Chaos im Kinderzimmer

von Matthias Sodtke, Steffen Butz
Rezension von Janett Cernohuby | 24. Januar 2009

Chaos im Kinderzimmer

Welches Kind kennt das nicht? Da ist man gerade mitten im schönsten Spiel, als plötzlich die Zimmertür aufgeht, Mutter oder Vater hereinkommen und einen fürchterlich zu schimpfen anfangen, weil man mal wieder das Zimmer nicht aufgeräumt hat. Das schöne Spiel ist kaputt und missmutig macht man sich daran, Ordnung ins Chaos zu bringen. Nicht so Ole Brumm, der kleine Bär.

Diesem geht es nämlich ähnlich. Er ist gerade dabei mit seinen Dinosauriern zu spielen, als sein Vater das Zimmer betritt und die Hände über den Kopf zusammenschlägt. Denn nach seinen Worten sieht es in Oles Zimmer aus, als hätten fünf wilde Affen eine Party gefeiert. Ole muss sofort sein Zimmer aufräumen, wovon er gar nicht begeistert ist. Immer die Erwachsenen mit ihrer blöden Ordnung. Doch Ole gibt nicht so schnell auf. Kurzerhand erklärt er seinem Vater, wie langweilig doch Ordnung ist. Außerdem ist sie gar nicht immer notwendig. Oder habe sein Vater schon mal einen aufgeräumten Dinosaurier-Urwald gesehen?
Daraufhin ist sein Vater erst einmal sprachlos. Natürlich hat er das nicht und natürlich gab es vor Millionen von Jahren das auch nicht. Aber trotzdem, Ordnung muss sein. Oder habe Ole schon mal ein Buch gesehen, in dem alle Bilder und Texte kreuz und quer durcheinander sind? Ole findet dieses Beispiel komisch, obwohl er an solchen Büchern natürlich keinen Gefallen finden könnte. Und er bleibt auch dabei, dass Ordnung überflüssig ist. Schließlich räumt der liebe Mond seine Sterne ja auch nicht in Reih und Glied. Der Bärenvater findet das natürlich äußerst lustig. Ein aufgeräumter Sternenhimmel. Doch ihm fällt auch schon das nächste Beispiel für Ordnung ein. Der Supermarkt. Schließlich würde sich dort keiner mehr zurechtfinden, wenn die Gummibärchen neben den Fischstäbchen lägen. Klar, sagt Ole, aber...und so geht es zwischen Vater und Sohn hin und her. Bis der eine einsieht, dass es ohne Ordnung wohl nicht geht und der andere, das manchmal ein bisschen Unordnung nicht schadet. Aber was wird denn nun aus dem chaotischen Kinderzimmer?

"Chaos im Kinderzimmer" ist ein lustiges Bilderbuch, das ein ganz alltägliches Thema auf liebenswerte Art und Weise aufgegriffen und umgesetzt hat. Immer wieder kommt es zwischen Eltern und Kind zu Endlosdebatten, wenn es darum geht, das eigene Zimmer in Ordnung zu bringen. Diese Diskussionen können nun dank dieses Kinderbuches beseitigt werden. Dann auf unterhaltsame und lustige Art vermitteln die Autoren, wie wichtig Ordnung sein kann, auch wenn es manchmal ohne sie geht. Dies tun sie natürlich nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, oder fast ohne. Stattdessen erfahren es die Kinder auf spielerische Weise.
Gestaltung und Layout des Bilderbuchs sind ebenso liebevoll gestaltet, wie die eigentliche Erzählung. Auf den Doppelseiten mit Text, sind kleine Zeichnungen von Ole und seinem Vater zu finden. Daran schließt sich immer eine Doppelseite, welche die Argumentationsbeispiele der beiden Charaktere darstellt. So bekommt das Buch zusätzlich noch Stimmung, kann sich das junge Publikum hier sehr schön anschauen, wie komisch es doch wäre, wenn beispielsweise im Urwald Ordnung herrscht oder in Büchern Chaos. Die Bilder laden zum Betrachten, Entdecken und Lachen ein. Zwischen den Textpassagen sind einige Schlüsselworte markiert, um ihnen so zusätzliche Gewichtigkeit zu verleihen.

Zusammengefasst ist "Chaos im Kinderzimmer" nicht nur ein unterhaltsames Kinderbuch, es vermittelt auch auf unterschwellige, versteckte Art, wie wichtig und unverzichtbar Ordnung doch sein kann. Somit unterhält das Bilderbuch nicht nur, sondern vermittelt auch gleichzeitig eine wichtige Tugend.

Details

  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    01/2007
  • Umfang:
    40 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    3 Jahre
  • ISBN 13:
    9783830311256
  • Preis:
    12,95 €

Bewertung

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