Dachs im Dickicht - Hasenhunger

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Ein Waldkrimi
von Anna Starobinets, Stefanie Jeschke (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 23. April 2021

Dachs im Dickicht - Hasenhunger

erstVerbrechen geschehen nicht nur bei uns Menschen, sie finden auch im Tierreich statt. Dabei sind die vierbeinigen und gefiederten Vertreter mindestens genauso gerissen, hinterhältig und boshaft, wie es menschliche Gauner sind. Doch auch die Ermittler im Tierreich haben einiges auf dem Kasten. Davon erzählt Anna Starbinets in ihrem Auftakt „Dachs im Dickicht: Hasenhunger“.

Wer ermordete Hase?

Jeden Freitag, nach einer langen Arbeitswoche, geht Dachs in die Taverne Zum Hohlen Baum, um dort den Tag ausklingen und ein leckeres Essen zu genießen. Doch an diesem Abend soll es nichts mit der Ruhe werden, denn eine schreckliche Nachricht erreicht ihn. Aufgeregt kommt die Elster hereingeflogen und berichtet, dass Hase ermordet wurde. Auf sehr grausame und bestialische Weise. Denn er wurde nicht nur ermordet, sondern sogar gefressen! Sofort eilt Dachs mit seinem Gehilfen Dachskatze zum Tatort. Doch zu sehen gibt es hier außer einem Fellbüschel nicht viel. Erste Indizien deuten auf den Wolf hin und so machen sich Dachs und Dachskatze gleich auf den Weg zum Verdächtigen, um ihn zu verhaften. Doch ist die Lösung wirklich so einfach? War wirklich Wolf der Mörder? Oder steckt vielleicht jemand ganz anderes hinter der Sache?

Dachs im Dickicht. Hasenhunger - Ein Waldkrimi

Ein eigensinniger Kommissar und ein merkwürdiger Mordfall

Oft trügt der Schein und wenn man glaubt, der Fall wäre nach wenigen Seiten erledigt, dann irrt man sich. Genauso ergeht es den Bewohnern des Dichten Dickichts, die sofort in Wolf den Schuldigen sehen. Zum Glück ist Dachs nicht ganz vorurteilsbehaftet und verlässt sich nicht auf die ersten Indizien. Obwohl Wolf bereits im Gefängnis sitzt, beginnt er mit der Ermittlungsarbeit. Und diese ist es, die das Buch zu einem spannenden und fesselnden Kinderkrimi machen. Anna Starbinets erzählt ihn mindestens genauso dicht und atmosphärisch, wie auch ein Krimi für Erwachsene geschrieben wird. Sie erzählt von Spurensuche und Ermittlungsarbeit, lässt ihre tierischen Kommissare Zeugenbefragungen abhalten und Rückschlüsse führen, wie es einem Sherlock Holmes‘ Ehre macht. Für ihre Geschichte konzentriert sie sich nicht allein auf den Kriminalfall, sie gibt auch den Charakteren eine Geschichte, füllt die Figuren mit Persönlichkeit, Eigenheiten und manchen Macken und macht sie so zu blutvollen Gestalten. Das verleiht der Handlung Tiefgang, ohne Kinder zu überfordern. Man bekommt hier keinen oberflächlich erzählten Kriminalfall im Wald erzählt, sondern erhält eine gut durchdachte und ausgearbeitete Geschichte, inklusiv exzentrischer Gastwirte, abgebrühter Witwen, lästiger Antwaltskäuze und eigensinniger Kommissare. Es ist diese Mischung, die das Buch zu einem tollen Leseerlebnis machen, an dem Kinder, aber auch ihre Eltern Spaß haben.
Natürlich dürfen in einem Kinderbuch auch kleine Illustrationen nicht fehlen. Stefanie Jeschke schuf diese in schwarz-weiß und platzierte sie wohlüberlegt im Buch. So haben wir manchmal nur kleine, vignettenähnliche Bilder, dann wieder seitenfüllende Szenendarstellungen. Das rundet das Buch und das Lesevergnügen gelungen ab.

Dachs im Dickicht. Hasenhunger - Ein Waldkrimi

„Dachs im Dickicht: Hasenhunger“ ist ein spannender Tierkrimi mit überraschendem Ausgang. Zudem ist es der Auftakt zu einer neuen Kinderbuchreihe, auf dessen Fortsetzung schon der Schluss hindeutet. Denn hier wird bereits ein nächster Kriminalfall eröffnet, zu dem Dachs gerufen wird. Bis es soweit ist, unterhält dieses Werk mit starken und überzeugenden Charakteren sowie einer Handlung, die Witz, Tiefgang und ein überraschendes Ende hat.

Details

Bewertung

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