wie es die Aufstellung eines Orchesters zur Folge hat.

Diese und noch viele weitere Inhalte findet man wild durchgemischt zwischen den Buchdeckeln dieses überformatigen Nachtschlagewerks. Man kann dabei aber über vieles nachdenken und einige Dinge in Frage stellen. Warum die Größe? Vermutlich, damit man die Illustrationen möglichst flächendeckend unterbringen konnte. Warum die einzelnen Farben? Vermutlich damit sich die Themen auch optisch stark voneinander unterscheiden und weil es einfach toll aussieht. Wissen und unnützes Wissen sind stets vorhanden, obwohl das „nützliche Wissen“ zum Glück die Oberhand behält. Allerdings können Zehnjährige sicherlich nicht mit allen Themen etwas anfangen. Ob das Periodensystem der Elemente hier schon viel Sinn macht, kann man sich fragen. Auch die Kapitel über Morsealphabet, die Fibonacci-Folge und das internationale Signalflaggenbuch kann man diskutieren. Ob hier bei allen dieser Kapitel eine tatsächliche Relevanz gegeben ist, darf man bezweifeln. Trotzdem ist die Idee grundsätzlich gut, amüsant und unterhaltsam. Die bunte Themenvielfalt wird jedoch auch dazu führen, dass man das Werk kaum als Nachschlagewerk hinzuzieht, sondern eher andere Werke, welche die grundsätzlichen Themen in größerer Breite behandeln. Zum einfachen Hineinschnuppern ist das Werk jedoch bestens geeignet und sieht dabei auch noch gut aus.

„Das große Wissens-Sammelsurium“ von James Brown und Richard Platt ist genau das, was es von sich behauptet. Eine Sammlung an nützlichem und unnützem Wissen. Auf ungewöhnlichem Format und mit sehr spezieller Farbgebung ist das Werk bestens dazu geeignet, einfach mal quer hineinzulesen und die Themenvielfalt hinzunehmen, wie sie ist. Auch wenn das Buch sicher nicht als Nachschlagewerk zu sehen ist, können junge Leser trotzdem viel Grundsätzliches zu sehr unterschiedlichen Themen erfahren. Dadurch kann man auch das eine oder andere weniger interessante Kapitel verschmerzen.

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Bewertung

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