Das endlos lange Weihnachtswarten

Antolin Quiz
von Stephanie Schneider, Astrid Henn (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 17. November 2019

Das endlos lange Weihnachtswarten

Die Adventszeit ist nicht nur die Zeit, in der wir Plätzchen backen, in der wir Weihnachtsmärkte besuchen und in der die Familie zusammenrückt und gemeinsam bewusster Zeit miteinander verbringt Die Adventszeit ist auch die Zeit des endlos langen Wartens. Vor allem Kinder warten darauf, endlich die große Tür am Adventskranz öffnen zu dürfen. Sie warten darauf, das Glöckchen klingeln zu hören, dass von der Ankunft des Weihnachtsmanns verkündet. Stephanie Schneider hat eine wundervolle Weihnachtsgeschichte über eben dieses Warten geschrieben.

Morgen dauert noch so lange

Unkonzentriert sitzt Mia vor dem Memo-Spiel. Eigentlich gewinnt sie immer, doch heute kann sie sich nicht darauf konzentrieren. Schließlich ist morgen Heiligabend und dann kommt endlich der Weihnachtsmann. Doch warum dauert das nur so lange?
Papa weiß warum: Damit er für Mama noch ein Geschenk kaufen kann. Gemeinsam machen sich Mia und Papa auf den Weg ins Kaufhaus. Dort herrscht hektisches Treiben, denn jeder will noch die letzten Besorgungen vor dem Fest erledigen. Und genau in diesem hektischen Treiben geht Mia plötzlich verloren. Ganz allein steht sie in dem weihnachtlichen Durcheinander. Gerade, als die Tränen zu kullern beginnen, sieht Mia einen großen Engel, der Kekse verteilt. Ob er ihr hilft, Papa zu finden?

Das endlos lange Weihnachtswarten

Etwas andere Weihnachtsgeschichte

Stephanie Schneider erzählt mit „Das endlos lange Weihnachtswarten“ eine etwas andere Weihnachtsgeschichte. Sie ist nah am kindlichen Familienalltag orientiert, sie ist modern, natürlich weihnachtlich und greift ganz nebenbei auch das Thema Verlorengehen auf.
Zunächst finden wir uns in einer typischen Familiensituation wieder. Der Vater spielt mit seinem Kind ein beliebtes Spiel, doch das Kind - in diesem Fall Mia - ist in Gedanken gar nicht da. Es denk stattdessen an Weihnachten und kann den morgigen Tag kaum noch erwarten. Wie vielen Kindern geht es nicht ähnlich? Wie viele haben das Gefühl, die letzten Tage vor Weihnachten, ja sogar die letzten Stunden würden sich endlos in die Länge ziehen. Sie können sich also sehr gut in Mia hineinversetzen und mit ihr mitfühlen. Doch zum Glück weiß der Vater Rat und erklärt das Weihnachtswarten auf humorvolle Weise. Und so startet für Mia ein letztes vorweihnachtliches Abenteuer. Und was für eines! Einkaufsgetümmel, Weihnachtsengel, Verlorengehen - alles das erlebt sie an diesem einen Nachmittag, der dann doch wie im Flug vergeht. Spannenderweise herrscht trotz all dem Kaufhaustrubel zwischen Papa und Mia keineswegs Hektik und Stress. Sie nehmen sich Zeit, genießen den Ausflug und haben am Ende einen besonderen Nachmittag miteinander erlebt.
Stephanie Schneider erzählt ihre Geschichte sehr kindgerecht und mit einer feinen Portion Humor. Gleichzeitig steckt in ihr viel, das für Kinder unterhaltsam klingt, aber uns Erwachsenen einen Spiegel vorhält. Richtig charmant wird das Buch aber erst durch Astrid Henns Illustrationen. Mit ihrem modernen Zeichenstil versteht sie es großartig, Geschichten in Bilder umzusetzen. Die sanften Farbtöne und die charmant gezeichneten Personen verströmen eine eigene Stimmung. Zudem finden sich in den Bildern zahlreiche Anspielungen, versteckte Witze, die ganz gezielt an die Eltern gerichtet sind. Die Bilder sind lebendig, ohne hektisch zu sein. Sie zeigen uns den Trubel im Kaufhaus, in dessen Mitte die kleine Mia steht. Diese Kombination - Geschichte und Bilder - macht dieses Weihnachtsbilderbuch zu einem wundervollen Vorlesevergnügen.

Das endlos lange Weihnachtswarten

In vielen Kinderbüchern versuchen Autoren ihrer jungen Leserschaft das Warten auf den Heiligenabend zu verkürzen. Stephanie Schneider macht dies sogar zum Thema ihrer Geschichte und schuf zusammen mit Astrid Henn ein ganz entzückendes und lustiges Bilderbuch, bei dem das Warten vielleicht nicht schneller vergeht, aber doch einen Sinn bekommt.

Details

Bewertung

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