Die Rückkehr des Schattenkönigs

von Derek Benz, J. S. Lewis
Rezension von Janett Cernohuby | 25. Januar 2009

Die Rückkehr des Schattenkönigs

Es muss nicht immer schlecht sein, Elemente aus alten Sagen und Legenden aufzugreifen und aus ihnen neue Geschichten zu machen. Je nachdem wie Autoren diese umsetzen, können daraus ganz neue, fantastische Erzählungen werden. Dabei ist es nicht zwangsläufig notwendig, sich immer genau an die klassischen Darstellungen zu halten. Manchmal verleiht gerade ihre andere Darstellung der neuen Geschichte die erforderliche Stimmung.

Grayson Maximilian Summer III., der von seinen Freunden einfach nur Max genannt wird, weiß, dass Geld allein nicht glücklich macht. Denn dieses hat seine Familie seit Generationen zur Genüge. Was sie jedoch nicht hat, ist ein glückliches Familienleben. Umso glücklicher kann er sich da mit seinen Freunden schätzen. Zusammen mit Natalia, Harley und Ernie bilden sie die Clique der Grauen Greife. Regelmäßig treffen sich die Freunde in einem alten Antiquitätenladen, um dort zusammen mit dessen Besitzer Iver das spannende Tradingcard-Spiel Die Tafelrunde> zu spielen. Doch bald schon müssen die Kinder herausfinden, dass die Tauschkarten weit mehr Geheimnisse bergen. Als eines Tages ein geheimnisvolles und grausames Wesen in dem Dörfchen Avalon, Minnesota auftaucht, müssen die Kinder zu ihrem Entsetzen feststellen, dass es große Ähnlichkeiten mit dem bösartigen Würger aus ihrem Kartenspiel aufweist. Kurz darauf findet Max auf dem Speicher seiner Großmutter ein geheimnisvolles Buch. Als er dieses öffnet, befreit er dabei unbeabsichtigt einen bösartigen Schatten. Ein gnadenloser Wettlauf mit der Zeit beginnt, in dem es den vier Freunden gelingen muss, ein geheimnisvolles Juwel zu finden um so die Rückkehr des gefährlichen Schattenkönigs aufzuhalten.

"Die Rückkehr des Schattenkönigs" vereinigt viele bekannte Elemente aus Sagen und Legenden. So tauchen neben dem Handlungsort Avalon, dem Tradingcard-Spiel "Die Tafelrunde" zahlreiche altbekannte Feengestalten, ja sogar Morgan LaFey und die sagenumwobenen Tempelritter auf. Auf raffinierte Weise ist es den beiden Autoren Derek Benz und J. S. Lewis gelungen, hier drei Themengebiete miteinander zu vermengen: Die klassischen Überlieferungen des Volksmundes, der Legende von König Artus und den Rittern der Tafelrunde sowie dem Orden der Tempelritter. Dass sie sich dabei nicht immer an die überwiegend bekannten Eigenschaften der eingebrachten Personen und Elemente halten, ist erfreulich und erfrischend abwechslungsreich. Denn letztendlich ist es eine Fantasiegeschichte für junge Leser.
Doch nicht nur der Hintergrund und die verwendeten Elemente überzeugen, auch die Stimmung des Buches zieht schnell in seinen Bann. Von der ersten bis zu letzten Seite umspannt den Leser eine unheimliche und mysteriöse Stimmung. Man spürt förmlich die Gefahr, in die sowohl das kleine Städchen Avalon als auch die Grauen Greife schweben. Ebenso weiß man, dass hinter allem etwas viel Größeres, Älteres und Geheimnisvolleres steckt, als den Charakteren zu Beginn bewusst ist. Doch ähnlich wie sie, erfährt auch der Leser nur Stück für Stück genaueres. Einzelheiten und Zusammenhänge fließen auf spannende und fesselnde Art in die Handlung ein. Nach und nach ergeben die einzelnen Teile ein Gesamtbild und lassen die Tragweite der Geschehnisse deutlich werden. Doch bis es soweit ist, warten viele Gefahren auf die Protagonisten und knisternde Spannung auf den Leser.
Obwohl die Hauptpersonen im Alter von elf Jahren sind und der Roman eindeutig in die Sparte Jugendliteratur gehört, können auch Erwachsene Freude an dem Werk haben und ebenso mit den Helden mitfiebern. Den Autoren ist es hervorragend gelungen, eine mysteriöse Atmosphäre aufzubauen, ohne dabei in Grusel oder Horror abzurutschen. Auch der Gewaltfaktor ist nicht vorhanden. Zwar gibt es immer wieder gefährliche Begegnungen zwischen den Kindern und den Kobolden, ebenso wird der Antiquitätenhändler Iver entführt und scheinbar gefoltert, doch verzichten die Autoren auf detaillierte Gewaltdarstellungen. Somit kann man dieses Werk bedenkenlos jugendlichen Lesern empfehlen.

Zusammengefasst liegt mit "Die Rückkehr des Schattenkönigs" ein spannender und geheimnisvoller Fantasyroman vor, dem es nicht nur gelingt, das angesprochene Lesepublikum in seinen Bann zu ziehen, sondern auch für Erwachsene sehr unterhaltsam ist. Durch die einmal andere Einbringung und Darstellung der verschiedenen, bereits vorhandenen Fantasieelemente, bietet der Roman eine willkommene Abwechslung und macht ihn zu einem sehr empfehlenswerten Buch.

Details

  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    08/2007
  • Umfang:
    384 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    14 Jahre
  • ISBN 13:
    9783570132104
  • Preis:
    14,95 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
    Keine Bewertung
  • Gefühl:
    Keine Bewertung