Miriam im Sternschnuppenjahr

von Christine Auer
Rezension von Janett Cernohuby | 20. Oktober 2018

Miriam im Sternschnuppenjahr

Drei Jahre mussten wir uns in Geduld üben, bis Christine Auer jenen Text, für den sie 2015 mit dem DIXI Kinder- und Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde, uns und jungen Leserinnen als Buch präsentierte. „Miriam im Sternschnuppenjahr“ lautet sein Titel und ob sich das lange Warten gelohnt hat, wollten wir genauer wissen.

Wodka-Lemon und Cowboystiefel

Dieser Abend war der schrecklichste, den die 17-jährige Miriam jemals erlebt hat. Auf einer Vernissage übergibt sie sich ausgerechnet auf die Cowboystiefel eines Künstlers. Der letzte Wodka-Lemon war eindeutig zu viel. Doch es soll noch schlimmer kommen. Denn den eben jener Künstler soll für Oma Amelies Homepage Fotos machen und Miriam die Texte dafür schreiben. Was hatte sie sich da nur eingebrockt. Dabei hatte sie auf ein ruhiges, letztes Schuljahr gehofft. Ihre Eltern waren für ein Jahr auf einer Forschungsreise in Amerika und Miriam wollte bei ihrer Oma bleiben, um das Abitur zu machen. Und nun diese Peinlichkeit!
Gleichzeitig entdeckt Miriam ein altes Tagebuch aus der Jugendzeit ihrer Großmutter aus der Zeit, als diese nach Woodstock ging, um ihren Traum zu leben. Ob auch Miriam ihren Weg finden und vor allem die peinliche Situation mit dem Fotografen auflösen kann?

Wunderbarer Jugendroman über die Frage nach dem eigenen Ich

Ja, das Warten hat sich gelohnt! Christine Auer hat mit ihrem ersten Jugendroman, dem 2015 gekürten Text, eine wunderbare Geschichte über ein junges Mädchen geschaffen, das auf der Suche nach sich selbst ist. In dieser Geschichte begegnen wir der 17-jährigen Miriam, die zunächst ein sehr unsicheres Mädchen ist, das von ihrer Mutter fremdbestimmt wird. Ihre Mutter hat alles genau geplant und geregelt. Mit der Entscheidung, die Eltern nicht nach Amerika zu begleiten, sondern das letzte Schuljahr bei der Großmutter zu verbringen, hat Miriam zum ersten Mal die Fäden für ihr eigenes Leben in die Hand genommen. Doch auch jetzt kann die Mutter nicht loslassen, sondern lässt ihr einen langen Brief mit Anweisungen da.
Miriam ist zunächst noch sehr unsicher, fühlt sich kindisch und naiv. Vor allem ist sie sich noch nicht klar darüber, was sie möchte und welche Wünsche sie hat. Erst durch die Freundschaft mit dem Fotografen Max - die zugegeben sehr holprig und für den Leser äußerst amüsant beginnt - fängt Miriam an, ihre Wünsche zu hinterfragen und, noch wichtiger, zu formulieren. Wer ist sie? Wer möchte sie sein? Durch das Tagebuch der Großmutter begibt sich Miriam auf eine Reise, die sie nicht nur nach Mexiko führt, sondern auch zu sich selbst. Und so begleitet der Leser auf knapp 300 Seiten ein junges Mädchen, das aus ihrem Nest herauskommt und lernt, selbstständig zu werden.
Christine Auers Jugendroman ist eine Mischung aus Roadtrip, Abenteuer und Liebesgeschichte. Das Buch erzählt von der Suche nach sich selbst, von dem schwierigen Weg dorthin, zeigt aber, dass es sich lohnt für seine Träume zu kämpfen. Dabei fesselt das Werk von Anfang an, bietet dem Leser viele wunderbare Momente und lässt ihn erst wieder frei, wenn die letzte Seite umgeblättert, der letzte Satz gelesen ist. Zurück bleibt ein glückliches, warmes Gefühl - und ein Gefühl der Dankbarkeit. Für Christine Auers Nichte, die sich diese Geschichte einst zum Geburtstag gewünscht hat.

Starke Frauen, ein Mädchen, dass sich selbst, seine Wünsche und die eigene innere Stärke findet, gepaart mit Abenteuer und Schmetterlingen im Bauch - das alles erwartet den Leser in Christine Auers erstem Jugendroman „Miriam im Sternschnuppenjahr“, für dessen Text die österreichische Autorin vor ein paar Jahren mit dem DIXI Kinder- und Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Genre:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    09/2018
  • Umfang:
    280 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    12 Jahre
  • ISBN 13:
    9783851978865
  • Preis:
    13,00 €

Bewertung

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