Die unlangweiligste Schule der Welt

Auf Klassenfahrt

von Sabrina J. Kirschner, Monika Parciak (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 01. August 2017

Auf Klassenfahrt

Manchmal wünscht man sich in der Schule etwas mehr Abwechslung und etwas weniger Regeln. Dabei kann man eigentlich froh sein, nicht an die Schnittlich-Schule zu gehen. Dorthin muss Maxe tagtäglich und versinkt in grauenhaften, langweiligen und trostlosen Unterrichtsstunden. "Die unlangweiligste Schule der Welt" ist eine neue Kinderbuchreihe von Sabrina J. Kirschner, die mit dem Band "Auf Klassenfahrt" für viel Unterhaltung sorgen will.

Vom Gefängnis für Verbrecher zum Gefängnis für Schüler

Gibt es eine trostlosere und langweiligere Schule als die Schnittlich-Schule? Wohl kaum, wenn man Inspektor Rumpus von der BfLb glauben darf. BfLb steht für Behörde für Langweilebekämpfung und genau das hat sich Rumpus zur Aufgabe gemacht. Er will die Kinder der Schnittlich-Schule vor der Langeweile retten, allen voran die Schüler der Klasse von Frau Penne. Über 777 Schulregeln und achtmal täglich Mathe ist unzumutbar, findet Rumpus. Daher schickt er die Schüler auf Klassenfahrt - und was sie dort erleben, hat mit Langeweile absolut nichts mehr zu tun.

Neue Kinderbuchreihe mit holprigem Start

Die Idee hinter "Der unlangweiligsten Schule der Welt" klingt unglaublich witzig, turbulent und chaotisch. Zunächst jedoch startet das Buch so, wie die Schule ist: trocken und langatmig. Der Leser lernt erst einmal sehr ausgiebig die Schnittlich-Schule kennen, mit all ihren Regeln, ihrem kinderfeindlich eingestellten Direktor und einer Lehrerin, die jede Schlaftablette in den Schatten stellt. Es dauert, ehe die Ereignisse Fahrt aufnehmen, um genau zu sein sogar bis zum Schulausflug. Doch dann überschlagen sie sich regelrecht, wechseln von einem Extrem zum nächsten und verlangen von den Schülern viel Abenteuerlust, Einsatzbereitschaft und Mut.
Durch die Handlung führt Inspektor Rumpus. Seine Berichte an die Behörde für Langeweilebekämpfung sind eine Art Leitschnur, an der sich die Ereignisse auffädeln. Sie lassen erahnen, was in den folgenden Abschnitten auf den Leser zukommt und worauf man sich einstellen sollte. Das bringt insbesondere während der Klassenfahrt einen spannenden Faktor mit ins Spiel. Zwischen den Aktennotizen wird die Geschichte aber aus der dritten Person erzählt und nicht aus der Ich-Perspektive. So haben alle Charaktere die Möglichkeit, sich zu entfalten. Schnell wird aber klar, dass es im Wesentlichen um Maxe geht und um die Neue in der Klasse, Friede. Obwohl die sich eingangs als Streberin und Petze zeigt, entwickelt sie sich im Laufe der Ereignisse zu einem Mädchen, das man sogar sympathisch findet. Auch die Klassenlehrerin Frau Penne überrascht. In brenzligen Situationen erweist sie sich als besonders taff - etwas, das so gar nicht zu ihrem sonstigen langweiligen und strengen Verhalten passt.
Mit all diesen Entwicklungen und Wendungen wird das Buch ab der zweiten Hälfte doch noch zu einer lesenswerten und fesselnden Lektüre. Es ist die aufregende Klassenfahrt, die über den holprigen Anfang hinwegtröstet und hoffen lässt, dass sich der zweite Band, in dem man nun die Schule und Schüler nicht mehr kennenlernen braucht, wesentlich unterhaltsamer erweist. Was dem Buch aber definitiv zugutekommt, sind seine zahlreichen, frechen und witzigen Illustrationen. Sie lockern den Textfluss auf und lassen das Buch gleich weniger lang erscheinen.

"Die unlangweiligste Schule der Welt: Auf Klassenfahrt" hat einen etwas holprigen, langatmigen Start. Man möchte sagen, dass der Buchtitel hier fast schon Programm ist. Dennoch sollte man dem Werk eine Chance geben, wird es mit der zweiten Hälfte wesentlich rasanter und actionreicher. Das lässt auf einen stärkeren zweiten Band hoffen, der ja bereits erhältlich ist.

Details

Bewertung

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